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Full text of "Reisetagbuch des Rabbi Binjamin von Tudela. Ein Beitrag zur Kenntnis der Juden in der Diaspora während des XII. Jahrhunderts"

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— 


FR ; 
Neiſetagbuch 


Rabbi Binjamin von Tndela.- 


7 


1: 


La 


|) — r— — — — — — —— 


Ein Beitrag zur Kenntniß der Juden in der Diaspora während des 
ll. Sahrhunderts. 


zur Schlußfeier des Studienjahres 1857,58 
| von 


Ir. A. Martinet, 


Profeffor der bibliichen Eregefe und orientaliſchen Epradın am f. Pyceum. 


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2 Bamberg. | 
| Drud von R. Gärtner, vormald ©. R. Klebsadel. 


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4 


Horbemerkung des Ueberfebers. 


Nachdem zufolge goͤttlichen Rathſchluſſes das auserwaͤhlte Volk die Strafe der Zerſtreuung auf 
dem ganzen Erdboden (Diaspora) zuerſt durch die Aſſyrier, dann durch die Babylonier, dann auch durch 
die Perſer und Griechen wegen ſeiner Untreue gegen den Bundesgott erfahren mußte, brach endlich durch 
die Römer 70 n. Chr., indem es das angebotene Heil durch den Meſſiasmord von ſich ſtieß, die letzte und 
größte Heimjuchung ein, für immer aus dem Lande der Verheißung verbannt, unter den Völkern des Erd- 
. bodend, fremden Herrichern gehorfam, ohne ein jelbjtändiges Oberhaupt, ohne ein eigened Land zu leben. 
Verurtheilt von Gott überall fremd zu fein, bis der Herr felbft, nachdem die Heidenvölfer in das Neid) 
Gottes eingegangen find, fein ausgewähltes Volk in fein Reich fammeln wird, hat dasſelbe die Sehnfudht 
Mach dem Lande der Verheißung und das Verlangen, die zerftreuten Brüder vereint zu fehen, immer bewahrt. 
Daher diefer mächtige Zug in allen Herzen der Zerſtreuten nach dem HI. Lande, welcher Die vielen Wall 
fahrten nach dem gelobten Lande herbeiführte, Daher Das raftlofe Auffuchen der Brüder, welche über den 
ganzen Erbboden durch den Sturm des göttlichen Zorns verweht find, daher auch das fehnfüchtige Be 
mühen, diefe Brüder in Der Fremde zu tröften und mit ihnen Weg und Mittel zu einer gemeinfamen Hei: 
math zu finden. Daraus find auch Die Neifeberichte hervorgegangen, welche die jüdische Literatur nach dem 
Schluſſe des Talmud, am Ende des VI Jahrhdts. bis herab zu Ende des XVII. Jahrhdts. aufzumeifen 
bat. Dahin gehört z. B. die Schrift des Daniten Eldad, welcher im IX. Jahrhdte. in Arabien geboren, 
Alten und Afrika Durchwanderte und endlich zu Borboba in Spanien ftarb. Ihm lag ob, wie er in einem 
aus Kairowan im Lande Tunid 803 n. Chr. datirten Briefe mittheilt, alle Kinder Jakobs auf dem Erb: 
boden kennen zu lernen, Die Exiſtenz der 10 Stämme zu Eonftatiren und ihnen in ihrer Verbannung Troft 
und Hoffnung zu bringen. (2ergl. Dr. Zunz, Relation d’Eldad le Danite. Paris 1838.) ine zweite 
Schrift diejed Inhalte und Zweckes ift Die ded Rabbi Binjamin;, des Sohnes Jonah aus Tudela im 
Königreihe Navarra, eines jüdiichen Gelehrten, welcher 1159 nady Chr. aus Spanien aufbrach, Europa, 
Alten, Afrika durchwanderte und 1173 nad) Toledo in Neufaftilien zurüdfehrte und daſelbſt ſtarb. Der 
von ihm außgegebene Neifebericht in hebräifcher Sprache ift in diefem Programme deutjch zum erften Male, 
jedoh ohne Kommentar, wiedergegeben, ein jehr jchäßbarer Beitrag zur mittelalterlihen Geographie und 
zur Statiftif der Juden in der Diaspora. Noch muß hier eine dritte Schrift zu gleichem Zwede abgefaßt, 
erwähnt werben, nämlich die des Rabbi Petachjah, eines gelehrten Juden von Regensburg a. d. Donau, 

welcher zwiſchen 1170 und 1180 n. Chr. Polen, Südrußland, die Kleine Tatarei, die Krim, PBerfien, . 
Georgien, Armenien, Syrien, Mefopotamien, Palaͤſtina befuchte und in dem Werke Sibbub Olam (Reife 
um die Welt) feine Reife-Erlebniffe niederlegte, woraus feine Brüder R. Iſaak der Weife und R. Nach— 
man, nebft R. Sehudah dem Frommen die noch vorhandenen Auszüge aus Petachjah's größerem Werke 
veranftalteten, Die jedoch mehr eine Verftümmelung zu fein jcheinen. (Vergl. Sibbub des R. Petachjah 
von D. Dttenfofer. Yürth. 1844), Zur PVergleichung verdient noch bier die Wrbeit des Wenetianerd 


' 1? 


A 


. Marco Polo erwähnt zu werden, weldyer für den Zweck des Handels und der Weltkenntniß während 
1254—1295 n. Chr. ebenfalls eine Weltreife unternahm, deren Referat der Anſchauungsweiſe und Dar: 
ftellung des R. Binjamin entfpriht. Vergl. A. Bürd, die Neifen des Marco Polo. Lpzg. 1845. 


Die Ueberfeßung des Reifeberichtd des Binjamin ift nad) der Ausaabe in hebräifcher Sprache 


Mon Lugduni Batav. 1633 in 16° apud Elzevirios gemadt, die Namen der Länder und Städte, 
wo ed möglich war, nad) dem jebigen Benennungen gegeben; Die Namen der im Berichte erwähnten 237 
gelehrten Juden an den einzelnen Orten nicht beſonders aus dem hebr. Original wiedergegeben. Manche 
vielleicht mährchenhafte Ausſchmückung muß wie bei Marco Polo durch den Zeitgeift des XIL Jahrhdts. 
entjchuldigt werben; ſowie auch die beinahe ausſchließende Rückſicht auf die Verhältniffe der Juden in der 
Diaspora in der eigentlidhen Aufgabe Des Verfaſſers urſprünglich fhon gelegen war. Die Aufzählung 
der in den einzelnen Ländern und Städten der Diaspora lebenden Juden ift übrigens immer nur annähernd 
zu nehmen, wenn auch der Verfafjer aus Vorliche für feine Glaubensbrüber dad Maximum genommen 
haben mag. Endlich mas die Wegmaafe angeht, fo kann die Tagretfe zu Land zwifchen A und 5 
Parafangen; die Barafange zu 4 Meilen; die Meile zu 8 griehifchen Stadien; das griechiſche 
Stadium zu 250 hebräiſchen Ellen; endlich die große hebr. Elle zu 48 Daumeribreiten und Die 
kleine hebr. Elle zu 24 Daumenbreiten, wobei die Daumendreite Yz größer als die Fingerbreite 
beitimmt, ift, berechnet werden. Wohl darf es oft fcheinen, daß der Verf, fein während eines Tages 
zurüdgelegted Wegmaaß ald 1 Tagreife angeſehen wiſſen will. 


⸗ 


Reiſen des Rabbi Rinjamin feel. 


Vorrede des Herausgebers. 


Dieſes Buch entſtand aus den Erzählungen eines Mannes aus Navarra, mit Namen R. Bin- 
jamin Jonah's Sohn feel: von Tudela. Auf feinen weiten Reiſen durchzog er äußerſt viele und entfernte 
Länder, wie es nachher mit feinen eigenen Worten erzählt werben fol. Wohin ihn immer der Weg führte, 
jchrieb er Alles auf, was er felber fah und von glaubwürtigen Männern hörte, deren Ruf bereit big 
nad) Spanien gedrungen war. Zugleich erwähnt er viele Große und Fürften, Die an verjchiedenen Orten. 
ſich aufhielten. Bei feiner Heimreife brachte er dieſen ganzen Reiſeſchatz mit fi nach Neu-Kaftilien im 
Jahre 4933 (d. i. 1173 n. Chr.) 

Uebrigend war ber erwähnte R. Binjamin ein fehr jcharfjinniger und gelehrter Mann, fo wie 
gründlid) unterrichtet im Geſetze. Spätere Reifende, die über Lie von ihm mitgetheilten Nachrichten fich 
jorgfältig an Drt und Stelle erfundigten, haben die Ueberzeugung von der Wahrheit feiner Berichte ge 
wonnen; denn er liebte die Wahrheit. 


53 ſpricht N. Binjamin, des Jonah's Sohn feel.: 
1) Reifen durch Europa. 


Anfangs Brad) ich auf aus der Stadt Saragoffa und Idiffte den Ebro abwärts nad ‚Tor: 
toſa; von dort gelangte ih in 2 Tagr. nad) Taragona, einer Alten Stadt, von ben alten Rieſen und 
‚Griechen erbaut, ohne ähnliche Formen der Banfunft in ganz Spanien, am Meere gelegen. Nach 2. 
Tagr. Iandete ih in Barcellona, wo fidy eine Judenſchule und viele. Gelehrte finden. Die Stadt ft 
Hein Doc, gefhmadvoll, am Meere gelegen. Des Handels wegen jtrömen hier von NWlerorts Handels: 
Tente aus Griechenland, Piſa, Genua, Eicilien, Alegandrien in Aegypten, Baldftina und den benad): 
barten Läudern zufammen. Und von da in 1!/z Tagr. Fam ich nad Gerona, wo eine Feine Judenſchule : 
dann nah 3 Tagr. nah) Rarbonne, welche Stadt dem Geſetze voriteht und von mo aus die Werord- 
nungen allerjeit3 ausgehen. Hier finden fid) große Gelehrte mit einer Akademie und vielen Studenten. 
Die Zahl der Juden beträgt 300. Von da nad der Stadt Beziers in 4 Yarajg., wo aud) eine gelchrte 


6 


— — — — — 


Schule. In 2 Tagr. kam ih nah Montpellier, einem Handelsplatze, 2 Parafg. vom Meere, wo chriſt⸗ 
liche und mohammebanifche Handelsleute aus Portugal, der Lombardei, dem Kirchenftaate, Aegypten, Paldftina, 
Griechenland, Franfreih, Spanien, England, Pifa, Genua, Leute von allen Sprachen. Auch bier find 
viele jehr gelehrte Juden, darunter ſehr reiche, aber auch jehr wohlthätigee Davon liegt Lunel 4 Paraſg. 
entfernt, wo eine Schule von 300 Juden und ein äußert fleißiged Bibel- und Talmudſtudium. Von allen 
Seiten firdmen Schüler bier zufammen, die während ihres Studiums unentgeltlich verpflegt werben. Die 
Stadt liegt 2 Parafg. vom Meere entfernt und ebenjo 2 Parafg. von Beancaire, einer fehr großen 
Stadt mit 40 Zuden und einer berühmten Afademie mit dem, berühmten Lehrer R. Abraham, Davidsfohn, 
der fehr reich, arme Studenten in feinem Haufe unterrichtet und unentgeltlid unterhält, und noch andern 
Lehrern. 3 Paraſg. Davon liegt Nogres, genannt Bourg de St. Gilles, mo eine Schule von 100 Juden 
und vielen Gelehrten. Auch diefer Platz ift von Handeldleuten aus allen Gegenden jehr befucht, Tiegt am 
Rhone, 3 Meilen vom Meere entfernt; dafelbit ift der Fürft R. Abba Mari, Nentmeifter des Grafen 
Raimond. 3 Parafg. find bis Arles, wofelbft 200 Juden mit vielen Gelehrten. Endlich nach einer 
Neife von 3 Tagen Fam ih nah Marfeille, wo zwei Schulen von 300 Juden mit vielen Gelehrten 
fih finden; Die eine liegt unten am Meere, Die andere auf der Höhe mit einer Akademie. Dieſe Seeftadt 
ift ein außerordentlicher Handelsplatz. Hier befteigt man ein Schiff nah Genua. Diefe Stadt erreicht 
man nad A Tagen. Dieje Stadt ift mit einer Mauer umgeben, gehorcht feinem Könige, fondern nur 
Senatoren, die das Volk fih wählt. Die Bürger haben an ihren Käufern Thürme, von wo aus bei 
Streitigkeiten fie einander befriegen. Sie beherrfchen Das Meer und mit Schiffen, Die fie Galeeren nennen, 
führen fie Raubzüge aus, deren Beute fie in die Stadt zurüdbringen. Sie liegen im Kriege mit den 
Einwohnern Pifa’s, wovon fie 2 Tagreijen entfernt find. Dieſe Stadt ift fehr groß und mit 10,000 
befeftigten Häufern verfehen, von wo aus fie ihre Bürgerkriege führen. Die Bürger find fehr tapfer, weß⸗ 
halb fie Feine Könige Lieben, fondern nur jelbft gewählten Magiftraten gehorchen. Dafelbft find gegen 20 
Juden. Die Stadt hat feine Mauer, liegt A Meilen vom Meere, wohin aus dem Fluſſe, der durch die 
Stadt fließt, die Schiffe den Fluß hinab» und zurüdgehen. A Parafg. davon liegt Yucca, mwofelbft gegen 
40 Juden, eine große Stadt. 6 Tagr. davon liegt Die jehr große Stadt Rom, die Hauptftadt des Reichs 
der Ghriften. Hier finden fid) gegen 200 Juden, Männer von Anfehen, die Niemand Steuer zahlen, aus 
denen auch der Papft Al-vander II. (1159—1181 n. Chr.) der Landesherr und das Oberhaupt der Reli: 
gion der Chriften, Diener angenommen hat. Daſelbſt finden fich fehr weife Männer, von denen R. Ichiel, 
ein ſehr fchöner und feingebildeter Mann, KHausmeifter am. päpftlichen Hofe if. Er ift der Enkel des 
berühmten R. Nathan, der den Aruch mit Erklärungen fehrieb. Das Oberhaupt der jüdifchen Akademie 
ft NR. Menahem. Uebrigens befteht Rom aus zwei Theilen, die der Tiberfluß theilt und die man von 
beiden Ufern gut überſehen Fann. In dem einen Theile liegt die große Kirche, Die man nennt zum hl. 
Peter in Rom; wofelbft auch der Palaft des großen Julius Cäfar mit vielen Gebäuden und Arbeiten, die 
ganz verjchieben von denen in den übrigen Ländern find. Diefe Stadt, zum Theil verödet, zum Theil 
bewohnt, hat im Umfang 24 Meilen, enthält 80 Baläfte von 80 Königen, die groß im Gefeße, zufammen ” 
Kaiſer genannt werben, von der Regierung des Tarquinius an bis zur Regierung des Pipin, Karls Vaters, 
welcher zuerft Spanien den Arabern entriß und fi unterwarf (732. n. Chr.). Auch ift dort außer der 
Stadt der Palaft des Titus, welchen 300 Senatoren deßwegen nicht empfangen wollten, weil er ihren 
Befehlen nicht nachgefommen, indem er Sjerufalem erft nah 3 Jahren eroberte, nachdem ihm nur die Beit 
-von 2 Jahren geftattet war. Auch ſieht man dort einen Palaft des Königs Vespaſian von ungeheurem 


n 


7 


Umfange und dauerhaften Baue, und des Königs Galba, in welchem fi 360 Gemaͤcher finden, welche ber 
Zahl der Tage des Jahres entjprechen. Der Umfang befaßt 3 Meilen. Bei einem Bürgerfriege fielen in biefem 
Palaſte fiber 100,000 Leichen, deren Gebeine bis jetzt noch Dort aufbewahrt find. Der König ließ auch in 

Bildhauerarbeit den ganzen Krieg auf allen Seiten barftellen, Schlachtorbnung gegen Schlachtordnung, in dem 
Menfchen und ihre Roffe und Waffen in Marmor ausgemeifelt find, um fo der fpätern Nachkommenſchaft 
das Andenken daran zu erhalten. Auch findet fih dort in einer unterirdifchen Höhle das Gemälde eines 
Königs und einer Königin auf dem Throne, umgeben von 100 Großen des Reiches. In der Bafilika 
des HI. Johannes im Lateran naͤchſt deſſen Bilde find zwei Aäherne Säulen, Salomons Werk, darauf 
die Worte eingegraben ſiud: „Salomon, Davids Sohn.” Auch erzählten mir die dort wohnenden Juden, 
daß alle Sahre am 9. Juli Schweiß, wie Waſſer hervordbringe. Dort tft auch die Höhle, wo Titus Die 
hl. Gefäße des Tempels zu Jeruſalem verbarg. Eine Krypta auf dem Berge am felbigen Ufer der Tiber 
umfchließt die Leiber von 10 frommen Juden, die gemartert wurden. Dem Lateran gegenüber ift. abgebildet 
Simfon, der eine fleinerne Kugel in der Hand hält, und Abjalon Davids Sohn und ber König Gonftantin, 
der nach feinem Namen Gonftantinopel erbaut hat. Sein Bild und das feines Roſſes ift aus Erz gegoffen und 
vergoldet. Ueberdieß enthält Rom Gebäude, die man nicht aufzuzählen vermag. Bon Rom nah Gapua 
hat man 4 Tagreifen; es ift eine große Stadt, welche der König Kapis gebaut haben foll, von feltener 
Pracht, aber befibt nur jchlechtes Wafler, wodurch Sehlgeburten entftehen mögen. Dafelbft find 300 Juden, 
darunter viele Gelehrte, darunter der Fürft R. David. Dann ging ed nad Pozzuoli was Sorrento 
heißt, eine große Stadt, die Sinfanhabareger erbaute, der aus Furcht vor dem Könige David geflohen 
wor. Das Meer befpült fie von zwei Seiten. Auch heutzutage fieht man noch öffentliche Pläße und 
Thüren in Mitte der Stadt. Auch quillt dort eine Ouelle -mit Steinöl aus dem Meere, welches man 
auf der Oberfläche des Waſſers fammelt und zu Heilmitteln verwendet. Auch gibt es dort heiße Quellen 
am Ufer bed Meeres. Merfwürdig find zwei Bäder, welche jeder Art Krankheiten Heil bringen. Im 
Sommer finden ſich dort vielerlei Kranfe aus der Lombardei ein. Nun folgt ein Weg von 15 Meilen 
unter dem Gebirge hindurch. Romulus, der Rom erbaute, fol auch Diefen Bau ausgeführt haben, aus 
Furcht vor dem Könige David und feinem Feldheren Joab. Anderes baute er noch über und unter dem 
Gebirge. Neapel, eine jehr fefte Stadt am Meere, ift von den Griechen erbaut. Dort find 500 
Juden. Eine Tagreife davon ift Salerno, mit einer berühmten mebizinifchen Schule für Ehriften und 
600 Juden. Die Stadt ift nad) dem Meere offen, nad ber Landjeite mit einer Mauer umgeben und 
befigt auf einem Felſen ein fehr feftes Caſtell. Ginen halben Tag davon ift Amalfi entfernt, mit 20 
Juden. Die Einwohner find Handeldleute, Die das Land nicht bebauen, fondern was fie bedürfen fich 
. Taufen, indem fie auf den höchften Gebirgen wohnen. Deßohngeachtet haben fie Ueberfluß am Gewächs bes 
MWeins, Dels, der Gemäß: und Obfigärten. Man fängt mit ihnen feinen Krieg an. Nach einer Tagreiſe 
kam ich nach Bavento, einer großen Stadt am Meere und auf einem Berge gelegen, mit 200 Juden. 
In 2 Tagr. kam ich nach Melfi in Apulien, wo viele Bohnenfrucht gebaut wird, mit 200 Juden. Bis 
nach Aſcoli iſt eine Tagr.wo 40 Juden; von da bis Trani find 2 Tagr.; die Stadt, ſchoͤn und groß, 
liegt am Meere, wo die Wallfahrer nach Jerufalem fi fammeln, da der Hafen äußerft bequem ift, mit 
200 Zuben. Eine Zagr. davon liegt St. Riccolo de Bart, ehebem eine große Stabt, Die Wilhelm, 
König von Sicilien, zerftörte. Sie ift ald Ruine unbewohnt. Bon da nah Taranto iſt 14, Tagr. 
Hier fängt Galabrien an. Die Stadt wird von Griechen bewohnt, mit 300 Juden. Bon da nad 
Brindifi it 1 Tagr., welches am Meere liegt, mit 10 Juden, die Faͤrber find. Bon da nad Otranto 


& 


And Z Tagr.; ed iſt am Üeever gelogen unter griechifcher Herrſchaft und mit 500 Juden. Bon bier aus 
fommi man zw Schiffe im 2 Zagr. nad) Korfu, wo nur 1 Jude wohnt, weldyes noch zum Sönigreiche 
Sieilien gerechnet wirt. Davon it Arta 2 Tagr. zur See autfernt, wo das Reich des griech ſchen Könige: 
Manuel (1143-1180 n. Chr.): beginnt, ein. Flecken mit 100 Juden. Von Da wieder nad Achelous 
fi 2 Tagr., wo 10 Juden, und von da wieber nad) Anatolifa !, Tage, welches an dem Meeresarme 
Begt. In einem Tage gelangte id) zur See nach Batras, der Statt des griechijchen Königs Antipater, 
eines Der 4 Könige, Die nach Alegander d. Gr, regierten. Hier finden ſich große und alte Gebäude und 
50. Juden. In 12. Tag zur See gelangt man nach) Lepanto, wo am Meeres-Ufer 100 Juden wohnen; ; 
von da in 12 Zagen nach Kriſſa, wo auf dem Berge Parnafjus 200 Juden allein wohnen, -die au 
ihre eigenen Selder Bauen. Daven liegt 3 Tagr. Korinth mit 300 Juden entfernt; von wo aus ich im, 
8 Tagr. na Theben fan, mit 2000 Juden, welche die beiten Arbeiten in Seide und Purpur im ganzer 
griechiſchen Reiche fertigen. Hier. rd aud Die größten jüdischen Gelehrten im griechiſchen Reiche, mit 
Ausnahme der. von Conſtantinopel. Von da ift 1 Tagr. nad) Negropont. am Meere, wo Handels: 
teute aus allen Gegenden. ſich finden, mit 200 Juden. Von da ift 1 Tagreife nad) Jab uſt riſſa, einer 
Seeſtadt mit 100 Juden, und von da 1 Tagr. nad) Rabenika mit 100 Juden, und von ta 1 Tagr. 
nad. Zeitun, mit 50 Juden, wo auch die Walachei anfängt, deren Bewohner Walachen heißen und das 
Bebirge bewohnen. An Schnelligkeit gleichen fie den Neben, wenn fie von ihren Gebirgen berabfteigen, 
um die Gegenden der Griechen zu plündern. Niemand darf fie zum Kriege herausfordern und Fein König 
vermag fie zu bändigen; fie leben nicht nach, chrütlicher Zitte; geben den Ihrigen jüdiſche Namen; weßhalb 
man fie für ehemalige Juden hält, während fie jelber Die Juden ihre Brüder nennen jollen. ‚Immerhin 
plündern fie auch tie Juden, doch tödten fie Diejelben nicht, wie dieß den Griechen geſchieht. Sie wifjen 
nichts von Gefegen.. Bon Hier aus kam ich in 2 Tage. nah Gardicki, einer faſt zerftörten Stadt, 
wo wenige Juden und Griechen wohnen; von.da aus in 2 Tagr. nad) Armiro, einer großen Sees: und 
Handelsftadt, Die von Kauflenten aus Venedig, Piſa, Genua bejucht wird, mit 400 Juden. Die Gegend 
iſt eben. Eine Tagr. davon liegt Biſſina mit 100 Juden. Nah 2 Tagr. auf der See landete ih in 
Salunki, welches Seleufus, einer der 4 Könige aus Aleganders d. Gr. Nachfolgern erbaute, eine fehr 
große Stadt, wo 500 Juden wohnen, Die m R. Samuel ihren eigenen Stadtvogt haben, der unter dem 
Könige ſteht. Die Juden treiben Gewerbe In 2 Tagr. gelangt man nad Mitrizzi, mit 20 Juden; 
von da in 2 Tagr. nah Drama mit 140 Juden; von da in 1 Tagr. nad Chriftopoli mit 20 Juden; 
von da in 3 Tagr. nach. der. Seeftatt Abido; von da weiter Dur) Das Gebirg nad dem großen Eon: 
ftantinopel, der Hauptitabt aller griechischen Länder, der Nefidenz des Kaiſers Manuel, dem dienftbar 
12. Könige find, deren jeder in Konſtantinopel feinen eigenen Palaſt hat. An ihrer Spike ftcht der König, 
der ben Namen. magnus. Präpositus hat; ber 2te heißt ueyas dousorixds; der 3te Dominus ; 
der Ate usyas dexus ; der dte ueyas vrxovouos.: Die übrigen Namen find Diefen verwandt. Gonftanti- 
nopel hat 18 Meilen im Umfange- und befteht aus zwei Hälften, von Denen Die eine vom Meere umjpült 
wird, die andere auf dem Feftlande liegt. Zwei Meerarme, der eine aus Rußland Eommend, der andere 
aus Spanien begegnen ſich bier. Kaufleute aus Babylonien, aus ganz Mefopotamien, Baläftine, Medien, 
Perſien, aus ganz Aegypten, Rußlaud, Ungarn, Peſtinki und Budia, Lombardien und Spanien, finden fich 
bier ein und verurfachen ein ungeheures Getümmel, jo Daß mit Ausnahme von Bagdad feine Stadt weiter 
biefer gleihlommt. Hier findet fich der. Tempel der Sophia und der Papft der Griechen, die mit der 
Religion des römijchen Papftes nicht zuſammenſtimmen. Heiligthümer gibt es bier fo viele ald Tage 


3 ‚ 


— — 


im Jahre. Die Kirchenſchaͤtze betragen eine unzaͤhlbare Summe Geldes, welche von allen Gegenden bier in 


Thürmen und feſten Pläßen aufgehäuft werden, wie nirgendswo anderſt auf Erden. Im Innern des 


Tempels ficht mau goldene und filberne Säulen und unzählbare Candelaber. Auch jieht man hier einen 
Platz, we der König dar Schauſpielen beiwohnt, anſtoßend an feine Refibenz, Hippodrom genannt, woſelbſt 
er jeved Jahr am Geburtstage Yefa des Nazavenerd ein grpßes Schaufpiel aufführen läßt. Auch werben 
bier vor dem Könige und der Königin: vorgeftelt alle Arten des Menfchengejchlechts mit allen Arten. non 


Bauberei, fowie Löwen, Bären, Pardel, wilde &fel nud auch Bögek zum gegenjeitigen Kampfe vorgeführt — 


ein Schaufpiel, wad nirgends zu ſehen if. Der König Manuel hat au, außer dem Palafte feiner Bor 
gänger, fich noch einem ſolchen am Meere gebaut, Blachernäͤ genammt, und die Säulen und deren Schmud 
mit reinem Gold und Silber fiberzogen und barauf Die früheren Striegsthaten, fowie die feinigen eingraben 
laffen. Sein Thron dafelbſt ift aus Gold und Grelfteinen; über den Throne hängt an einer goldenen 
Kette eine goldene Krone berab von gleihem Umfange mit dem Thronſeſſel, mit &delfteinen, von unfchäps 
basem Werthe bededt, deren Feuer auch Nachts ohne eine Lampe des Könige Gemad) erleuchtet. In biefe 
Stadt fließt alles Einfommen aus dem ganzen griechischen Reiche zufammen, womit Thurmgemwölbe angefülkt 
werben; wozu noch feibene Purpurgewänder nnd &old kommen. Gebäude und Schäbe der Art und in 
dieſem Maaße kann man nirgends finden. Die Zahlungen, weldye nur die Stadt angehen, theild aus der 


Bermiethung der Gafthöfe, theild aus dem Verkauf von Marftplägen, theild aus den Kaufwaarenzölles, 


follen täglid) 20,000 Golpftäde betragen. Uebrigens find die Ctabtbewohner fehr reih an Gold und 
Edelfteinen, tragen jeidene Unterfleidver und darüber goldgewirkte buntfarbige Gemwänder, fo daß fie zu 
Pferde den königlichen Prinzen gleihen. Die Umgegend ift eben, reich an den koſtbarſten Früchten, übers 
fließend von Brod, Fleifcdy und Wein, wie. uirgents es fo vorkommt. Die Bürger find auch in ber 
griechiſchen Literatur gut bewandert und efjen und trinfen jeber unter feinem Weinftode und Feigenbaume, 
Aus allen fremden Nationen, die fie Barbaren nennen, miethen fie fi) Soldaten, Die nit dem Sultan, 
dem Könige der Turkomanen, auch Türken, Krieg führen müffen, indem fie felber ohne Kriegsmuth cher 
MWeibern ‚gleihen. In der Stadt aber wohnen eine Juden, die über den Meeresarm hinübergewiefen 
find, jo daß fie,auf Schiffen kommend, Handel mit den Städtern führen können. Dort finden fi) 2000 
vabbanitiſche Juden und 500 Faraitifche, zwiſchen deren Schülern eine Scheidewand aufgeführt if. Nebft 
berühmten Lehrern finden fich unter den Juden Setdenarbeiter, Kaufleute und Banguierd. Seinem Juden 
iſt es erlaubt zu reiten, ausgenommen dem R. Salomon, Leibarzt des Königs von Aegypten, durch welchen 
bie Juden in ihrer Verbannung großen Troft gewinnen. Am meiften haben die Juden von den Gerbern 
miszuftehen, die ihr Schmutzwaſſer vor die Thüren ber Juden. binfhütten und fie verunveinigen. Ohne 


Unterjchied find fie den Griechen verhaßt, die die ganze Welt gegen fie aufreizen, anf den Straßen fie 


fhlagen und in Barter Sklaverei fie Halten. Doc find bie reichen Juden rechtichaffen, barmherzig und 
halten firenge am Geſetze, mitten im Elende der Verbannung. Der Wohnort der Juden heißt Pera. 
Bine Reife zur See von 2 Tagen bringt nach Robofto, wo ſich 400 Juden finden. In 2 Tagr. kam 
ich nad Gallipoli, mit 200 Juden; von da in 2 Tagr. nach Kil ia mit 50 Juden; von da in 2 Tagr. 
nah Mittlene, einer Infel, wo Die Juden 10 Synagogen beitpen; von da in 3 Tagr. nach Chio mit 
400 Juden. Hier fommen Bäume vor, von denen man ben Maitig fammelt; von da in 2 Tagr. nad 
Samos, mit 300 Juden; überhaupt finden fich auf diefen Inſeln viele Juden. Bon da Iandete ich am 
Bten Tage in Rhob 03, mit 400 Juden; von ba in 4 Tagen in Eypern, mojelbft rabbanitifche Juden 
fi finden, aber auch Teberifche, bie cypriſche oder epifureifche heißen. Diefe werden überall egfommunizixt, 
indem Re Die Nacht vor dem Sabbath nicht feiern, wohl aber bie vor dem erſten ee 


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2. Reiſen durch Aſien. | Ko 


In 2 Tagr. fam ich dann nad) Korykus, dem Anfange des chriſtlichen Reiches von Armenien. Hier 
beginnt das Reich des armeniihen König Zoros, dem dad Gebirge gehört und welches bis Dochia und 
das turfomanifche Gebiet fidy erftredt. Von da kam ich in 2 Tagr. nah Malmiftras oder Tarfis, am 
Meere gelegen, welches noch zum griechifchen Reiche gerechnet wird ; von ba in 2 Tagr. nady dem großen 
Antiochien, welches an dem Zluffe Pir Liegt, (welcher auch der Fluß Jabbof), der vom Libanon aus dem 
Lande Hamath kommt. Dies ift jene große Stadt, welche der König Antiochus gebaut hat; über ihr 
ragt ein hoher Berg empor, mit Mauern umſchloſſen, auf deſſen Gipfel eine Duelle fi) findet, welche ein 
Auffeher Durch unterirdifche Leitung in die Wohnungen der Angefehenften der Stadt vertheilt. Die Stadt 
ift ſehr befeftigt und gehört dem Fürften Poitevin und feinen Anhängern. Hier finden ſich einige Juden, 
die Glas mahen. Von da kommt man in 2 Tagr. nad) Lega oder Latachia mit 200 Juden; von da 
in 2 Tagr. nah Gebal odet Baalgad am Libanon. Daran gränzt das Volk der Aſſaſſinen, die den 
Islam nicht: annehmen, fondern einen gewiljen Carmat ald Propheten erkennen. Diefem geborchen fie 
unbedingt auf Leben und Tod und beißen ihn den Herm der Elhaſchiſch. Er ift ihr Senator, ihm gehorchen 
fie in allen häuslichen und öffentlichen Angelegenheiten. Der Hauptort dieſer Bergbewohner ift Kadmos, 
ehemals Kedemoth im Reiche Sihons gelegen. Dieje Gebirgsleute bleiben einander unverändert getreu nad) 
dem Worte ihre8 Senators; find aber den Auswärtigen zum Schreden, deren Könige fie zerfägen. Das 
Gebiet dieſes Volkes wird in 8 Tagr. durchwander. Sie führen auch Kriege mit den GChriften, die 
Franken heißen, und mit dem Könige von Tripoli, welches auch das Tarablus von Syrien heißt. In Diefer 
Zeit (1157 n. Chr.) wurde Tripoli8 von einem Erdbeben zerftört, und viele Juden und Nichtjuden durch 
den Einfturz der Häufer und Mauern getödtet. Gleiches Unglück traf auch in derjelben Zeit Palä- 
ftina, wo mehr ald 20,000 Menſchen den Tod fanden. Bon Dort ift eine Tagr. ein anderes 
Gebail entfernt, an der Grenze der Ammoniter, mit 50 Juden, im Reiche der 7 genuejer Patrizier, Deren 
Fürft Julianus Embriaco ift. Hier hat man Ruinen eines Tempels der Ammoniter gefunten mit dem Goͤtzen⸗ 
bilde derſelben, welches auf einem ſteinernen aber mit Gold überzogenen Throne ſaß, dem rechts und links 
eine Frauensperſon zur Seite ſtaud und vor ihm ein Altar, auf dem die Ammoniter ihm opferten und 
raͤucherten, mit 200 Juden. Die Stadt liegt am iſraelitiſchen Meere. Von da nach Beyrut oder 
Beeroth find 2 Tagr., wo 50 Juden. In 1 Tagr. fam ich nach Saida d, i. Sidon, eine große Stadt 
mit 50 Juden. Obngefähr 10 Meilen davon lebt ein Volk, welches mit den Sidoniern immer Krieg 
führt und Druszen, heißt, das heidniſch und gottlo8 gefchildert wird. Dasſelbe bewohnt das Gebirge 
ohne Geſetz und Oberhaupt und reicht 3 Tagr. weit bis an den (großen) Hermon. Sie! Tennen nicht 
Blutfehande, indem fie ihre eigenen Töchter zur Ehe nehmen und an einem beftimmten Feſttage im jahre 
fommen Männer und Frauen zu einem gemeinfchaftlihen Mahle zufammen, wo dann jeder Mann feine . 
Frau gegen eine andere austaufcht. Auch behaupten fie, DaB die Seele eines vechtichaffenen Menfchen im 
Sterben in den Leib eines Kindes fährt, dad im nämlichen Uugenblide des Todes geboren wird, währenn 
die Seele des ſchlechten Menfchen in dem Leibe eined Hundes oder Laftthiered ihren Pla nimmt. Das 
ift ihre Verfehrtheit. Unter ihnen wohnen Feine Juden, obwohl fie Diejelben lieben, welche fie Des Gewerbs⸗ 
fleißes und Handels willen bejuchen, doch immer wieder heimgehen. In ihren Gebirgen übertreffen fie an 
Schnelligkeit des Laufe Alles; auch wagt man nicht, mit ihnen Krieg anzufangen. In 1 Tagr. fam ich 
dann nah Neutyrus, eine pradhtvolle Stadt, die innerhalb einen Hafen befigt, wo Schiffe zwiſchen 
zwei Thürmen landen. Nachts wird der Hafen mit einer Kette gejchloflen, fo daß fein Schiff ſich entfernen 


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und auch Niemand von den Schiffen ’etwad megbringen kann. Nirgends findet fi) ein Hafen mit einer 
folchen Ein: und Ausfahrt. Hier wohnen 400 Juden, darunter viele Kenner des Talmuds. Die Juden 
treiben auch Schifffahrt. Hier wohnen auch die Künftler, welche ausgezeichnetes Glas bereiten, welches 
imter dem Namen des Torifchen befannt und Außerft geihäßt ift. Auch gibt es hier ausgezeichneten 
Purpur. Wenn man die Mauern von Neutyrus befteigt, fieht man noch das Fronenfpendente Alttyrus 
(Sefaj. 23, 9), begraben im Meere, in der Entfernung eines Steinwurfes; und wollte Jemand mit einem 
Nahen zur See dahin gelangen, fo könnte er in der Tiefe die Thürne, Marktplätze, Straßen und Paläfte 
davon erkennen. Uebrigens ift Neutyrus ein Handelsplatz für alle Nationen. In 3 Tagr. kam ich nad) 
Acres, d. i. Acco, fonft gelegen an ber Brenze des Stammes Aſcher und der Anfang von Paläftina, 
am Meeresufer gelegen mit einem bequemen Hafen, wo Alle landen, weldye zur Löſung ihres Gelübdes 
nach Jeruſalem wallfahrten. Die Stadt Durchfließt der Nahar el Kelb (Nachal Kedumim); tafelbft wohnen 
200 Juden. Davon tft entfernt Khaifa oder Gath Hachefer 3 Parafg., anftoßend auf Der einen 
Seite an den Berg Garmel. Am Fuße Diefes Berges fieht man viele Gräber Der Juden, auf dem Berge 
aber die Höhle des Propheten Elias, wojelbft zwei Chriften eine Kirche zu Ehren bes HI. Elias erbaut 
haben. Auch erblidt man auf der Spitze des Berges noch die Ueberreſte des Altars, weldyen Elias zur 
Zeit des ifraelttifchen Königs Ahab erbaut hatte, defien Freisrunder Raum gegen 4 Ellen mit. Am Fuße 
des Berges flieht der Fluß Kifchon. Davon ift Kephar Tanchum oder Capharnaum 4 Parafg. entfernt, 
ein Ort des Trofted, der den Carmel beim erften Anblide zu übertreffen ſcheint. In 6 Paraſg. kommt 
man nach Gaefarea oder das Gath der Philiftäer, wo 10 Juden und 200 Kuthäer oder Samaritaner 
wohnen. Die Stadt ift fehr jchön gebaut, liegt am Meere, das Werf des Imperators und Königs Gäfar, 
der fie Caeſarea benannte. 2 Tagr. davon kam ich nah Kakın d. i. Kella; da ich feine Juden fand, 
erreichte ich während des andern halben Tags St. Georg, das fonft Luz geheißen, wo id) einen einzigen 
Juden, der Wolle färbte, traf. Von da aus gelangte ich in einer Tagr. nah Sebaſte, das fonft 
Samaria hieß, wo man noch Ruinen des Föniglicyen Palaftes Ahabs, findet. Es war fonft eine ſehr 
befeftigte Stadt und ift mit Quellen verfehen. Die umliegende Gegend ift vortrefflich bemäflert, ift reich an 
Gemüß⸗, Obftgärten, Weinbergen, Delpflanzungen; doch von feinem Juden bewohnt. Zwei Paraſg. davon 
liegt Nablus, fonft Sichem genannt, auf dem Gebirge Ephraim; auch hier finden fich Feine Juden; es 
liegt im Thale zwilchen den Bergen Gartzim und Ebal, mit 100 Kuthäern, Die blos das Geſetz Mofis 
beobadhten und Samaritaner heißen. Sie haben Priefter aus der Nachkommenſchaft des hohen Briefters 
Aaron und heißen fie Aaroniten, weldhe mit den Kuthäern Feine Ehe "eingehen, fondern nur ſich unter 
einander verheirathen, um fi) nicht mit ihnen zu vermifchen. Doch find fie Priefter noch nach ihrem 
Geſetze und verrichten Dank: und Brandopfer Bei den Verjammlungen auf dem Berge Garizim; wie es 
auch im Geſetze gefchrieben fteht: „Um wirft legen den Segen auf Sarizim.” Deut. 11, 29; weßhalb fie 
auch behaupten, daß hier eigentlich das Heiligtum Iſraels fei. Ste bringen Branbopfer fowohl am 
Dfterfefte, ald andern Fefttagen auf einem Altare dar, der auf dem Berge Garizim aus jenen Steinen 
“errichtet fein fol, die die Sfraeliten nach) ihrem Durchgang durch den Jordan unter Joſua Dort aufgerichtet 
hatten. Sie behaupten vom Stamme Ephraim abzuftammen und befißen in ihrem Bezirfe dag Grab 
Joſephs, des Sohns des Patriarchen Jakob, wie gefchrieben ſteht: „dann begruben die Sfraeliten Die Gebeine 
Joſephs, die fie aus Aegypten mitgebracht hatten, nad) Sichem.“ Joſua 24, 3%. Cie haben nicht die 
3 Buchftaben des Alphabet 7 (He), m(Cheth) und y (Mjin), und zwar nicht J im Namen unfered Vaters 
Bean (Abraham), kennen nicht das Wert 7 (Ehre); ebenfo nicht m im Namen des Patriarchen —XR 
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(Jischaq), Jo auch nit Bad Wort Om (Gnade); jo auch nicht Das y im Namen Des Patriarchen 
Spy" (Jakob), Daher nidt Das Wort MUYy (Sanftmuth).. Dafür bedienen fie ſich nur des x (Aleph) 
und beweiſen Dadurch, daß fie Feine Nachkommen der alten Iſraeliten find, indem fie das Geſetz Moſis ohre 
diefe 3 Buchſtaben annehmen. Sie nehmen fich fehr in Acht vor jeber Verunreinigung buch Berührung 
von Leichnamen, Bräbern, Menſchenknochen. Ihre Werktagskleider ziehen fie aus, ba wo fie in ihre 
Synagogen gehen, waſchen ihren Leib und ziehen Selttagskleider an. Auf bem Berge Garizim finden fich 
Quellen und Lußgärten; Dagegen ift der Berg Ebal Dürr, wie Steine und Zelfen. Zwiſchen beiden 
Bergen fieht man im Thale Sihem. Von da liegt A Parafg. entfernt Gilboa, was die Chriften Monte 
Gelbon nennen, in einer äußert Darren Gegend. In 5 Parafg. kommt man von da in Das Thal Ajalon, 
was die Ghriften Val de Luna nennen, In 1 Paraſg. gelangt man an den Berg Moria, nad Gran 
David oder ter großen Stadt Gibeon; wo aber Feine Juden find. Von da find 3 Barafg, nad Jer u⸗ 
falem, einer kleinen Stadt, mit 3 Mauern befeftigt. Sie wird bewohnt von Zafobiten, Syrern, Griechen, 
Georgianern amd Franken, jo zu jagen von allen Nationen. Den Plab, der hier fehr geeignet zu Zärbeveien 
iR, pachten die Inden jährlid dem Könige ab, damit Niemand anderer dies Geſchäft dafelbft ausübe. 
Hier gibt es 200 Inden, welche in einem Winfel der Stadt unter dem Thurme Davids wohnen. An 
dieſem ficht man nod) die alten Grundmauern, die unfere Väter gebaut habfı, Bis zu 10 Ellen Höbe; 
das Uebrige bauten. die Araber; wohl ift er das feſteſte Gebäute der Stadt. Dafelbft. find auch zwei 
Hoſpitäler; aus Dem einen daſelbſt ziehen 400 Ritter in den Krieg; dort finden auch alle Kranken volle 
Kändige Berforgung während der Krankheit und nad dem Zone Begräbniß. Eines davon heißt das 
Hoſpital Salomons (es ift der von Salomon erbaute Palaft), von wo aus die 400 Nitter in deu Krieg 
ziehen, jene Ritter ausgenommen, welche aus dem Frankenreihhe und den übrigen dhriftlichen Laͤn— 
Den bommen, um ihr Gelübde hier während eines oder zwei Jahren Aufenthalt zu löſen. Hier ſieht 
maun Die große Kirche des hl. Grabes, wo das Grab des Mannes ift, weßwegen Alle dieſe Kirche befuchen. 
Serufalen bat 4 Thore, nämlidy: dad Thor Abram's, Davids, Sions und Sofaphats, gegenüber Dem -glten 
Kenrpelgebäude. An der Stelle des alten Tempelgebäudes hat der Kalife Omar, der Sohn Catabs, ein 
großes und prachtvolles Bauwerk errichtet, wofelbft Fein Bild fich findet, fondern man bejucht mur 
Dasfelbe um Dort zu beten. Gegenüber der Moſchee fieht man an der Weſtſeite noch eine der Tempel: 
mauern, die man bie Pforte der Barmherzigkeit nennt, und woſelbſt alle Juden zum Gebet ſich verkemmeln. 
Im Palafte Salomons ſieht man jeßt noch die Pferbeftälle, Die er aus großen Werfftüden erbaute, fo 
sie auch den Teich, wo man Die Opfer fchlachtete. Alle Juden jehreiben hier in die Wand ihre Namen 
ein. Geht man durch das Thor Joſaphats hinaus, fo liegt vor Die Völkerwüſte, wo fih das Standbild 
Jad Abſchalom findet, je wie das Grab des Königs Ozias und die große Duelle der Waſſer von Silon 
in Thale Cedron, woſelbſt auch noch ein Gebäude auß alter Zeit ſteht. Hier ift aber wenig Trinkwaſſer, 
fo daß die meiften Leute in Jeruſalem Gifternemmaljer trinken. Aus dem Thale Joſaphats fleigt man 
zum Delberge hinauf, indem es Jeruſalem von deri Delberge fcheidei. Vom Delberge aus fieht man bag 
todte Meer, von mo aus bis zur Salzftatue von Lots Weib 2 Paraſg. find. Durch das Ableden ber 
Statue von den Viehherden wird fie zwar geringer, Doch wächlt fie bald wieder zum nänlichen Umfange. 
And, überfieht ınan von da aus die ganze Ebene und den Schittimſtrom bis zum Berge Nebo. Vor Seru- 
falem Hegt ver Berg Sion, auf welchem, außer einer chriſtlichen Kirche, Fein anderes Gebäude gejehen 
wird. Bor Serufalem befinden fih 3 alte Begräbnipftätten ber Juden; an einem Grabe ift Die Zeit 
eingegraben. Doch verwüften die Shriften immer mehr die Gräber, indem fie Die Steine zum Haͤuſerban 


verwenden. Jeniſalem umgeben große Berge. Am Sionsberge befinden ſich Die Gräber der Davpidiſchen 
Sönigsfamilie, dech iß die Grabesſtelle unbefaunt. Bor 15 Jahren ſtürzte eine Kirchenmauer auf dem 
Berg Sion ein; ba befahl der Patriarch, von der alten Sions-Mauer die Steine zur Wieberheritellung 
der Stirche zu nehmen, Der Prieſter der Kirche ließ 20 Arbeiter kommen, welche die Baufteine aus ber 
Siond: Mauer ausbrachen. Zwei davon, nachdem fie ſich voraus mit Speifeworrath verjehen, wurden pen 
dem Aufſeher zurechtgewieſen, weil fie zu ſpät kamen; weßhalb fie fih Damit entfchuldigten, daß fie 
während ber Eſſenszeit ihrer Gameraden Die Zeit einbriugen würden. Im Ausbrechen ber Steine nun 
fanden Beide eine Höhle, die eiu Stein verſchloß; fie Prangen ein, um nach Schätzen daſelbſt zu forjchen. 
Sie gelangten an einen Saal, gebaut auf marmornen Säulen, überzogen mit Gold und Silber, da 
fanden fie vor demſelben einen Tiſch, auf welchem ein goldner Scepter und eine goldene Krone lag. Dieß 
war das Grab Davids, bes Königd von Iſrael. Links war dad Grab Salsmond und dann weiter die 

Sröber der David'ſchen Königefamilie und mehre Kiften, deren Inhalt unbefannt blieb. Als Beide in 
den Saal treten wollten, brach aus der Tiefe der Höhle ein Sturmwind hervor, der fie ohumachtig nieder: 
warf. So blieben fie bis zum Abend Liegen, wo ein anderer Wind, wie eine menſchliche Stimme ihnen 
znief: „Macht euch fort von hier!” Erſchrocken begaben fie fich zum Patriarchen und erzählten ihm deu 
ganzen Vorgang. Derjelbe ließ aus Gonftautinopel den R. Abraham, den Heiligen aus der Sekte ber 
Phariſäer kommen, (Einen derjenigen die um Jeruſalem trauerten). Dieſem erzählte der Patriarch Alles, 
was er aus dem Munde der beiden. Arbeiter gehört hatte und erfuhr durch ihn, daß dieß die Königd- 
geäber ber Kamilie Davids wären Tags darauf wollte man von ben beiden Arbeitern Näheres erfahren. 
Allein, im Bette krank liegend exrflärten fie, nicht mehr dorthin zurüdzufehren, da Gott nicht wolle, daß 
Jemand diefen Ort jehe. Der Patriarch ließ die Höhle fehliegen und unkenntlich machen. Died Alles 
bat mir ©. Abraham erzählt. In 2 Paraig. kam ich nah Bethlehem Juda, gewöhnlich Bethlehem 
ſchlechthin genaunt. '/. Meile davon iſt Die Grabftätte der Rachel, an ber Hauptftraße, aus 42 Steinen. 
nach ber Zahl ver 12 Söhne Jakobs und darüber eine Kuppel von A Säulen getragen. Hier ſchreiben 
alle vorbeireifenden Juden ihren Namen in dic Steindenftmal ein. Yu Bethlehem wohnen 12 Juden. 

Der Ort befibt Ueberfluß au Duellen, Brunnen und Bächen. Bon da nah Hebron find 6 Parafg.; 
bie Stadt, font auf Dem Berge gelegen, dit wüfte. Sun der Nähe, dem Thale der Doppelhöhle (Made 
pelah) befindet fi eime Kirche, Die die Chriſten St. Abraham nennen. Anter der Regierung der Araber 
war fie eine jüdische Erymagoge. Die Heiden machten bier 6 Gräber für Abraham, Sara, Iſaak, Rebekka, 
Jakob und Lea, zeigen fie den Reifenden und verlangen dafür Geld. Wenn ein reifender Zube dem Wächter 
den Lohn gezahlt hat, jo öffnet man ihu eine eiferne Thüre, welche aus der Patriarchenzeit ftammt und 
führt ihn mit einer brennenden Fackel durch eine erfte, zweite und weiter in eine Dritte Höhle, wo endlich 
die fech8 Gräber. der 3 Patriarchen und ihrer 3 Frauen einander gegenüber fi) finden. Ueber jedem 
Grabe if der Name davon eingegraber Man zündet Lampen an, die vor den Gräbern Tag und Nacht 
brennen. In biefer Grabhöhle fieht man auch Faͤſſer mit Gebeinen von Siraeliten, welche ihre finder 
hier begraben. Am Ende des Felbed der Doppelhöhle ift das Haus Abrahams mit einer Quelle; ein 
zweites Haus laßt man nicht mehr Daneben aufbauen. Don da nah Beth Jaberim, fonft Marefcha, 
find 5 Paraſg, wo 3 Juden mohnen; von da nad Toron de lo8 Caballeros, fonft Schunem, find 
5 Barafg., mit 300 Inden; von da kam ich in 3. Baralg. nah St. Samuel von Schilo. Die 
Schilo ift nur 2 Parafg. von Jeruſalem entfernt. Da nämlich die Chriften Ramlah d. i. Ramah den 
Mohammedanern enteifjen hatten und Dad Grab Samuels in deu Händen der Juden fanden, nahmen fie 


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die Ueberrefte Samueld aus dem Grabe, brachten fie nah Schilo und bauten dort zu feiner Ehre eine 
große Kirche. An 3 Paraſg. kam ich auf der Seite des Berges Moriah nah Peſipua, das Gibea 
Sauls, oder Geba Binjamin, wo feine Juden; von da in 3 Paraſg. nah Beth Nobi, d. i. die Prieſter⸗ 
ſtadt Nob. Mitten auf dem Wege findet man zwei Felſen, von denen der eine Boffes, der andere 
Seneh Heißt. In der Stadt wohnen 2 Juden, die Färber find. Bon da fam ih in 3 Parafg. nad 
Ramleh, d. i. Harramah, wo noch Ruinen früherer Gebäude find; was AInfchriften bezeugen. Hier, einer 
ehedem jehr großen Stadt, wohnen‘3 Juden; in der Nähe ift ein jüdiſcher Begräbnißplag von 2 Meilen” 
Länge. Bon da kommt man in 5 Parajg. nad) Yaffa d. i. Soppe, am Meeresufer gelegen, mit 1 Juden 
der Färberei treibt. Von da nad) Ebalin d. i. Jabneh in 3 Paraſg. mit Nuinen einer Schule; dafelbft 
ift fein Jude. Bisher erftredt fid) da8 Gebiet von Ephraim. In 2 Parafg. Fam ich nach Palmis, 
d. i. Asdod der Philiſthäer in Nuinen, wo aud) Fein Jude wohnt. Davon ift Neuaffelon, weldyes 
der Priefter Ezra am Meere erbaute und Benipera nannte, 2 Barafg. entfernt. Die Ruinen von Alt: 
aftelon find A Parafg. entfernt. Neuaſkelon ift eine große und fchöne Stadt, von Handelsleuten ſehr 
bejudht, da fie an den Grenzen Aegyptens Tiegt, mit 300 vabbanitifchen Juden, 40 Karaiten und 300 
Samaritanern. In Mitte der Stadt ift der Brunnen des Abraham Chalil, den er zur Zeit der Philiſthaͤer 
graben ließ. Von da reifte ih nad St. Georg, fonft Lud; von da in 1/2 Tag nah Serain, fonft 
Jezreel, mit einer trefflichen Duelle und 1 Juden, der Färberei treibt; von da in 3-Parafg. nad 
Sufurie, jonft Sippori, wo auf dem Berge das Grab des R. Chija, der aus Babylon gefommen, und 
des Propheten Jonas, des Amitthaf Sohn, fih findet; jonft fieht man noch viele Gräber. In 5 Paraſg. 
fam ich nach Tiberias, in der Nähe des Jordan, der hier das Meer von Tiberiad genannt wird, und 
von da aus in reißendem Laufe dem Salzmeer durch die Jordansau zueilt unter den Höhen des Pisgah. 
In Tiberias wohnen 50 Juden; auch gibt es dafelbft heiße Quellen, die aus der Tiefe hervorfprudeln und 
die Thermen von Tiberias genannt find. In ber Nähe ift die Synagoge des Galeb, Sohn des Jefunah 
und ein jüdischer Begräbnißplag — dieß Alles in Niedergaliläa. In 2 Tagr. kam ih nad) Tebnin, 
oder Timnatha, mit einem jüdifchen Begräbnißplage; in 1 Tagr. dann nad Giſch,« fonft Guſch Chaleb, 
mit 20 Juden; dann in 6 Paraſg. nad) Meron, fonft Maron, wo in einer nahen Höhle das Grab de 
R. Hillel und Schammaf nebft andern Gräbern von 20 ihrer Schüler gezeigt wird; dann in 6 Parafg. 
nah Alma mit 50 Juden und einem großen jüdiſchen Begräbnißplatze. Ur Tagr. Davon ift Kades, 
fonft Kadeſch Nephthali am Ufer des Jordan, mit vielen jüdiſchen Gräbern. Hier wohnt fein Jude. In 
1 Tagr. kam ich nad Belinas, fonft Dan, wo eine Höhle fid findet und von wo aus ber Jordan 3 
Meilen fließt, bis er fi mit dem Arnon, der aus den Grenzen von Moab kommt, verbindet. Vor 
der Höhle erkennt man noch die Stelle, wo das Götzenbild und der Altar fand, welchen Micha (Jud. 18, 31) 
einft einmweihte und die Daniten verehrten; ebenjo fieht man Spuren des Altard, den Jeroboam I], 


Nebath's Sohn, mit dem goldenen Kalbe (1 Reg. 12,28) errichtete. Hier ift die Grenze des ifraelitifchen 


Gebiete von Seite des Hintern Meeres. Sin 2 Tagr. fommt man na Damaskus, einer großen 
Stadt, wo das Reich des Nurebdin, des Königs der Turkfomanen oder Türfen beginnt. Die Stabt ifl 
fehr groß und äußerſt fchön, ringsum mit einer Mauer umfaßt, mit den herrlichften Gärten umgeben und 
15 Meilen im Umfange. seine Gegend auf der Erde kommt diefer Gegend an Fruchtbarkeit glei. Am 
großen Hermon gelegen, verlicht der vom Hermon fommende Fluß Aman Die ganze Stadt mit Trink: 
wafjer und der Parpar bewäflert die Gärten und Felder außer ber Stadt. Hier gibt es fehr viele 
Hanbeldleute. Die Mohammedaner beſitzen hier eine Mojchee, der Fein Gchäude auf der Erde gleichfommt, 


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welche ehemals der Palaſt des Königs Benhadad geweſen fein fol. Hier tft durch magiſche Kunſt eine 
glaͤſerne Wand errichtet, in welcher den Tagen des Sonnenjahres entſprechende Deffnungen find, in bie 
die Sonne an jedem Tage hineinjcheint und die 12 Stunden des Tages in Graben anzeigt, fo baß bie 
Einwohner an diefer Wand jedesmal die Tagesftunden erfennen. In diefem Valafte find Gemädyer von 


Gold und Silber gebaut, die ein großes Beden vorftellen, fo daß zugleich drei Perfonen zum Baden 


eintreten können. In der Mitte des Palaftes ift Die Rippe eined Niefen aufgehangen, 9 Spannen lang 
und 2, breit. Sie gehörte einem Niejenfönige Abfamaz an, wie anf einem Grabfteine gejchrieben fteht, 
Daß derjelbe audy über die ganze Erde herrſchte. Hier leben 3000 rabbanitijche Juden, darunter viele 
Studenten, fowie auch der Rektor der Hochſchule für Palfftina, R. Ezra und fein Bruder Sarfchalom, 
der Gerichtspräfident, dann 200 Karaiten und 400 Samaritaner. Sie leben miteinander in Eintracht, 
ohne fich jebod) durch Ehen zu verfchwägern. 1 Tagr. Davon liegt Galaad, fonft Gilead mit 60 Juden, 
umgeben von herrlichen Gärten; davon in "2 Tayr. Sallath oder Salca und !/ Tagr. Baalbek, 
fonft Baalath, von Salomon in diefem Thale Des Libanon der Königstochter des Pharao zu Chren 
erbaut, oder wiederhergeitellt. Der Palaft ift aus ungeheuern Quadern erbaut jeder von 20 Spannen 
Länge und 12 Sp. Breite, ohne daß ein Cement dazwiſchen ift, und man Solches ald Teufel Wert 
ausgibt. Bor der. Stadt fteht ein großer Springbrunnen, deflen Waller wie ein Strom die Stadt 
purchfließen, woran Mühlen und Gärten gelegen find. Auch Tadmor in der Wüſte bat Salomon 
gebaut aus eben ſolchen Duadern und mit einer Mauer umgeben. Die Stadt liegt 4 Tagr. entfernt in 
der arabifhen Wüfte, mit 2000 Juden, die jehr tapfer mit den unter den Befehlen des Nureddin ftehenden 
- Chriften und Arabern Krieg führen und ihren Nachbarn, den Arabern Hülfe Teiften. An ihrer Spike 
ſtehen R. Iſak der Grieche, R. Nathan und R. Ujiel. In %a Tagr. kam ih nah Karjathin over 
Kirjathajim, wo id) nur einen einzigen Juden, der Färber war, fand; .dann in einer Tagr. na Hamah, 
fonft Hamath, am Ufer des Jabbok, am Fuße des Libanon. Damals waren in diefer Stadt an einem ‚Tage 
15,000 Menfchen durch ein Erdbeben getödtet worden, jo Daß nur 70 übrig blieben, worunter die berühmteften 
R. Ulah, Scheih Abulgaleb und Muchtar waren. Yn I Tagr. kam ih nad) Reiha, ſonſt Hazor; 
dann in 3 Parafg. nah Yamdin; dann nad 2 Tagr. nah) Aleppo oder Aram Zobe. Hier ift die 
Reſidenz des Königs Nureddin, deſſen Palaft mitten in der Stadt von einer hohen Mauer umgeben ift. 
Die Stadt hat keine Quelle, keinen Fluß; man trinkt nur Regenwaſſer, was in einer Gifterne, Algub ges 
nannt, aufgefangen wird. Hier find 1500 Juden. Bon da nad) Balis find 2 Tagr., fonft Pethorah, 
am Euphrat gelegen, - wo man heute noch den Thurm Bileams, Beor’3 Sohn fieht, Den er zur Beſtim⸗ 
mung ber Tagesftunden baute, mit einigen Juden; von da noch 2 Tayr. nah Kolagaber oder Sela 
Midbarah, welches die Türken bei der Groberung des Landes den Arabern ließen, mit 2000 Juden. In 
1 Tagr. gelangte ich von da nah Racca, fonit Kalne, wo das Land Mefopotamien anfängt und das 
tärkifche Reich aufhört, mit 700 Juden, und wo Cara vor feiner Rückkehr aus Babylon nad Jeruſalem 
eine Synagoge erbaut hatte. Sin 2 Tagr. Fam ih nah Altcharan, mit 20 Juden und einer von Cara 
erbauten Synagoge. Hier ftand vor Alters die Wohnung Abrahamd, jetzt ohne den geringiten Ueberreft; 
obwohl fronme Mohammedaner häufig deßhalb hieher wallfahrten. Bon da 2 Tagr. bricht der Fluß 
Alcabor d. i. Gabor hervor und nad) Medien ftrömend, berührt er den Berg Gozan mit 200 Juden. 
Bon da kam ich in 2 Tagr. nach Nifibis, einer großen Stadt mit 1000 Juden; von da in 2 Tagr. nad) 
Gezir ibn Omar, mitten im Tigrisfluffe erbaut, am Fuße des Ararat:Gebirged, 4 Meilen von ber 
Stelle entfernt, wo bie Arche Noes ruhte, welche Omar, Sohn des Alchatab vom Gipfel der beiden Berge 


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weguahm und bort eine Moſchee erbante. In Der Nähe der Arche Hat auch Cara eine Synagoge gebaut, 
wo ſich die Juden an den Fefttagen zum Gebet verfanmeln. In Gezir ibn Omar wohnen A000 Inden. 
In 2 Tagr. kam ich nah Almoſul d. i. Großaſſut, mit. 7000 Juden, unter denen ſich R. Zachaͤus, 
ber Fürft aus dem Geſchlechte Davids befindet, ſo wie R. Joſeph, Borhan Alphelech, d. i. der Aſtronom 
zugenannt, der dem Koͤnige Saifeddin, dem Bruder des Königs von Damaskus Nurebdin, als Wahrfager 
dient. Diefe Stadt von Alters her ſehr groß, am Tigris gelegen, macht ben Anfang des perfifchen 
Gebiets, eine Brücke über den Tigris verbindet fie mit Niniveh. Bon da nach Arbel ift eine Parafg. 
Sn Affur find 3 Synagogen, namlich: der Propheten Obadia, Jona, des Amithaj Sohn und Nakım 
des Elkoſchi. In 3 Tagr. kam ich nah NAhabah, fonft Rohoboth, am Euphrat gelegen, mit 2000 
Inden, einer ſehr ſchoͤnen, großen und befeftigten Stabt, mit Gärten umgeben; von da in 1 Tagr. nad 
Karkeſia, fonft Karfemifh am Ufer des Euphrat, mit 500 Juden; von da in 2 Tagr. nah Aljubar 
oder Pumbeditha in Nehardea mit 2000 Juden, die fi mit dem Studium der Willenfchaften beſchaͤftigen. 
Bor den Gräbern des R. Juda und R. Samuel finden ſich Synagogen. Bon da kam ich in 5 Tagr. 
nad Sharda mit 15000 Juden; von dba nad) Okbera in 2 Tags. mit 10000 Juden, melde Stabt der 
jüdische König Jechonias in feiner Verbannung erbaute; von da in 2 Tagr. nad) Bagdad, eine ange 
heuren Stadt, welche die Hauptftabt des Reichs der abbafidifihen Ehaltfen, die aus dev Kamilie ded Pro 
pheten felber abſtammen, iſt. Dieſe Chalifen find das Haupt aller gläubigen Mohammebaner und alle 
mohammebanifihen Könige huldigen ihnen. Ste üben eine gleiche Herrichaft, wie bie Päpfte über Die 
Ghriften. Die Chalifen haben hier einen Palaft von 3 Meilen im Umfange, in deflen Mitte ein Park 
ift von allen Arten Baͤumen and voll Gewildes. Mitten im Bart iſt ein Wafferbehälter, der and dem 
Tigrid gefpeift wird. Hier hält man Jagden auf Wild und Vögel, hier übt man den Vögelfang, hier erholt 
und verguügt man ſich, hier fpeift man in Geſellſchaft der Großen und Raͤthe. Der gegemvärtige abba⸗ 
fidifche Furſt Der Gläubigen. heißt Achmed; er ficht Die Juden fehr gerne, hat viele in feinem Dienſte 
verfteht alle Sprachen, kennt das Geſetz Mofid und Lieft und fehreibt die Hl. Sprade der Juden. Er 
will nicht3 genießen, außer was er durch feiner Hände Arbeit verdient hat. Er verfertigt Deden, bie er 
mit feinen Siegel verficht und auf dem Markte durch feine Großen verkauft, weldye von den hoöͤchſten 
Perjonen gefauft werben. Von dem Verkaufpreis bereitet er ſich jeinen Unterhalt. Er tft ein guter, wahrheit 
liebender Mann, ber alle ihm Begegnenden grüßt, Doch iſt es den Mohammedanern nicht peftattet, ihn 
zu jehen. Die fremden Gläubigen, die nach Mekka durch die Provinz Vemen pilgern, verſuchen vor ihm 
hinzutreten und rufen ihm nach dem Palafte zu: „Unfer Herr, bu Licht der Iſmaeliten, du Leuchte unferes 
Gefetes, zeige und den Glanz deines Angeſichtes“ — ohne daß er ihre Bitte berüdfichtigt. Dann treten 
feine Großen und Diener zu ihın mit den Worten: „Unfer Herr! verleihe ihnen deinen Gruß, bie von 
weiter Ferne kommend im Schatten deiner Herrlichkeit fih bergen wollen.” Dann nimmt ber Ehalife 
den Flügel feines ſtleides, laͤßt ihn aus dem Fenſter Hinabfallen, weldjen die Pilger küſſen. Dann ſpricht 
zu Ihnen Einer der Großen: „Seht num in Frieden, denn jetzt bat euch den Frieden gegeben unfer. Herr, 
das Licht der Iſmaeliten“. Ste achten. ihn, wie den Propheten felber und gehen getroft fort, da fie der 
Große des Frieden? von ihrem Ehalifen vergewilfert bat. Ale Brüber und Verwandten beifelben küſſen 
ihm das Kleid, wohnen in Gemaͤchern feines Palaftes, Doch gefefjelt mit eifernen Ketten und umgeben mitt 
Wachen, um jede Empötung gegen den Chalifen zu bindern. Den Anlaß gu diefer fIrengen Maßregel 
gab eine Empsrung ber Brüder, welche einen andern Chalifen einfeßen wollten. Doc leben fe in ihren 
Gemädern aͤußerſt uͤppig, befißen große Renten aus Städten und Ländereien, die ihnen gehören und. durch 


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Beamte verwaltet werben. Im Palafte des großen Chalifen find ®emächer mit filbernen und goldenen 
Säulen und einem unermeßlichen Reichthum an edlen Steinen. Der Chalife verläßt feinen Palaft nux 
ein Mal im Jahre im Monate Ramadan, wo dann aus allen Gegenden die Gläubigen zufammenftrömen, 
um ihn zu fehen. Er reitet dann auf einem Maulthiere, angethan mit den Foftbarften Gewändern aus 
Gold und Silber, tragend ein perfifches Diadem, gejhmüdt mit Perlen und Ghdelfteinen von unfchäß- 
baren Werthe, und Darüber ein ſchwarzes Schweißtucdh, um dadurch Die Welt Demuth zu Iehren, gleichjam 
wollte er jagen: „hr feht jebt diefe Herrlichkeit; aber im Tode werden fie Finfterniffe bededen.” Auf 
diefem Ritte begleiten ihn alle mohammedaniſchen Großen zu Pferde und im reichten Schmude, aus 
Arabien, Medien, Perfien, dem Lande Tibet, 3 Monatreifen von Arabien entfernt. So geht der Zug 
vom Palaſte bis zur Mofchee, welche nächft dem Thore von Bozrah fich findet. Die Gläubigen, die mit 
ihm gehen, tragen feidene und purpurne Gewänder, während in allen Etraßen, durch welche der Zug fi 
bewegt, Mufifchöre, die vor ihrem Chalifen tanzen, fingen und fpielen, aufgeftellt find. Wit Iautem 
Zurufe begrüßen fie ihn: „Heil bir, Herr unfer König!" worauf er felber fein Kleid küßt und den 
Grüßenden durch Anfafien feines Kleives den Gruß erwidert. So reitet er bis zum Vorhofe der Mofchee; 
dann fteigt er auf eine hölzerne Kanzel und erklärt ihnen ihr Gejeß; hierauf verrichten die ifmaelitifchen 
Beiftlihen daB Gebet für ihn und nachdem fie feiner Herrlichkeit und Gnade Erwähnung gethan, entlafjen 
fie ihn, wozu alle Anmwejenden das „Amen anflimmen. Nachdem er fie gejegnet, jchlachtet er ein Kameel 
was fie ihr „Paſcha“ heißen, theilt die Stüde unter die Großen aus, Die gierig darnach greifen, um von 
dem durch die Hand ihres heiligen Königs gefchlachteten Opfer Etwas zu genießen, was ihnen 
Freube bereitet; jebt verläßt er die Moſchee und wandelt am Ufer des Tigris alleine, während bie 
mohammebanifchen Großen in Schiffen vor ihm vorüberfahren, bis er in feinen Palaft zurüdkehrt, was 
auf einem andern Wege gefchieht; den Weg aber am Ufer des Fluſſes, worauf der Chalife gewandelt, 
bewacht man das ganze Jahr hindurch, damit Nicmand in die Fußtapfen desjelben trete Nun verläßt 
der reine und heilige Mann das ganze Jahr nicht mehr feinen Palaft. Jenſeits des Tigris an einem 
Arme des Euphrat hat er ebenfalld einen prachtvollen Palaft gebaut, mit vielen Wohnungen, Hallen, 
Spitälern für arme Kranfe, welche der Heilung wegen hierher kommen. Hier find ungefähr 60 Apotheken, 
die aus dem Palaſte des Chalifen mit Gewürzen und Arzneien verforgt werden, fo daß die Kranken 
auf feine Koften gepflegt werben. Daſelbſt befindet ſich auch ein großeß Gebäude Dar almoraphthan d. i. 
Wohnung der Gnade, wo man alle Rafenden, die im Sommer gefunden werben, gefelelt einfchließt und 
pflegt, bis fie wieder die Befinnung erlangen und entlaffen werben Eönnen. Bon Monat zu Monat 
fommen Beamte des Chalifen, um- fi nad) dem Zuſtande diefer Leute zur erfundigen und die Geheilten 
zu entlaſſen. So übt der große Chalife Barmherzigkeit an Allen, die nad) Bagdad kommen und dort 
von körperlicher oder geiftiger Kranfheit überfallen werden; denn ber Chalife ift nicht bloß heilig, fondern 
thut e8 auch aus heiliger Abficht. In Bagdad wohnen 1000 Juden in vollfommener Ruhe und geehrt, 
darunter berühmte Geſetzgelehrte. Sie haben bier 10 Schulen oder Synebrien, mit 10 Vorftänden, bie 
man Batlanim (Müßiggänger) nennt, da fie ſich nur mit den Angelegenheiten ihrer Gemeinden befchäftigen; 
fie fprechen an allen Wochentagen, den 2ten ausgenommen, für ihre Leute Recht bei dem erften Vorftande 
R. Samuel; Aber alle fteht in diefen weltlichen Angelegenheiten der Gemeinden R. Daniel, Hasdaj's 
Sohn, das weltliche Oberhaupt der Erulanten, „unfer Herr” genannt, aus Davids Nachkommenſchaft. 
Er übt eine unbeſchraͤnkte Herrfchaft über alle biefigen Gemeinden mit Erlaubniß des Chalifen, der auch 
feinen Nachfolgern ein Gleiches befohlen, und dem politischen Oberhaupte der jüdischen Sxulanten ein - 
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eigened Siegel übergab und Damit die Hercſchaft über alle Juden unter der Botmäßigkeit des Chalifen. 
Auch befahl er, daß alle Unterthanen feines Reichs, ſowohl Iſmaeliten als Juden vor ihm aufftehen, and 
ihm den Gruß geben follien, unter Androhung von 100 Streihen gegen Zuwiderhandelude Wenn er 
zur Begrüßung des großen Chalifen fi) begibt, begleiten. ihn Reiter und die Sommandirenden rufe: 
„Machet Bahn unferem Herm, dem Davidsſohne, wie ed ziemt!" (mas in ihrer Sprade: „Omolu tariq 
iesajedina ben Davud“ heißt). Er trägt Dabei ſeidene und geftidte Gewänder, einen großen QTurban mit 
einem Schweißtuche und mit einer Kette. Uebrigens erhalten von ihm alleiu alle jüdischen Gemeinden Die 
Erlaubniß, in ihren Synagogen einen Rabbi ober einen Vorfänger aufzuftellen,; dieß gilt für Die jüdischen 
Gemeinden in Babylonien, Perfien, Koraſan, und Scheba d. i. Yemen, Diarbefh, dem ganzen mejopsta- 
mifchen Syrien, dem Gebiete von Kot, deilen Bewohner in den Gebirgen des Urarat wohnen und 
Alanien (welches Land ganz von Bergen umgeben ift, feinen Ausgang geftattet, außer nur Durch eiferne 
Thore, die Alegander der Gr. eingejeßt hat, und deſſen Einwohner Mlan heißen), in Sikbiah, der ganzen 
Türkei bis zu den Gebirgen von Alpifian, in Georgien bi8 zum Fluſſe Giſon, (woſelbſt die Gergefäer oder 
Georgier, die Ehriften find, wohnen), ja bis zu Den Thoren der herrlichiten Städte und Provinzen, big 
hinab nach Indien. Bon alen Seiten geht man ihn an um die Handauflegung der erforderlichen Amts⸗ 
gewalt und bringt ihm Gaben und Geſchenke. Er beſitzt Gafthöfe, Gärten, Parks in Menge, die er 
ererbt hat, die aber Niemand antaſtet. Er halt Gafthöfe für Yuben, erhebt auf ben Märkten von den 
Kaufleuten einen beftimmten Waarenzoll, bezieht au aus fernen Gegenden Zölle. Gr befikt große 
Gewalt und vielen. Neichthum, verſteht den Talmud und ernährt täglich an feiner Tafel viele Juden. 
Um Tage jeiner Inveſtitur übergibt man Dem Chalifen und feinen Großen und den Stabtobrigfeiten 
große Beldjummen; er fährt dann auf einem Staatswagen des Chalifen aus deſſen Nefidenz nach Haufe 
in Begleitung von ber Mufif mit Pauken und Flöten, wo er dann fogleid Die Handauflegung für Die 
Borftände vornimmt. Die biefigen Juden find fehr reich und bejchäftigen fi mit Wilfenjchaften. In 
Bagdad gibt ed 28 Synagogen, theild in der Stadt, theild in Alpherek, oder den Vorftädten jenfeits Des 
Zigris, ‚der die Stabt theilt. Auch ſieht man da die große Synagoge des Haupted der Grulanten 
mit buntfärbigen Säulen, mit Gold und Silber überzogen und daran Verſe ans den Palmen 
mit goldenen Buchſtaben. Zu ber Stelle, wo. die Gejeßestollen aufbewahrt find, führen 12 Mar: 
morſtufen, auf deren oberiteu das Haupt der Ggulmten mit den Fürften aus Davids Familie figt. 
Bagdad iſt eine Statt von 3 Meilen Umfang Die Gegend hat Ueberfluß an Palmenhainen, 
Gärten, fo daß in ganz Babylonien ihr Feine gleichfommt. Daſelbſt gibt es viele Handelsleute aus allen 
Theilen der Erde, auch viele Gelehrte, Philofophen, Magier und jeder Art Zauber Kundige. Bon da 
nad Gehiagin find 2 Zagr.; dieß ift Die alte Stadt Reſen mit 5000 Juden und einer großen Synagoge; 
won da nah Babylon 1 Tagr., welches eine Ruine im Umfange von 30 Meilen ift. Daſelbſt fieht 
man den zerftörten Palaſt des Nebufadnezar, den aber Niemand betritt aus Furcht vor den Schlangen 
and Skorpionen, die darin Haufen. Ringsherum auf 20 Meilen entfernt wohnen 20,000 Suben, welche 
theils in Synagogen, theild im Obergemache, welches der Prophet Daniel fich erbaute, beten; Dasselbe 
iR wie die Synagogen und der Palaft Rebukadnezers aus behauenen und Biegelfteinen gebaut, ebenfo 
ber Feuerofen, in welchen ehedem Ananiad, Mifchnel und Azariad geworfen wurden. Davon ift Hillah 
5 Meilen entfernt mit 5000 Juden und 4 Synagogen, wo die Sjuben jeden Tag beten. Bon da an ben 
Thurm, melden die Generation ber Sprachverwirrung baute, find 4 Meilen. Gr tft aus Biegelfteinen 
erbaut, die man Lagur nennt nnd deſſen Länge im Grunde 2 Meilen und deſſen Breite 240 Ellen und 


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deſſen Länge 100 Ruthen. Zwiſchen je 10 Ellen waren Were, auf denen man tim Kreife binauffkieg; 
oben hatte man eine Ausfiht auf 20 Meilen im Umfreife, ba die Gegend eben ift und fi fehr 
weit erfiredt. Feuer vom Himmel zerftörte dieß Gebäude bis auf den Grund. Bon ba iſt I Tom. 
bis Napacha mit 200 Inden; von da 3 Parafg. bis zus Synagoge des Propheten Ezechiel. Gegen⸗ 
über derjelben find 60 Thürme und zwijchen jedem einzelnen eine Synagoge. Im Vorhofe jener 
Synagoge ift die Kifte mit den hl. Büchern und hinter ihr das Grab des Propheten Ezechiel mit einer 
prachtonllen Kuppel, die darüber der König Jechonias mit Den 5000 Juden, die ihm in Die Verbannung 
gefolgt waren, baute, nachdem ihn der König Evilmerodach aus Dem Kerker befreit hatte. Diefe Stätte 
ift mit der einen Seite nach dem Fluffe Chobar, mit der andern nad dem Euphrat gefehrt. Webrigens 
fieht man den König Jechoniad und Alle, die ihm gefolgt waren, ımd endlich den Propheten Ezechiel an 
der Mauer eingegraben. Diefe Stätte ift ein Heiligthum, indem bis zum Verſöhnungstage Juden aus 
den fernften Gegenden zum Gebete zufammenftrömen und bier Feſte in heiliger Freude feiern. Auch 
pilgern hierher von Bagdad Das Haupt der Erulanten und die Vorfleher der Synagogen und errichten 
Bis auf 12 Meilen im Umkreiſe Zelte auf. Dazu fommen viele arabiihe Handelsleute, fo daß ein 
Zufammenfluß von Menfchen entfteht, den man Pira (Meffe) nennt. Am Berföhnungstage lieft man bie 
Buchrolle, welche der Prophet Ezechiel eigenhändig jchrieb. Lieber dem Grabe des Propheten brennt 
Beftändig eine Lampe, die er felbft anzündete und an ber. man nur Docht und Del erſetzt. Dort findet 
fi) aud ein Gebäude mit Büchern aus der Zeit des eriten und zweiten Tempels, wohin auch jeder 
Kinderlofe die ihm gehörigen Bücher ſchenkt. Aus Medien und Perfien pilgern Juden zum Grabe bes 
Propheten, um für ſich und ihre Landsleute ihre Gelübde zu löſen; ebenjo die Söhne der mohamme: 
danifchen Großen, um an feinem Grabe zu beten. Sie nennen diefe hi. Stätte „Dar melichah“ (Mohnurg 
der Schönheit). 1/2 Meile von diefem Hl. Orte finden ſich Die Gräber der drei Juͤnglinge Anania, 
Mifchael und Azaria, jedes mit einer Kuppel. In Kriegözeiten wagt es Niemand, Diefe BI. Derter zu 
verlegen, fowohl von Seite der Juden ald der Mehammeramer. Bon da 3 Meilen it Alkoſonath 
mit 300 Juden, wo bei den A Gräbern von Gelehrten audy 4 Synagogen. erbaut find, wo ficdh täglich 
die Juden zum Gebet verfammeln. In 3 Parajg. kommt man nach Afjin Japhtah mit dem Grabe 
des Propheten Nahum des Elfofäerd; von da in "2 Tagr. an das Dorf Lephras; von da in I, Tagr. 
nah Kefar der Wüſte; von da in 1- Tagr. an den Aluß Liga, mit dem Grabe des jüdiſchen Königs 
Sedekias unter einer großen Kuppel; von da in 1 Tagr. nad Kufa, mit dem prachtvollen Grabmale des 
Königs Jechonias, dem eine Synagoge gegenüber liegt, die von 7000 Juden beſucht wirb; von Da in 
42 Tagr. nah Sura, jene Stadt, Mehaſia genannt, die zuerft die Häupter der Exulanten und Die 
Gerichtöpräfidenten bewohnten; von da in 2 Zagr. nah Schaphatib mit einer Synagoge, welde bie 
Srulanten aus Erde und Steinen Sjerufalemd hier bauten, in: Nehardea gelegen; von ba in 1! Tagr. 
nad) Aljabor, auch Pumbeditha genannt, am Guphrat gelegen, mit 3000 Juden, mit Gräbern von 
2 Gelehrten und 2 Synagogen. Nun trat ich die Reife durch die Wüfte des Landes Scheba, genannt 
das Land von Vemen und gelangte nad) 21 Tagr. nordwärt3 von Babylonien, durch Wüſteneien in bie 
Gegenden, wo Die Juden wohnen, Die fih Rechabiten nennen, fonft Leute von Thema. Dieß Thema 
ift der Anfang ihres Reiches. In Thema, einer großen Stadt, herrſcht R. Annas, der Zürft; der Bezirk 
ihrer Herrſchaft erftredt fi in ben nördlichen Bergen 16 Tagr. mit vielen befeftigten Städten; fie 
gehorchen keinem fremden Gebieter, fallen fogar in fremdes Gebiet zur Plünderung ein, und ſchonen 
nicht einmal die verbündeten Araber. Diefe Araber wohnen nur in Zelten in ihren Wüften und unter 
X — 3% 
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‚ nehmen Raubzüge bis in das Land Veen. Uebrigend fürchten fich alle Nachbarn der Juden vor ihnen; 
diefe aber treiben Aderbau und Viehzucht in ihrer ausgebreiteten Gegend; geben ben Behnten den 
Schülern der Gelehrten, die immer in ihren Schulen bleiben, fo auch armen und frommen Juden, die 
Siond Fall beweinen, Eein Fleiſch eflen, feinen Wein trinken, in Trauer gehen, in Höhlen oder niebern 
Hütten wohnen, immer fort ſeufzen, ausgenommen die Sabbathe und Feſttage, ohne Unterlaß die göttliche 
Barmberzigfeit für die zerftreuten Juden anrufen,- damit er ſich feines herrlichen Namens willen ihrer 
erbarmen wolle. Ja auch alle Juden, welche Thema und Telimas bewohnen, 100,000 an der Zahl, und 
Salomon der Fürft und fein Bruder Annas der Fürft, aus der Yamilie Davids, trauern 40 Tage 
im Jahre in zerriſſenen Gewändern für alle in der Verbannung lebenden Juden. Sie bewohnen ungefähr 
40 Städte, 200 Dörfer und 100 Flecken, mit der Hauptftadt Tannaj, zufammen mit 300,000 Juden, 
diefe Stadt ift rings mit Mauern umgeben, bat in der Länge 15 Meilen und ebenfo in der Breite, jo 
daß man im Stadtbezirke ſäet und erndtet. Hier ift auch der Palaft des Fürften Salmon. Die Stadt 
Telimas, ebenfall3 fehr ausgedehnt, mit 100,000 Juden, ift feft durch ihre Lage zwilchen zwei hohen 
Bergen. Die Einwohner find gebildet und reih. Bon Telimas kommt man in 3 Tagr. nad Chaibar, 
wohin die Stämme Ruben, Gad und Oftmanaffe von Schalmanefer, dem Könige von Aflyrien verbannt 
worden fein follen. Die Verbannten follen auch hier große Städte erbaut und mit allen benachbarten 
Völkern Krieg geführt haben; überdieß kann man fehr ſchwer zu ihnen gelangen, da eine Wüfte von 18 
Tagr. fie umgibt. Die Stadt Chaibar felbft ift jehr groß und wird von 50,000 Juden bewohnt, worunter 
viele Gelehrte, noch mehr aber Srieger find, welche mit ben Einwohnern Babyloniend, der nördlichen 
Länder und Bemen’d feindjelig leben. Hier fängt Indien an. Bon dem Gebiete der Juden bid zum 
Fluffe Mirah, der das Land Yemen durchfließt, find 25 Tagr.; bier finden fi) 3000 Juden; von da 
kam ich in 7 Tagr. nad Wafet, mit 20,000 Juden, darunter R. Nadajan; von da in 3 Tagr. nad 
Bajfora, am Tigris gelegen, mit 2000 Juden, worunter viele Gelehrte und Reiche, von da in 2 Tagr. 
an den Fluß Samarra, der Grenze Perfiend, mit 1500 Juden und tem Grabe des Priefters und 
Sefeßgelehrten Cara, weldyer von Serujalem zu dem Könige Artagerged gereift, dort ftarb. or feinem 
Grabe wurde eine Synagoge erbaut; gegenüber haben Mohammedaner eine Mofchee zur Ehre Ezra's 
errichtet; jo wie fie auch freundlich gegen die Juden gefinnt find. Von da bis Kuzeftan find 4 Meilen, 
was die Provinz Elam ift, die großentheild vermüftet liegt. In den Ruinen diefer Gegend ift die Haupt- 
ſtadt Schuſan, die Reiidenz des ehemaligen perfifchen Königs Aſſuerus; woſelbſt noch ein großes und 
prachtvolles Gebäude aus früheren Zeiten fich findet. Hier leben 7000 Juden mit 14 Synagogen, wovon 
eine dem Grabe ded Propheten ‘Daniel gegenüber liegt; der Tigris theilt Die Stadt, Die aber durch eine 
Brüde verbunden wird. In demjenigen Theile, den Die Juden bewohnen, finden ſich Kaufpläge und. die 
wohlhabendften Leute; im andern Theile nur Arme, da fie feine Kaufpläge und Gärten befißen. Indem 
Diefe glaubten, Daß der Wohlftand der Bewohner des andern Stadttheild davon komme, Daß fie das 
Grab des Propheten Daniels bei ſich hätten, jo verlangten fie Die Gebeine desjelben zu beſitzen. Da 
folches ihnen verjagt worden, fingen fie Seinbfeligfeiten an, die Damit endeten, daß von Jahr zu Jahr 
die Gebeine des Propheten ihre Auheftätte wechſeln follten. Dieß dauerte bis zur Zeit des Schah 
Sangar’s, dem alle 45 Könige Perfiend gehorchen und welchen die Araber „Sultan alfares alkebir“ 
(der erhabene Herrfcher Perſiens) nennen. Seine Herrfehaft erftredt fich von der Mündung des Fluffes 
Samrah bi8 zur Stadt Samarkand, bis zum Fluſſe Gozan, bis zur Provinz Kazvin, und zum ganzen 
Ufergebiete des Gozan, und den mediſchen Städten, den Gebirgen von Chaphton und anderen merfs 


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würdigen "Gegenden, in deren Wälbern die Moſchusthiere gefunden werben; fo daß man, um durch das 
ganze Gebiet des Schah zu reifen, 4 Monate und 14 Tage braucht. Als dieſer Shah bierber gefommen 
war und die Prozeffton zur Uebertragung der Gebeine des Propheten Daniel jah und auf feine Anfrage, 
was dieß zu bedeuten habe, man den wahren Sachverhalt darlegte, erflärte er, daB Solches des Propheten 
unmwürbig wäre und befahl, daß in gleicher Entfernung von beiden Stabttheilen, die Lade mit den 
Gebeinen des Propheten in einem gläfernen Gehäufe von der Brüde herab in der Mitte an eijernen 
Ketten aufgehängt und daß eine große Synagoge erbaut werben follte, wo jeder Zureifende feine Andacht 
verrichten koͤnnte. Noch jebt hängt das Gchäufe von ber Brüde herab und es darf Niemand zur Ver: 
ehrung des Propheten 1 Meile ober und unter der Brüde im Fluſſe fiſchen. Von da fam id in 3 
Tagr. nad Rudbar mit 20,000 Juden, worunter Arme und Reihe; doch leben fie unter dem Joche der 
- Sklaverei; von da in 2 Tagr. an den Fluß Hulwan mit 4000 Juden; von da in A Tagr. in das 
Land Molhath, wo Völker auf den Bergen wohnen, die fih nicht zum Islam befennen und unter 
Helteften im Lande der Afjlaffinen wohnen. Unter ihnen findet man vier Judengemeinden, die mit ben 
Einwohnern zufammen leben und aud in den Krieg ziehen. Sie gehorchen nicht dem Könige von Perfien, 
führen Raubzüge aus und Niemand fängt in ihren Gebirgen mit ihnen Krieg an. Die Juden betreiben 
auch Gelehrjamfeit und gehorchen dem Haupte der Szulanten zu Babylon. In 5 Tagr. kommt man 
nah Amaria mit 20000 Juden; was der Anfang der Judengemeinden ift, Die in den Gebirgen 
Ehaphton’3 wohnen, deren mehr ald 100 gefunden werben; auch beginnt hier Medien. Diefe Gemeinden 
wurden von Schalmanefer hierher verbannt und ſprechen chaldäiſch; unter ihnen gibt es viele Gelehrte. 
Eine Tagr. von Amaria breiten fie ihre Wohnungen bis an die perſiſche Grenze aus, fie gehorchen dem 
perfifchen Könige, der durch einen Beamten von ihnen Steuer erhebt; dieſelbe befteht jährlich für alle 
männlichen Individuen über 15 Sahren in einem Goldgulden. Seit 10 Jahren wohnt dort David 
Alroj, ein Schüler des R. Hasdaj, des Hauptes der Exulanten und des R. Eli, des Rektors der Hod)- 
fchule zu Bagdad, des Etolzes Jakob, erfahren im Geſetze, im Talmud, in allen weltlichen Wiflenfchaften, 
in der Sprache und Literatur der Araber, fowie auch in den Zauberbüchern. Er ſuchte durch falfche 
Vorgaben von Wundern die Juden zu einem Feldzuge, um Jeruſalem zu erobern, aufzureizen, und fo 
xom Joche der fremden Völker zu erlöfen. Diele jchenkten ihm Glauben und nannten ihn ihten Meffias. 
Als der Schah von Perfien Nachricht davon erhielt, beſchied er ihn zu fich und ftellte dem muthig Vor⸗ 
tretenden die Frage: „Bit Du der König der Juden?“ da er es bejahte, ließ ihn der Schah ergreifen 
und ind Gefängniß werfen, in der Stadt Dabeftan am Ufer des Fluſſes Gozan. Ald nah 3 Tagen 
der Schah mit feinen Großen und Beamten zu Gericht faß, um über die Handlung des Juden abzu= 
urtheilen, trat er plößlich in den Gerichtsſaal, ohne von Jemand befreit worden zu fein. Der Schah 
fragte ihn, wer ihn losgemacht hätte, worauf er antwortete, daß dieß nur er durch feine Willenfchaft 
und Kunft gethan, indem er den Schal und feine Diener nicht fürchte. Der Schah befahl den Dienern, 
ihn zu ergreifen; allein fie erklärten, wohl feine Stimme zu bören, ihn aber felber nicht zu jehen. Den 
Schah, der erftaunt war, redete er dann an: „ich gehe meines Wegs.“ Dem Fortgehenden folgten der 
König und feine Großen und Diener und ſahen, wie David fein Schweißtuh auf dem Fluffe auss 
breitete und. darauf denfelben überfchritt. Man folgte ihm in Kähnen, Fonnte ihn aber nicht erreichen 
und mußte feine Zauberei geichehen laffen. Er fam noch am nämlichen Tage in das 10 Tagr. entfernte 
Amaria, dieß Alles kraft des Schem hammephoraſch d. i. Jehova's. Die Juden ftaunten feine Thaten 
und feine Erzählung an. Hierauf fehrieb der Schah an den Chalifen zu Bagdad, um durch feine Ver- 


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wittelung dad Haupt ber jfdiichen Exulanten und ben Rektor ber dortigen jübifchen Hochſchule zu 
beftimmen, Daß fie ben David Alroj an feinem Unternehmen hindern möchten, indem er fonft alle A 
in feinem Reiche umbringen‘ würde. Sin gleicher Weiſe fchrieben auch die jüdiſchen Gemeinden in 
Perſien an die beiden höchſten Gewalten der Juden zu Bagdad, damit nicht um eines Einzigen 
willen jo vieles unſchuldiges Blut vergoſſen werde. Deßhalb ſchrieben“ bei hoͤchſten Autoritaͤten an 
David Alroj: „Wille, daß bie Zeit der Erlöfung noch nicht gelommen ift, und aud bie Vorzeichen 
haben wir noch nicht geſehen; nicht aber gilt es, was ein Einzelner in feinem Geiſte ficht. Daher 
verbieten wir dir, Solches weiter zu unternehmen. Gehorchſt bu nicht, jo bift du exkommunizirt.“ 
Sogleich übermachten fie ihm und dem S. Badaj, dem Fürften, der in Aſſyrien war, und bem 
R. Joſeph, dern Wahrfager, mit dem Bunamen Borhan alphelek (Prüfung der Aftrologie), dieſes 
Schreiben, damit fie ebenfalld folches ihm zuftellten. Diefe beiden fügten eigene Hanbfchreiben Hinzu, ımn 
ihn abzubringen; allein umſonſt. Gr verfolgte feinen Aufruhrplan bis zur Zeit Zineddins, Königs Der 
Turkomanen und Bafallen des Schah von Berlien, welcher Geſandte wegen des Schwiegervaterd bes 
David Alroj geſchickt hatte, welchem 'er die Summe von 10,000 Goldgulden einhändigen ließ, um ihn 
zu tödten. Sein Schwiegervater tödtete ihn in feinem Haufe während er ſchlief. Allein die Erbitterung 
bes Schah gegen die Juden, im Gebirge jowohl ald in Perfien, dauerte fort, bis endlich bem Haupte der 
Exulanten es gelang, den Schah zu befänftigen, nachdem Die Juden zuvor ihm eine Buße von 100 
Zalenten Golds entrichtet hatten. Nun legte fi) der Zorm des Schah. Von dem genannten Berge 
fommt man in 10 Xagr. nah Hamdan, einer großen Stadt in Medien, mit 50,000 Juden. Hier 
find vor einer Synagoge Mardochaj und Eſther begraben. Von da kam ich in 4 Tagr. nach Daba⸗ 
riſtan mit 4000 Juden, am Fluſſe Gozan gelegen; von da in 10 Tagr. nach der großen Stadt 
Iſpahan, der Hauptſtadt Perſiens, welche 12 Meilen im Umfange hat, mit 15,000 Juden, von da in 
4 Tagreifen nah Schiras mit 10,000 Juden; von da in 7 Zagr. nad) Givah, einer großen Stabt 
am Zluffe Gozan, mit 8000 Juden, ein bedeutender Handelsplatz, in einer weiten Gbene; von da in 
5 Tagr. nah Samarkhand, einer großen Stabt an den Grenzen des Reichs, mit 50,000 Juden, 
worunter viele Gelehrte und Reiche; von da in A Tagr. nah Tibet, eine Provinz, in deren benachbarten 
Wäldern das Mofchusthier gefunden wird; von da in 28 Tagr. zu den Bergen von Khazvin, am 
Fluſſe Gozan. Hier gibt es in Perſien einige Juden, die behaupten, daß in die Städte des Landes 
Niſapor die vier Stämme Dan, Sebulon, Aſcher und Naphtali von Schalmaneſer, dem Könige von 
Affyrien verbannt wurden. Man vergl. 2 Reg. 17, 6. Das Gebiet diefer Juden erftredt fi Aber 
20 Tagr. und befigt Städte und Fleden im Gebirge und wird einerfeits vom Fluffe Gozan beipält und 
gehorcht nicht. fremden Herrichern, Jondern dem R. Joſeph, dem Fürften, einem Leviten. Sie haben 
Gelehrte, ſaͤen und erndten und ziehen in den Krieg in Das Land Kuſch durdy die Wüften; fie leben in 
Frieden mit den türkischen Landbewohnern, welche den Wind verehren, die Wüften bewohnen, fein Brod 
eiten, feinen Wein trinken, fondern nur rohes Fleiſch verzehren; Feine Mafen, fondern nur zwei Deffnungen 
zum Athemholen haben und ohne Unterfchied reine und unreine Thiere genießen, doch immer freund⸗ 
lid gegen die Juden gefinnt bleiben. Vor 15 jahren fielen fie in Berfien ein, eroberten die Stadt Raf, 
töbteten Die Bewohner und fehrten mit ber ganzen Beute in ihre Wüften zurüd. Ein folches Greigniß 
bat fih in Perften nachher lange Zeit nicht zugetragen. Auf dieſe Nachricht bin entbrannte der Grimm 
bes Schah und er bejchloß, den Namen diefer Horden. von der Erbe zu vertilgen. Er verjammelte deß⸗ 
halb alle Kriegsvölker feines Reiche, gewann einen Kundfchafter, welcher ihn die Lager der feindlichen 


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Horden zeigen wollte, der nad) feiner Angabe denſelben angehörte Ihm verſprach er im Falle bes 
Gelingens große Reichthumer. Der Schah befragte ihn wun, für wie viel Zeit er Vorrath für das Heer 
noihwendig halte; worauf er bemerkte, daß durch die Wüfte bis zum feindlichen Lager wenigitend für 
45 Tage Vorrath an Speijen und Waſſer geforgt fein müſſe. So wurde alle Vorbereitung getroffen; 
allein nad) 15 Tage. fah man feinen Feind, Die Lebensmittel gingen aus, Leut und Bteh ftarben vor 
Hunger und Durſt; da ließ der Schah den Kundfchafter darüber zur Rebe ftellen, ber. aber erklarte, fich 
verirrt zu haben. Auf dich befahl er, ihn zu enthaupten und im. Lager befannt zu machen, Daß man 
Lebensmittel mit einander theilen wolle; womit man für fi und die übrigen Laftthtere das Leben noch 
43 Tage friftete, wo man Das von ben Juden bewohnte Gebirge Kazpin erreihte. Hier fchlugen die 
Berfer in den Gärten und am Ufer des Fluſſes Gozan ihre Lager auf, verzehrten Alles, was fie fanden, 
ohne daß Jemand ihnen wehrte. Da fahen fie tm Gebirge viele Städte und Thürme und der Schah 
ließ durch zwei Diener fragen, weldhes Volt dort wohne und wie man borthin gelangen koͤnne. 
Beide fanden bei ihrem Vorgehen eine große Brüde mit Thürmen, Deren Thore gefchloffen waren, 
und jenfeit3 eine große Stadt. Man machte Lärm, bis Jemand Fam, der nad ihrem Begehren 
fragte und wen fie gehorchten. Allein er wurde nicht verftanden. Endlich durch einen Dolmetjcher 
tonnten Beide diefem fremden Vohlke erklären, daß fie Unterthbanen des perſtſchen Königs wären und 
wiffen wollten, wer jene wären und wem fie gehordhten. Sie antworteten, daß fie Juden wären, 
feinem heidniſchen Fürften zinsbar, fontern nur einem jüdifchen. Da erfundigten fi) Beide nad 
den heidnifchen Türken, den Nachkommen Guzi's. ‘Die Juden bemerkten, daß fie ihre Bundesgenofjen 
wären, und was biejen gejchehe, anjehen würten, als fei es ihnen felbſt gethan. Als am folgenden 
Tage ein Heer der Juden zum Rampfe gegen die Perfer angerückt herabftieg, ließ der Schah ihnen 
fagen, daß er nicht fie, ſondern nur die Türken Befriegen wolle MWollten aber die Juden den 
Kampf beginnen, jo würde er alle ihre Brüder im perfiihen Reiche tödten; er erjudhe fie, vom 
Kampfe abzuftehen, mit Lebensmitteln ihn und fein Heer zu verjehen und ihm zu geftatten, Die 
tärkifchen Landbewohner, feine Feinde zu bekämpfen. Die Juden hielten Rath und befchloffen, in 
den Antrag des perliichen Stöniad megen ihrer Mitbrüber in Perfien einzugehen, zugleich aber den 
ganzen Vorgang ihren Bundesgenofjen, den Türken mitzutheilen. Der König z0g nun in ihr Land 
ein, raftete 16 Tage daſelbſt und wurde Außerft geehrt. Unterdeſſen bejegten die Türken alle Zugänge 
zu ihren Gebirgen, gingen Dem Könige von Perfien entgegen, griffen ihn an, fihlugen ihn aufs Haupt, 
fo daß der König nur mit Wenigen der Niederlage entfam. Giner der Diener des Königs verlodte 
einen Juden R. Mofes, den er mit fih nad) Perfien nahm und dort zum Sflaven madte NIE 
eines Tages die Pfeilfhüpen vor dem Könige Ti übten, übertraf R. Mofes alle Schügen. “Der 
König ließ fich nach feiner Herkunft und feinen Verhältnillen durch einen Dolmetſcher erkundigen, ſchenkte 
ihm.darauf die Freiheit, befleidete ihn mit Foftbaren feidenen Gewändern, gab ihm Gelb mit dem Beifage, 
daß, wenn. er vom Judenthum abfallen würde, er ihn zu den höchften Würden des Reich erheben wollte, 
Er weigerte fih. Da fchidte ihn der König nah Iſpahan in die Wohnung des dortigen R. Sar- 
ſchalom, der ihm feine Tochter zum Weibe gab. Diefer R. Mojes bat mir felber dieß Alles Erzählt. 
Bon da reifte ih nah Choziſtan, am Tigrie, wo derfelbe ſich in das indische Meer ergteßt, bei der 
Inſel Kiſch. Dieſe Infel ift 6 Tagr. groß, bat Feinen Feldbau, feinen Fluß, beflgt nur eine einzige 
Duelle, fo daß man nur Regenwafler trinkt. Hier finden ſich Handeldleute aus Indien und den benadhs 
barten Inſeln ein; hierher bringen auch die Bewohner Mejopdtamiens, Vemen's und Perfiend alle Arten 


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ſeidener und purpurner Gewaͤnder, Flachs, Hanf, Teppiche, Waizen, Gerſte, Hirſe, Haber, alle Arten 
Lebensmittel und Hülſenfrüchte, um damit Handel zu treiben; wozu die Einwohner Indiens Gewürze 
aller Art Bringen. Die Inſelbewohner machen die Zwijchenhändler und Teben von dem Gewinne. Auch 
leben hier 500 Juden. Bur See kam ih in 10 Tagr. nad) Katiphah mit 5000 Juden. Hier findet 
man das Bbellium. Den am 24. Niſan auf die Oberfläche des Waſſers gefallenen Regen fangen Muſcheln 
auf, verjchließen ihn und verfenken ihn in das Meer; dann gegen die Midte des Tifri deſſelben Jahres 
laſſen fih 2 Taucher an Seilen in bie Tiefe hinab und holen die Mufcheln herauf, Die fie öffnen und 
die Perlen herausnehmen. Bon da kam ih in 7 Tagr. nah Holam, dem Anfange des Reiches ber 
Sonnenanbeter und Nachkommen des Kuſch, die Sternfeher, von ſchwarzer Farbe und mit Handel befchäftigt 
find. Kommen fremde Handelöleute in den Hafen, fg treten 3 Schreiber des Königs Hinzu, zeichnen ihre 
Namen auf und führen fie vor den König. Der König aber läßt das Geld, was fie im: Freien unbewacht 
zurüdgelaffen, zu fi nehmen; worauf dann der Aufjeber in ber öffentlichen. Herberge, zu dem alles. 
Gefundene gebracht werden muß, demjenigen, der das Gefundene ald fein Eigenthum nachweift, folches 
zurüdgibt. Diefe Sitte herrſcht im ganzen Reiche dieſes Königs. Uebrigens ift von Oftern Bid Anfang 
des Jahres eine fo ungeheure Hige, daB die Leute von 8 Uhr Vormittags bis Abends in ihren Häufern 
bleiben, dann mit einbredyender Nacht auf den Plägen und in den Gaffen Lichter anzünden und fo die 
Nacht hindurch ihre Tagsgefchäfte beforgen. Hier wählt der. Pfeffer; ihre Bäume, die nieder find, 
pflanzen fie überall in der Stadt. Der Pfeffer ift weiß, aber wenn er gejammelt ift, legt man ihn in 
Gefäße, gießt beißed Waſſer darüber, trodnet ihn in der Sonne, wo er hart wird und bie braune Farbe 
erhält. Hier findet man auch das wohlriehende Rohr, den Ingwer, und allerlei Gewärzarten. Die 
Einwohner begraben ihre Tobten nicht, ſondern balfamiren fie ein, Iegen fie auf Bänfen, mit Leinwand 
bedeckt, nach Familien hin, wo fie dann, ſobald Fleifh und Knochen ausgetrodnet find, wie Iebenb aus- 
jehen, fo daß bie einzelnen Lebenden ihre Aeltern und die ganze Familie noch in fpätefter Zeit erkennen. 
Sie beten die Sonne an und haben ihr außer der Stadt ringe um auf 1, Meile Altäre errichtet. 
Morgend gehen fie der Sonne entgegen, während auf den Altären ber Zauberkreis beim Aufgange ber 
Sonne mit großem ©eräufche ſich bewegt; dann räuchern alle anweſenden Männer und Frauen der Sonne. 
Soldyer Art beurfunden fie die Thorheit ihres Heidenthums. Unter ihnen befinden fi 100 Juden, Die - 
wie alle Einwohner ſchwarz find, übrigens rechtſchaffen und am Geſetze und dem Talmud fefthalten. 
Darauf landete ih in 22 Tagr. an den Khandy-Inſeln, deren Einwohner Feueranbeter find und 
Dugbijin heißen, mit 23000 Juden. Die heidniſchen Inſelbewohner haben in ihrem Qempel Briefter, 
die größten Zauberfünftler, die es gibt; vor demfelben zünden fie in einem Thale glle Tage ein großes 
Teuer an, welches fie ihre Gottheit nennen, durch melde fie ihre Kinder führen, und in welchem fie ihre 
Todten verbrennen. Auch gibt e8 Reiche und Arme, die fi lebendig in das Feuer ftürzen. Hat‘ ein 
Solcher den Entſchluß gefaßt, jo eröffnet er ed den Seinigen, die ihm zurufen: „OD du Glüdlicher, Heil 
Dir! Am Tage des Bollzugs bereitet man ihm ein großed Gaftmahl; hierauf zu Pferde oder zu Fuß - 
begibt er fih an den Rand des brennenden Feuers und flürzt ſich lebendig hinein, worauf dann feine 
Verwandten mit Pauken und Flöten lärmen, bis er ganz verbrannt if. Nach 3 Tagen kommen 2 Priefter 
in das Haus desfelben und befehlen: „Rüftet das Haus her, weil heute euer Vater fommen wird, um 
euch Aufträge zu geben." Dazu nehmen fie aus der Stadt Beugen. Dem unter ber Geftalt des Todten 
tommenden Satan gehen Weib und Kinder entgegen und fragen ihn, wie es ihm in ber andern Welt 
gehe; worauf der Todte antwortet, daß et von feinen Stammgenofjen nicht angenommen werde, bis er- 


feinen Stindern und Nachbarn die Schulden abgezahlt habe; dann vertheilt er fein Bermögen an die 
Seinigen und fordert fie auf, alle feine Gläubigen vorzuladen und zu befriedigen. Die anwefenben Zeugen 
hören dieſe Aufträge an. Den Zodten felbit fieht man nit. Solcher Art find die Zaubereien der 
Priefter dieſer Leute. Bon da haben Diejenigen, welche nad) China, dem äußerften Oriente reifen wollen, 
AO Tagr. Das Meer, das man durchſchiffen muß, heißt Das verdichtete Meer. Hier herrjcht das Geftirn ' 
Kefil (Orion), welches Sturmmwinde bewirkt, wo dann fein Schiff, wegen Heftigfeit des Windes, fahren 
fan und der Wind felber das Schiff in Das verdichtete Meer hineintreibt, jo daß jenes ſich nicht mehr 
bewegen fann. Deßhalb gehen dort viele Menfchen vor Hunger imit ihren Schiffen zu Grunde. Tod 
‚ Hat man einen Weg gefunden, um aus Diejer Unglüdsftätte befreit zu werden. Die dorthin Reifenden 
nehmen Rindsfelle mit, und werden fie in das Unglücksmeer getrieben, fo nähen fie ſich in dieſelben ein, 
fo daß jedoch Fein Waſſer eindringen kann, halten in der Hand ein Schwert und ftürzen. fich fo ins Meer. 
Da kommen große Geier und Greife und tragen Die Leute, indem fie folhe für Thiere halten, hinaus 
auf das Feitland, um fie zu zerfleiihen. Man tödtet dann Die Raubvögel und wandert dem bewohnten 
Lande zu. Nah 15 Tagr. Fam ich nad) Gingaleh, wo 1000 Juden wohnen; von da in 6 Tagr. zur 
See nab Chulan, wo fein Jude fih findet; von da in 12 Tagr. nad) Zebid, wo Feine Juden fich 
aufhalten. | 


Bon da fam ich in 8 Tagr. nad) dem Feftlande Indiens, Ad en genannt, oder Adon in Telaffar gelegen. 
In den hoben Gebirgen dieſes Landes leben fehr viele Juden, die feinem fremden Heren gehorchen, von 
- ihren befeftigten Städten und Thürmen herab in das Land Hamaatum, oder Nubien, deffen Einwohner, 
Nubier, zum Chriftenthum ſich befennen, dieſelben angreifen, ausplündern und ſich in ihre Gebirge, ohne 
angegriffen zu werben, wieber zurüdziehen. Bon diefen Juden, die Aden bewohnen, kommen viele nad) 
Perfien und Aegypten. Von da fam ich durch die Wüfte Scheba in 20 Tagr. nah Aſſuan, am Fluffe 
Nil, der aus Aethiopien herabſtrömt. Den König Aethiopiend nennt man Sultan Alhabbaſch. Viele 
Bewohner dieſes Landes gleichen den Thieren, indem fie das Gras am Fluffe Nil efjen, nadt Laufen, 
feine Cheverbote Fennen, vielmehr nur ihrer Begierde folgen. Wenn man feindliche Einfälle in dieß Land 
macht, nimmt man Brot, Weizen, getrodnete Trauben, und Zeigen mit, wirft fie wor den Bewohnern bin, 
die ſich darauf gierig hinſtürzen, fodann als Sklaven gefangen und nad) Aegypten und andern Ländern 
verfauft werden. Dieß find bie ſchwarzen Sklaven, Chams Nachkommen. Bon Aſſuan nah Chaluah 
find 22 Tagr., mit 300 Juden. Bon da reifen Die Karamanen der Handelslente in 50 Tagr. durch die 
große Wüfte Sahara nad; dem Lande Zamwila, was das Hamilah in Sana iſt. In Diefer Wüſte 
befinden ſich große Sandberge, die der Sturmwind aufwirbelt und darin Menfchen und. Thiere töbtet; 
welche aber die Reife glüdlich vollenden, bringen mit fi Eifen, Erz, alle Arten von eßbaren Früchten, 
Gold, Toftbare Perlen u. ſ. w. Dieß Gebiet -liegt weftlich von Wethiopien. Bon Chaluah kommt man 
in 13 Tagr. nad) Kup, der Grenze Aegyptend, mit 30,000 Juden. Davon ift Fajum, fonft Pithom 
5 Tagr. entfernt, mit 20 Juden. Hier fieht man nody Ruinen von Gebäuden, die unſere Vorältern 
gebaut haben. Von da find 4 Tagr. nad Miſrajim am Nil, mit 2000 Juden und 2 Synagogen. 
Die eine tft für die paläftinenftfchen Juden, die Synagoge ber Syrier; Die andere gehört den babylonifchen, 
welche in ber Anordnung der Paraſchen und Abjchnitte der Torah anders. verfahren; indem fie innerhalb 

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eines Jahres die ganze Torah leſen, wie ed aud) in Spanien gefchieht ; "während die in Paldftina Gebornen 
die Torah erft in 3 Jahren Icfen. Auch haben jene den Gebrauch, am Tage der Gefeßesfreude allgemein 
zum Gebet] ſich zu verfammeln. Für beide Synagogen ift der R. Nathanael der Vorftand und Rektor 
der Echule, welcher ale übrigen Vorſteher und Vorſänger in Aegypten befkellt, zugleich dem Koͤnige auf: 
wartet, weldyer in dem Palafte von Zoan bei der Stadt Mijrajim refidirt. Dies ift Die Hauptſtadt für, 
alle arabijchen Stämme, wo der Herrſcher der Gläubigen Ali, Ibn Abitaleb gebietet. Alle Einwohner 
des Landes heißen Rebellen, da fie fi) gegen den großen Chalifen aus dem abbaſidiſchen Gefchlechte 
empört hatten. Beide Herrfcher halfen einander. Der ägyptiiche Herrjcher rejidirt in Zoan, er erjcheint 
alle Jahre zwei Mal öffentlidy, an ihrem Felte und zur Zeit der Nilfchwelle. Zoan if mit einer Mauer 
umgeben, nicht jo Mijrajün, weldes am Zluß liegt. Diefe Stadt ift groß, mit vielen Marktplägen und 
Herbergen verfeben; bier wohnen viele und reiche Juden. Hier regnet und gefriert es nicht, bier fallt 
fein Schnee; die Gegend iſt ſehr heiß. Doc der jährlich austretende Nil bewäflert Das Land auf 15 
Tagr., indem in den Monaten Auguft und September die Gewäfjer das ganze Yand bededen. Man hat 
eine Marmorjäule mitten im Nil, welche daraus 12 Ellen herausragt, woran fie erfennen, wie hoch bie 
Waſſer geitiegen find, fo daß, wenn fie Die Hälfte der Säulenhöhe erreicht haben, nur erft die Hälfte des 
Landes überſchwemmt fei. Ale Tage ruft der Nilmeljer in Zoan und Miſrajim aus: „Gebt Gott Die 
Ehre, da der Nil fo und fo viel Grade geftiegen iſt.“ Bedeckt der Nil die Säule, fo ift für Aegypten 
Ueberfluß für diefe Jahr gefichert. Bor der Nilſchwelle läßt Jeder in feinen Feldern tiefe Gräben aus: 
heben, in weldyen fid) während ber Ueberſchwemmung die Fiſche fammeln, die nad) dem Nerlaufe der 
Gewaͤſſer dort gefangen werben. Diefe werden gegefjen oder gefalzen und verkauft, find äußerſt fett, fo 
daß Viele mit dem Fette ihre Lampen unterhalten. Soviel Jemand immer von Diefen Fischen effen mag 
und trinkt Dazu Nilwafjer, jo ſchadet es ihm nicht, da das Nilwaſſer ihm wie Arznei dient. Fragt man 
die Leute um bei Anlaß dieſer Nilfchwelle, jo jagen fie, Daß in Hawilah ober Aethiopien reichliche Regen: 
güffe fallen, Die den Nil wachjen machen. So lange der Nil nicht anjchwillt, wird nicht gefäet. Die 
Saatzeit ift Ende Oktobers, nachdem der Nil in feine Ufer zurüdgetreten ift; im Februar erndtet man 
ichon Gerfte und im März Weizen; auch reifen in Diefem Monate Kirſchen, Nüffe, Kümmerlinge, Melonen, 
- Bohnen, der Salban-Straudy, Erbjen, alle Arten Gemüfe, Epargel, Balfanı, Salat, Koriander, Gichorien, 

Rüben, Trauben, Portolaf u, ſ. w. Das Land hat Ueberfluß au Allem. Die Gärten werben theild aus 
dem Fluſſe, theild aus Waſſerteichen bewaͤſſert. Bei Mifrajim theilt fich der Nil in A Arme; in dem 
einen ergießt er fi bei Damiate d. i. Caphtor in das Meer; in dem andern fließt er nahe bei Ale 
zandrien, au ber Stadt Rafid tem Meere zu. Im dritten Arme berührt er die Stadt Afınun u. f. w. 
An allen 4 Nilarmen finden ſich viele Städte, Fleden und Dörfer, wohin man zu Land oder Wafler 
gelangt. Dieß Land ift äußerft zahlreich bewohnt, ganz eben und hat Ueberfluß an Allem. Bon Altmif- 
rajim bis Neumijrajim find 2 Paraſg. Ruinen der alten Gebäude findet man überall, jogar noch von 
den Magazinftädten Joſephs. Auc findet fich dafelbft eine Pyramide mittelft Zauberkunft gebaut, die . 
nichts ihres Sleihhen auf der Erde hat. Die Magazinftädte find mit Kalt und Hiegelfteinen äußerſt feit 
gebaut. Hier fieht man auch außer der Stadt Die Altefte jüdiiche Synagoge, Deren Vorftcher man den 
weiſen Schüler, den Scheich Abunafar nennt. Um Mifrajim ift die Gegend auf 3 Meilen wüſte. Von 
da in dad Land Goſchen find 8 Parafg., mit der Stadt Belbeis und 3000 Juden. Von da 
fam ich nah Iskaal ajin aſchemes, font Rameſes, aber verwültet, wo noch Ruinen der Gebaͤude, 
die unfere Väter errichtet haben, gefunden werben, naͤmlich Zhürme aus Ziegelfteinen; von da in 1 Tagr. 


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nah Albutigh mit 200 Juden; von da in I Tagr. nach Sefitah mit 200 Juden; von da in 


4 Paraſg. nad) Damira mit 700 Juden; von da in 5 Tagr. nah Mahaleh mit 500 Juden; von da 


nah Alezandrien in 2 Zagr., welche Stadt Alegander d. Gr. nad) feinem Namen genannt hat; maffiv, 
geſchmackvoll, find Häufer, Paläfte und Mauern aufgeführt. Außerhalb der Etadt ift die Echule ſeines 
Lehrers, des Ariftoteles mit berrlihen Säulengängen aus Marmor, welde 20 Schulen umfaſſen, wohin, 
um den großen Lehrer zu hören, aus allen Gegenden Yernbegicrige fi begaben. Der obere Theil der 


Stadt ift von Grund aus gebaut; der untere rubt auf ©cwölbbögen. Hier gibt es Kaufpläge und 


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Straßen, die Niemand gejehen hat, von denen die vom Thore Raſchid bis zum Seethor 1 Meile lang 
geführt ift. Daſelbſt erbaute er aud) einen Leuchtthurm, arabiſch Minar Alegandria genannt, mit 
einem großen Spiegel, in weldem man alle feindlichen Echiffe aus Griechenland oder den Abenplande 
in weiter Ferne erfennen und gegen fie fich ſchützen kounte. Lange nad) der Zeit Alexanders landete ein 
griehifhes Schiff im Hafen, deſſen Her Theodoros, ein Grieche von Geburt, in allen Wiſſenſchaſten 
erfahren (damals gehorchten die Griechen den Aegyptiern) welcher dem Könige von Aegpypten eine große 
Summe Geldes und foftbare feitene Gemänder zum Geſchenke brachte und, nad ter Eitte der See— 
Leute, fich vor den Spiegel ftellte. Mit ibm ſpeiſte täglich Der Aufſeher des Warttburmes mit feinen 
Dienern, So kam ber Grieche täglich in den Thurm. Un einem Tage beruufchte er den Auffeher und 
Feine Diener fo im Weine, daß Alle ſchliefen. Da zerſchlug Der Grieche mit feinen Geeleuten den Epicgel, 
amd verließ noch in nämlicher Nacht den Hafen. Bon nun an Famen die Chriften mit vielen und KG 
Fahrzeugen nad) Aegypten, nahmen die Inſeln Creta und Cypern hinweg, Die jegt noch den Griechen 
ehören und jo behielten fie die Oberhand über bie Aegyptier. Bon da an ift Diefer Thurm Allen, Die nad 

lexandrien fehiffen, ein Merkzeichen, indem fie ihn ſchon in einer Entfernung von 100 Meilen fehen, un 
fo mehr als Tag und Nacht darauf eine Fackel brennt, nad) welder die Echiffe ihren Yauf richten. Dieſe 
Stadt beſchäftigt ſich außerordentlich mit Handel und die Einwohner machen große Gejchäfte. Auch kommen 
Handelsleute aus allen Theilen der Erde bierber, aus Valencia, Tosfana, Lombardien, Apulien, Amalfi, 
Eizilien, Cordoba, Spanien, Rußland, Deutichland, Echweiz, Dänemark, England, Flandern, Henegau, Nors 
mandie, Frankreich, Poitou, Angers, Burgundien, Provence, Matland, Genua, Piſa, Aquitanien, Aragonien, 
Navarra. In gleiher Weiſe aus den weltlichen Gegenden der Mauren, aus Andalufien, Portugal, 


‚Afrika, den arabijchen Ländern; ſogar aus Indien, Chamilah, dem übrigen Aethiopien, Nubien, Yemen, 


Mefopstamien, Syrien, Griechenland und der Türfei. Hierher werden aus Indien die foftbarften Speze 
zeien geliefert, welche hriftliche Kaufleute auffaufen. Alegandrien ift angefüllt mit fremden Handelöleuten, 
die nach Nationen immer eine Herberge bewohnen. Am Ufer des Meered fiehbt man ein marmornes 
Grabmal, auf welhem alle Arten Vögel und anderer Thiere eingegraben find, die Hieroglyphenſchrift der. 
alten Aegyptier, die Niemand leſen kann. Man will vermuthen, Daß bier ein vorfündfluthlicher König 
begraben jei, veflen Grabed Länge 15 Spannen und Breite 6 Spannen beträgt. In der Stadt Ichen 


3000 Juden. Bon da fam ich in 3 Tagr. nad) Damiette, fonft Caphtor, mit 200 Juden; von da in 


entfernt find. Dad rothe Meer ift nur 1 Tagr. .vom Sinaj en 


3/2 Tagr. nach Sonbat, deifen Einwohner Flachs jäen, und weiße Leinwand weben, Die in alle Pänder 
ausgeführt wird; von da in 4 Tagr. nah Ailah, ſonſt Elim, von nomadilirenden Arabern bewohnt; 
von da in 2 Tagr. nad) Raphidim, wo nur Araber, Feine Juden wohnen; von da in 1 Zagr. au 
den Sinaj, auf. deſſen Gipfel ſich ein Möncsklofter der Syrier, an dejjen Fuße ſich ein großes Dor 
befindet, deſſen Einwohner chaldaͤiſch ſprechen und den Aegyptiern geboren, von denen fie 5 Tagr. 

ern dasfelbe ift ein Buſen des 
indiſchen Meeres, welcher fid gegen Damiette zu erftredt. Bon da ift zur See 1 Tagr. nah Tennis, 
fonft Hanas, eine. Inſel mitten im Meere; bier ift die Grenze Aegyptens. | 


A. Sheimreife durch Europa. 


In 20 Tagr. landete ih in Meſſana auf der Inſel Sizilien; die Stadt liegt an Der Meeres⸗ 
enge zwiſchen Sizilien und &alabrien, mit 200 Inden; fie hat Ueberfluß an Allem, in Feldern, Gärten 
und Weinbergen und ift der Sammelplap für die Chriften, welche nad Jeruſalem wallfahrten. In 


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2 Tagr. kam ich nah Palermo einer ſehr großen Stadt, 2 Meilen weit und breit, mit bem Palaſte 
des Königs Wilhelm und 1500 Juden, dann fehr vielen Chriften und Mohammebanern. Die Stadt 
hat Ueberfluß- an allen Grzeugniffen des Bodens, beſonders Getraid, Obſt und. Wein, wie feine Stadt 
der Inſel. Diele Stadt bewohnt der Vizefönig. In ihrer Mitte iſt ein großer Brunnen mit einer 
Mauer umgeben, und einem Fiſchteiche, den fie Alhaſinah nennen, voll der ſelteſten Fiſche und mit ver⸗ 
goldeten un verfilberten Schiffen; worauf ſich der König mit feiner Familie vergnügt. Im Garten fieht 
man aud einen Palaft, deſſen Wandungen bemalt und mit Gold und Silber verziert find. Das Pflafter 
ift von Marmor, mit allen möglichen Bildern die in der Welt gefunden werben. Die äußere Beſchaffen⸗ 
heit der Gegend ift ſolcher Art, daß ınan nicht leicht eine zweite finden kann. Die Inſel beginnt mit 
effana. Ber Reiſende kommt dann nah Gatania, Syrafus, Mazara, Pantaleone, Trapani, 
und dieß in 6 Tagr. Bei Trapani findet man ein Korallenraff, Almurgan genannt. Von da fommt 
man in 3 Tagr. zur See nah Rom; von da in 5 Tagr. zu Lande nah Yucca; von da in 12 Tagr. 
über die Apenninen, die Stadt Maurienne, die italifhen Päffe und die Stadt St. Bardin, wo 
Deutjchland beginnt. Die Gegend iſt äußerft gebirgig. Die Juden wohnen den Rhein abwärtd; von Da 
nach Göln, der Hauptitadt bed Reichs; von da na Sufenburf, wo Deutihland aufhört, und dieß in 
15 Tage. Deutjhland nennen die Juden Aſchkenaz. Die Juden haben Gemeinden in Coblenz, 
Andernad, Caub, Creuznach, Dingen, Germersheim und Obermünſter — überall ſind die 
Juden, nirgends iſt ein Zeichen, daß ſie zu einem Volke vereinigt werden, bis Gott unſere Verbannung 
heimſucht, den Thron des Meſſias aufrichtet und verkündet: „ich will die Juden führen und fie ver 
Sammeln!" Dod in dieſen deutſchen Gemeinden gibt es auf) Gelehrte; die Mitglieder lieben einander und 
bieten gerne den Juden aus der Terne, ſowie aus der Nähe fih als Wegweijer an. Kehrt ein Gaft 
bei ihnen ein, }o bereiten fie ihm ein Gaftmahl und jagen: „Freuet euch, unfere Brüder; denn das Heil 
von Gott wird einem Augenblid an Schnelligkeit des Kommens gleichen. Bielleiht, wenn wir nicht fo 
ehr fürchteten, daß Die Zeit der Erlöfung angefommen und Schon eingetreten, würden wir ſchon geſammelt 
ein. Allein bevor die Zeit Des Schneidend und die Stimme der Xurteltaube (hohes Lied 2, 12) 
gekommen und ber Jubelruf der frohen Botjchafter: „„Hochgelobt fei der Herr!““ gehört werben wird, gibt 
es für und fein Gefammelt werden." Dieſe deutfchen Juden ſchreiben ſich gegenfeitig Briefe, worin ſie 
ſich alſo grüßen: „ſteht feſt im Geſetze Moſis; und weiche Sion und Jeruſalems Fall betrauern, mögen 
um Grbarmen bei Gott flehen, mögen es in Heiligkeit und Trauerkleidern thun. Außer jenen Städten 
Deutfchlands, die wir erwähnt haben, nenne ih nody Straßburg, Duisburg (Augsburg), Mons 
tern (2), Peſſinges (Freifing) Bamberg, Sor und Regensburg im beutichen Reiche, wo viele 
Juden wohnen, barunter viele Gelehrte und reiche Leute. Bon da fommt man weiter nad Prag, wo 
Slavonien anfängt, was bie Dort wohnenden Juden’ das Land Sanaan nennen, weil die Eingebornen Des 
Tandes ihre Söhne und Töchter in. alle Känder verkaufen, wie auch die Ruſſen. Das Slavenreich ifl 
von großem Umfange, von Dem Prager Thore bid nad) Kiew (Pinego), der Grenzitadt des Reiche. 
Diefes Land iſt ſehr 'gebirgir und bewaldet, wo die Thiere Vaiverges, auch Nablenos genanıt, vorkommen. 
Bor grimmiger Kälte verläpt im Winter Niemand fein Haus; bis hierher vom ruſſiſchen Reiche, Was 
das Frankenreich angeht, was wir Sarphat nennen, ſo iſt von der Stadt Alſodo bis Paris ein 
Weg von 6 Tagr.; dieſe Stadt, bie Mefidenz des Könige Ludwig, ift ſehr groß, liegt an ber Seine und 
beſißt gelehrte Juden, wie fie nicht mehr in ber Welt fonft gefunden werden. Tag und Nacht Tiegen fie 
den Wiſſenſchaften ob, find gaftfrei gegen alle Reiſende und zeigen fid) als wahre Brüder und Genoſſen 
gegen die Juben. Gott erbarme ſich nad) der Menge jeiner Erbarmniffe unſer und ihrer, und wolle au 
und und an ihnen fein Wort (Deut. 30,1 flg.} erfüllen: „wenn bu dich befehrft, jo wird Er did wieder 
fammeln aus allen Völkern, wohin dich der Herr dein Gott zerſtreut hat.“ Amen! Umen! Amen! 


+ Bu Ende und vollendet © — 


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Zahres- Bericht 


Röutgt. Bayer. Lheeum, SHunafun 


und über die 


lateiniſche Schnle 


zu 


"Bamberg, 


nebit 


einem Programme zur Schlußfeier des Studienjahres 18°7%,. 


Bekannt gemahf am 7. Auguſt 1858. 


Bamberg. 


Drud von W. Bärtner, vormals G. MR. Klebsadel. 


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I. | 
Köutiglides Eygcerm. 


A. 


Verzeichniß der Worlefungen, welche am königlichen Lyceum im Studien— 
iahre 18°% 58 gehalten wurden. 


8. 


Bei der  philofophifchen Sertion. 

1) Philoſophiſche Bropädeutif, Anthropologie und Pſychologie — in A Stunden wöchentlich 
während des Winterfemefters "vorgetragen von dem kgl. Lucealprofejlor Herrn Dr. Katenberger. 

2) Logik und Metaphyſik — im Sommerjemefter in 4 Stunden woͤchentlich von bemfelben. 

3) Geſchichte der Philofopbie, verbunden mit philoſophiſchen Gonverfatorten — in 
2 Stunden wöchentlid während des ARUNSEEIFIRENEN? und in 3 ———— wochentlich während bes 
Sommerfemefterdö von demſelben. 

4) Allgemeine Geſchichte — im Winter: und Sommerfemefter in 6 Stunden wege, vor: 
getragen von dem kgl. Lyceal-Profefjor Herrn Joſeph Schöpf. 

5) Geſchichte Bayerns — in 2 Stunden wöchentlich während des Soninierenines von demjelben. 

6) Klaffifhe Literatur der®riehen und Römer a) im Winterfemefter: Aus der Literatur: 
geichichte über römische Geſchichtſchreibung und Geſchichtſchreiber, — Dann Ueberſetzung und Grflärung 
der Annalen des Zacitug, Buch IL; — b) im Sommerfemefter — nad einer Einleitung über 

- dad MWefen der Beredfamkeit Die gefchichtliche Entwidlung der griechischen Beredfamfeit und Charafteri: 

ſirung der griechifchen Redner, — hierauf einige Neben des Demosthenes — vorgetragen in 4 Stunden 
wöchentlich von dem fgl. Profeſſor Herrn Dr. Haberjad. 

TD) Mathematik — a) im Winterjemefter: ſphäriſche Trigonometrie in Verbindung mit Aftronomie 
in 4 Stunden wöchentlich; — b) im Sommerfemefter, analytifche Geometrie und Theorie der Funk: 
tionen — als außerordentlihes Kollegium in 1 Stunde wöchentlich — vorgetragen vpn dem Fal. 
Lycealprofeifor Herrn Dr. Güßregen. 

8) Experimentalphyſik — im Winterfemeiter in 4 Stunden wöchentlih, — dann Fortſetzung in 
Verbindung mit Phyfif der Erdrinde und der moipbäte im Sommerfemefter 5 Stunden wöchent⸗ 
lih — von demielben. 

9) Chemie — in 6 Stunden wöchentlich während des ul — vorgetragen von dem kgl. 
ycealprofeffor Herrn Philipp Hoffmann. 

40) Naturgefhihte — im Sommerjemefter in 6 Stunden wöchentlich von demielben. 


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11) Ueber franzöfifhe Sprache und Literatur — in beiden Semeftern in A Stunden wöcente 
lih — von Herrn Moldenhaver, 

42) Unterricht in der hebräijchen, arabiſchen und ſyriſchen Sprache — mit Ueberſetzung 
und Erklärung der Heinen Propheten, der Merkwürdigkeiten Aegyptens von Abdullatif und ber an 
— von dem kgl. Lycealprofeſſor und getftlichen Rathe Herrn Dr. Mastinet. 

09 Der an bie Stelle des Profefford Df. Zeuß vurch allerhöchſte Antfchliefang vom 5. Mai 1856 als Profeflor der Bes 
fhichte für daß k. Lyceum bahier ernannte Hofrath Dr. Schneidawind mwurbe ber Anſtatt und ſeinen Freunden leider 
ſchon am 26. Juli v. J. durch den Tod wieder entriſſen and am deſſen Stelle der kgl. Lyceal-Profeſſor Joſeph Schöpf 
in Folge allerhoͤchſter Entſchließung vom 3. Detober desſſelben Jahres vom koͤniglichen Lyceum zu Speier anher verſetzt. 

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Bei der theologiſchen Section. 

Die durch die allerhöchfte Verordnung vom 8. Februar 1834 für die theologifche Sektion vor- 
gefchriebenen Lehrgegenftände: 

1) Einleitung in die heiligen Säriften — a) des alten Teftaments im Winterfemefter — 
b) des neuen Teftament3 im Sommerjemefter in 3 Stunden wöchentlich für den erften Bela 
Curſus — vorgetragen von dem geiftlichen Rathe und Lycealprofefior Herrn Dr. Martinet. 

2) Bibliſche Arhäologie — für den an theologifchen Gurfus in 3 Stunden wögent in 
beiden Semeftern — von demſelben. 

3) Bibliſche Philologie — (hebräifche Sprade) für ben erften theologischen Curſus in 3 Stunden 
"wöchentlich in beiden Semeftern — von demmfelben. . 

4) Exegeſe — a) der heiligen Schriften des alten Teftaments, — der meflianifchen Palmen, der 
Bub-Stufen-Hallel-Pfalmen, dann des Pf. 118 nach der Vulgata — im Winterfemefter; — b) des 

neuen Teſtaments — der fatholifchen Briefe — im Sommerjemefter in 4 Stunden wöchentlich für Die 3 
theologiſchen Curſe von demfelben. 

5) Dogmatif — vorgetragen von. dem kgl. Lycealprofeſſor Herr Dr. Georg Mayer: — a) Generelle 
Dogmatik für den erften theologifchen Curſus, in 3 Stunden wöchentlich in Beiden Semeftern ; 
— b) Spezielle Dogmatif, Ite Abtheilung mit Nepetitorium und Difputatorium — für Den 
2ten und Zten theologischen Curſus in A Stunden wöchentlich während beider Semefter. 

6) Patriſtik — vorgetragen von demfelben: Einleitung in die Literatur der apoftolifchen Väter; 
Leſung aus den Briefen des römischen Klemens, des Barnabad und des Ignatius — wöchentlich in in 
1 Stunde im Sommerfemefter fir die drei theologiſchen Curſe. 

7) Moraltheologie — erfte Hälfte vorgetragen von dem Heren Domkapitular Dr. Leonard Schmitt 

für ben erften und zweiten theologiſchen Curſus in beiden Semeftern 3 Stunden wöchentlich. 

8) Paftoral (Liturgif) — für den 2ten und 3ten theologifchen Gurſus in 8 Stunden wöchentlich — 

von besjelben. | 

5) Kirhengefhihte — IE Hälfte — vorgetragen von dem kgl. Lyrealprofeffor Herrn Johann 
Spörlein für den erften und zweiten Dale Curſus in 5 Stunden wöchentlid in beiben 
. Semeftern. 

10) Kirchenrecht mit Anleitung zum geiftlihen Geſchäftsſtyl — für ben zweiten theologiſchen 
Curſus in beiden Semeſtern in 4 Stunden wöchentlich vorgetragen von demfelben. 


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41) Landwirthſchaft — in 2 Stunden wöchentlich in beiden Semeſtern für den zweiten und britten 
theologifchen Curſus (Bodenkunde, Düngerlchre, Bobenbearbeitung, fpezieller Pflanzenbau, Wiefens 
kultur, Drainage) — vorgetragen von dem kgl. Inſpektor des Naturalienfabinet3 Herrn Dr. Haupt. 

a) Nebſt diefen obligaten Lehrgegenftänven ber theologiſchen Section wurde nodı von dem unterzeichneten Berichterftatter im 
Unfange des Winterſemeſters eine allgemeine Ginleitung (Encvelopädie) in bie Theologie für die Gandibaten des erften 
theologiſchen Curſus vorgetragen; — von ben fämmtliden geiitlihen Profefioren des koͤnigl. Lyeeums aber wurden abwech⸗ 
felnd an den Sonn: und Fefttagen Religiondvorträge für Die Candidaten der Philoſophie und Xheologie gehalten; auch 
beforgten die Lyecalprofefjoren an Som⸗ und Feiertagen den Gottesdienſt in ber un für tie Lyceiſten und 
Gymnaſiſten. 


Verzeichniß der am n konigl. Lyceum im Studienjahre 185%; immatrien⸗ 
lirten Candidaten — alphabetiſcher Ordnung. 


_Eandidaten * Philoſophie. 


= Namen Wi; 
der Geburtszeit. Geburtsort. Stand der Aeltern. 
| Herren Candidaten. | 
RE BERNER BER EEE EEE. DEREN Sm ——————— 
119 err Baier, Johann 2. 5. Suli 1838 No —. | Gerbermeifter in Kronach. 
2! „ Banzer, Philipp 23. Aprii 1839 Bamberg |Ghorrettor in Bamberg. 
3) „ Behr, Paulus 26. Januar 1838 Nothhaufen i. Utrfr. Defonom. 7 
4 „ Brehm, Eduard 4. Auguft 1839: Bamberg Schreinermeiſter. 7 
5| „ Brunn, Georg 31. Januar 1839; Genthenreuth ‚Landmann. 
6| „ &ammerer, Johann B. |14. Novbr. 1840 Breitenreuth gl. Revierförfter in Guttenberg. 
7| „ Dennerlein, Joh. B. |14.Novbr. 1837, Döringftabt Schullehrer in Döringftabt, 
8 „ Slierl, Theodor 14. Juni 1839| Bamberg |Privatier. + 
9| „ Gehr, Jakob 2.Suni 1835 Höchſtadt a. M. Bädermeifter in Hoͤchſtadt. 
10) „ SHafelbed, Johann 10. Juni 1837| Bamberg ESchneidergeſelle. 
11) „. Hümmer, Pankraz 18. Juli 1838 Kleukheim Landmann. 
12) „ bel, Valentin 28. Auguft 1838 Burgwindheim Pofterpeditor in Burgminbheim. 
13] „ Ludwig, Anton 15. Juli 1837| Bamberg Mufiklehrer an der Studienan- 
- Ze ftalt in Bamberg, 
14) „ Mebner, Joſeph 10. April 1839 Bamberg Buchbindermeifter. 
15) „ Bopp, Eugen 10. Dezbr. 1838| Bamberg pen. Regierungstanglift. 
16| „ Schmitt, Andrea 28. Septbr. 1837 Unterhaid Scullehrer. F 
17) „ Schweighart, Nikolaus | 7. Januar 1839) Haßfurt i. Unterfr. \Nagelfehmiebmeifter. 
1418| „ Weberbauer 22, Januar 1840) Baunad) i. Unterfr. Landgerichtsdiener i. Baunach. 
‚1419| „ Will, Jakob 2. April 1835; Steimwiejen Schullehrer in Teufchniß. 
|; Bent, Friedrich 8. Januar 1838 |Seronadh Beterinärarzt in Bamberg. 


*) Der Candidat der Philoſophie Georg Brunn, durch feine ganze frühere Studienzeit an der Lateinjchule und dem kgl. GOym⸗ 
nafim dahier durch Fleiß, Fortgang und fittliche8 Betragen andgezeichnet, war durch anhaltende Krankheit von der Mitte 
des Winterjemeiterd an ee die Vorlefungen zu befuchen und flarb am 28. Mai dieſes Jahres im Folge eines unheil- 
baren Lungenleiven®. 


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b. . 
Candidaten der Theologie. 
Erſter Gurfus. = 


Namen e 
ber Geburtszeit. Geburtsort. 


Stand der Aeltern. 


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= 
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8 Herren Candidaten. 


Herr Bleyer, Milpelm 10. uni 1835 |Poppenreuth Scäullehrer. 7 

n Dieb, Jakob 17.Novbr. 1836 Bamberg Mebgermeifter. 7 
3 „Fleiſchmann, Joſeph 4. Januar 1838 Poppendorf Schullehrer. 
4 „ Sublen, Georg 16. Dezbr. 1834 Gößweinſtein Privatmann. 
5| „Knoblach, Adam 24. April 1833 |Bamberg Dedienter. 
6) „ Vorzelt, Georg. 24. Novbr. 1834 Neukenroth Schuhmachermeiſter. 
7 „ Schrüfer, Adam 23. Juli 1738 Prieſendorf Defonom. 


*, Die Herren Gandidaten Knoblach und Schrüfer traten am Ende bed Winterfemefter vom Egl, Oyceum dahier freiwillig 
aus, um daß theologiſche Studium an der Univerfität in Mürzburg fortzufegen. 


Zweiter Curſus. 


gi Namen | 

8 ber Geburtszeit. Geburtsort. Stand der Aeltern. 
51Herren Caudidaten. | | 

DO 2 se unten a —— a u u 

1Herr Beer, Johann B. 24. Novbr. 1832 Ganlas Brauer. T 

2| „ 9. Buſeck, Freihr. Franz 14. Suli 1833 Bamberg - k. E. öfterreih. Kammerberr. 

3] „ Drummer, Sojeph 27. März 1835 |Thurndorf Schullehrer. 

4 „ Dufold, Andreas 26. April 1834 Scheßlitz Schuhmacher. 

5| „ Gruner, Leonhard 20. Novbr. 1834 Rollhof Bauer. | : 

6| „ Hugel, Kalpar. 14. Januar 1836 Stegaurach Schuhmader. 

7| „ Lembach, Georg 18. Februar 1836 |Bifchberg an. | 

8 „ Ruhl, Carl 27. Januar 1833 Nedensdorf Schullehrer, T 

9| „ Rummel, Theodor 10. Suni 1834 ‚Schongau | k. Bezirksgerichtsdirekt. i. Bambg. 
401 „ Saffer, Martin 11. Septbr. 1835 Kauerhofen Schneidermeifter. 

11) „ Schrüfer, Theodor 24. Novbr. 1836 |Bamberg - . Schieferdedermeifter. F ; 
12) „ Wittauer, Adam 6. Auguft 1835 |Waifchenfeld Mebgermeifter. 

1413| „ Bahn, Georg 21. Sunt 1835 |Brünnberg Landmann. 


— — — 


Dritter Curſus. 
— Namen 
3 ber - | Seburtözeit. | Geburtsort. Stand der Xeltern. 
8| Herren —— 
— 
1 49er Braduer, Joſeph ‚ 125. April 1833 Lichtenfels Buchbinder. 
2| „Friedrich, Johann 5. Mai 1836 Poxdorf Schullehrer. 7 
3| „ Gebhardt, Johann 8 Mai 1833 Steifling Landmann. _ 
4 „ Dtt, Johann Meldhior | 2. Sanuar 1836 ‚Haufen Maler. 
5) „ Pöhlein, Johann 10. Dezbr. 1834 Gößweinſtein Pfragner. 7 
6) „ Sauer, Johann 3. Juli 1834 Geißfeld Bauer. 
7 m Schäfer, Georg 16. Januar 1837 ‚Bamberg Bildhauer und Magiftratd-Rath. 
8 „., Schmitt, Joh. Jakob 115. Auguft 1832 ‚Xemmern Bauer. 
9| ,„ Schönfelder, Joſeph 8. Juni 1838 Forchheim rechtsk. Bürgermeifter i. Forchheim. 


16. Septbr. 1836 Forchheim rechtsk. Buͤrgermeiſter i. Forchheim. 
7. Septbr. 1832 Ansbach Getraidmeſſer. 
. 4142| „ Zahnleiter, Theodor 22. Mai 1833 Burgebrach Maurermeifter. 
* „ Schürger, Valentin 6. Dechr. 1828 Bamberg Schreinermeifter. 
°, Herr Valentin Schürger abjolvirte das vorjhriftmäßige Etubium ber Theologie mit bem Ende bed Binterfemeßers; cf. der 
vorjährige Katalog pag. 7°) 


DEE Das Studienjahr beginnt nach $. 24 der Satzungen des koͤnigl. Lyceums am 1. No⸗ 
vember, und endigt am 31. Auguſt. — Die Immatriculation für das erſte u geſchieht am 3. No» 
vember, für das zweite Semefter am Montage nach der Ofterwoche. 


10) „ Schönfelder, Wilhelm 
11] „ Sorg, Johann Jakob 


Bamberg, am 7. Auguft 1858. 


Br. A. Gengler, 


Domdechant und Director des kgl. Qyceumb. 


SEiuiglides ÖGyomueffium. 


A. Zehrer-Rollegium, 


1. Studien-Reltor. 


Der kgl. Gymnaſial⸗ Profeſſor Dr. Joſeph Öutenäder, Ritter I. Klaſſe des VerdienſtOrdens vom 
heil. Michael. 
2. Ordentliche Klaſſen⸗- und Fachlehrer. 
Der kgl. Gymnaſial-Profeſſor Herr Dr. Ferdinand Haberſack bis 14. Febr. 
Der ki. Gymnafial-Profefjor Herr Chriftian Setk vom 15. Febr. an Lehrer ber IV. Klaffe. 
Der tgl. Gymnafial-Brofeffor Dr. Joſeph Gutenäder, Lehrer dee IL Klaſſe. 
Affiftent: der geprüfte Lehramts-Randidat Herr Eduard Mutzl im YBinterfemefter, 
ber geprüfte Tehramts-Kandidat Herr Lorenz Kaftner im Sonmerfemefter. 
Der gl. Gymnaſial-Profeſſor und Priefter Herr Johann Bapt. Franz Mohr, Lehrer ber IL Klaſſe. 
Der kgl. Gpmnafial-Profeffor Herr Karl Weippert, Lehrer ber I. Klaſſe. 
Der kgl. Gymnafial-Brofefjor, Priefter und Negens des freiherrl. v. Aufſeeß'ſchen Seminars Herr Johann 
Bapt. Rorich, Neligiondlehrer der katholiſchen Schüler. 
Der kgl. Gymnafial- -Profefjor Herr Dr. Theodor Hoh, Lehrer der Mathematik, Phyſik und mathe: 
matiſch⸗phyſikaliſchen Geographie. 
Der kgl. proteftantifhe Dekan und Stadtpfarrer Herr Guſtav Heinrih Schneider, Neligiondlehrer 
der proteftantiichen Schüler. | 
Herr Franz Ser. Gentre, Lehrer ber. franzöfiihen Sprache. 


| 3. Anperordentlihe Fachlehrer. 
Der erzbifchöfliche geiftliche Rath und kgl. Lyzeal-Profeſſor Herr Dr. Adam Martinet, Lehrer der 
bebräifhen Sprache. Außerdem ertheilte er freiwillig und unentgeltli Unterricht im 
Italieniſchen. 
Herr Joſeph Stenger, Stenographielehrer. 
Herr Joſeph Dietz sen. für Geſang und Saiteninſtrumente. 
Herr Georg Friedrich Ludwig für Blasinſtrumente. 
Herr Chriſtoph Deininger für Zeichnen und Malen. 
Herr Adolph Kummer, Lieutenant im kgl. bayr. 5. ——— Regiment — von veſſen) für 
Schwimmen. 
Herr Kaspar Biffing, Turnlehrer. 


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BB. Lehrgegenftände, 
1: Ordentliche Tehrgegenftäube. Ä 

IV. Slafle. 1) Religion: a) Tatholifche: die allgemeine Religionslehre nach dem vor 
gejchriebenen Lehrbuche; — b) proteftantife: «) die Grundlinien von Dr. Thomafius wurden ganz 
durchgenommen und repetirt, dann wurde noch die Ginleitung zum Tirchlichen Befenntniffe oder zur Sym- 
bolik nad) demfelben Lehrbuche behandelt; — A) die bibliihe Geſchichte nach dem vorgefchriebenen Lehr: 
buche von Dr. Kurtz $. 1—76. — 2) Yateini a) ftatarifch: Ciceron. de offic. Lib. I. — Horat. Sat. L 
1. 2. 3. 4; — Epist. 1. 9. 10. 11. 12. 13. 15. 16. 17. 18. ed. Monac. — b) kurſoriſch: Cicer. de offic. 
Lib. U. et III.; — c) mündlide Uebungen aus Eüpfle, Bd. IL; — d) fchriftliche Weberfegungen. — 
3) Griechiſch: a) Platon. Phaedo.; — Sophocl. Philoctetes; — b) mündliche Mebungen nach Halms II. 
Kurſus; — c) ſchriftliche Meberfeßungen. — 4) Deutſch: a) Theorie der ſchönen Redekünſte nach Ejchen- 
burg⸗Pinder: Satire, Drama (Trauerſpiel, Luftfpiel, Oper); Rhetorik; zahlreiche mündliche Uebungen 
in der Invention und Dispofition; — b) [hriftlicdye Abhandlungen in Schul: und Hausaufgaben; — c) Ge 
fchichte der deutſchen Nationalliteratur nad) Hüppe, IIL und IV. Zeitraum. — 5) Franzöſiſch: a) Wieder: 
bolung der fehwierigften Lehren der ganzen Grammatik in franzöfiicher Sprache; — b) ſchriftliche und 
mündliche Uebungen; — c) vorzüglide Kabeln von Lafontaine erflärt und memorirt; — d) Ueberficht 
der allmählichen Bildung der Sprade, ald Einleitung zur Geſchichte der frangöfifchen Literatur. — 6) Mathe 
matif: a) Stereometrie nad) Dr. Mayers Leitfaden mit felbftändigen Uebungen; — b) Trigono: 
metrie: Ginleitung über die Methode diefer Wiſſenſchaft; — die trigongmetrifchen Funktionen nad) ihrem 
quantitativen und qualitativen Eigenſchaften; — goniometriihe Grund-Formeln; — Formeln für Summen 
und Differenzen von Bogen, ſowie für Summen und Differenzen der Funktionen; — Lehrjäße zur Be 
‚rechnung gerabliniger Dreiede überhaupt und rechtwinkliger insbejondere; — Bufammenftellung der mög. 
lichen Fälle in Tabellen; — praftiiche Beiſpiele. — 7) Phyſik: a) allgemeine Eigenfchaften der Körper; 
— b) Mechanik der feſten Körper; — c) Mechanik der Himmelsförper (mathematifche Geographie) mit 
Anhängen über Chronologie und Meteorologie. — 8) Geſchichte: a) allgemeine: die ganze neuere nach 
Welter; — b) bayerifche nach eignen Diktaten; — Wiederholung der älteren; — die neuere bis auf 
unfere Tage. . I | 

HUN. Klafſe. 1) Religion; a) fatholifche: vom chriftlichen Leben nach dem vorgejchriebenen 
Lehrbuche; — b) proteftantifche: f. IV. Klaſſe. — 2) Latein: a) ftatarifch: Cic. oratt. pro lege 
Man. — pro S. Rosc. Amer. — Horat. Od. IH. et IV. u. Carmen saecul. nad) der Münchener Schul» 
ausgabe; — aus Cicero und Horaz wurde Mehrere memorirt; — b) kurſoriſch: Virg. Aen. IL et IIL 
—’c) theild mimbliche theil& fchriftliche Ueberſetzungen aus dem Dentfchen in das Lateinifche. — 3) Grie— 
chiſch: a) ſtatariſch: Isocrat. Evagoras et Paneg.; — Euripid. Iphig. Aul.; — b) kurſoriſch: Hom. 
JL VL et VIL; — c) die gefammte griech. Syntag nah Halm, theils wiederholt, theils neu eingeübt, 
durch Ueberſetzungen aus dem Deutfchen in das Grichifche. — 4) Deutſch: a) Theorie ded Epos und _ 
der Lyrik nad) Eſchenburg-Pinder; — das Wichtigfte aus ber Nhetorif; — b) Gefchichte der deutſchen 
Nationalliteratur nah Hüppe bis zum XVI. Jahrh., verbunden mit Leſeübungen; — c). jchriftliche 
Mebungen: deutſche Abhandlungen, Chrieen, Gedichte un. f. m. — 5) Franzöſiſch: a) Wiederholung der 
Aufgabe Des vorigen Jahres in franzöfiicher Sprache; — b) Grammatif von Ahn, Kap.X. bis zum Ende; 
— c) jhriftlide und mündliche Uebungen; — d) Erklärung und Memoriven der beiten Fabeln von 

oo. 2 


10 


Lafontaine; — 6) Lektüre und Analyfe von Telemaque. — 6) Mathematit: a) Geometrie in der — 
— b) Goniometrie. — T) Mathematiſch-phyſikaliſche Geographie: a) Geſtalt, Größe, Be 
wegung ber Erbe; — b) Chronologie; — c) Umriffe der Meteorologie; — d) Sonnen: und Monde 
finfternifje; — e) Ebbe und Fluth; — f) Beftimmung cöleftifcher und terrefiriicher Punkte; — g) Planeten 
mit ihren Monden; — h) Kometen; — i) Sternfchnuppen und Meteorfteine; — Kk) Fixſterne. — 8) de 
fhichte: a) allgemeine: nad Wieherholung bes früher Erlernten die Beit von 1096 bis 1648 nach 
Welter; — b) bayerifche: von 1180 Bis 1651 nad) Freubenfprung. 

11. Klafſſe. 1) Religion: katholiſche: von der Helligung und ben Ießten Dingen nach dem 
vorgefchriebenen Lehrbuche. — 2) Latein: a) Wiederholung der Syntag, insbefondere der Tempus: und 
Moduslehre; — Syntaxis ornata; — b) jehriftlich und mündlich wurden überfeßt aus Holzerd IL Kurfus 
bie Aufgaben 201—270; — c) ftatarijch wurbe gelefen: Liv. L; — Virg. Aen.I: et IL; — d) kurſoriſch: 
Liv. .; — Virg. II. — 3) Griechiſch: a) Wiederholung der Kafuslehre; — b) Genus-, Tempus⸗ und 
Mobuslehre mit mündlichen und fchriftlihen Mebungen aus Halm; — c) ſtatariſch wurde gelefen: 
Xenoph. Cyrop. lib. L et II. bis Cap. IV.; — Hom. Jlias L, I. et III.; — d) kurſoriſch: Hom. Jlias 
IV. et V. — 4) Deutfd: a) Styllehre; — b) Figuren und Tropen: — €) das Weſentliche ber 
einzelnen Dichtungsarten nach Kehrein; — d) jchriftlihe Stylübungen. — 5) Franzoͤſiſch: a) nad 
Wiederholung der Aufgabe des erften Jahres Fortjekung der Grammatik von Ahn vom Iten Kapitel bis 
zum Schluffe; — b) fhriftlihe und mündliche Uebungen; — c) Lektüre im Telemaque. — 6) Mathe: 
matik: a) Gleichungen des 1. und 2. Grades mit einer und. mehreren Unbefannten; —  b) ‚die Lehre 
von den Proportionen und Progreifionen; — c) die Togarithmen nach Dr. Mayers Leitfaden, verbunden 
mit zahlreichen Uebungen. — T) Geſchichte: a) allgemeine: von Auguſtus bis zu den Kreuzzügen 
inclus. nah Welter; — b) bayeriſche: von ben älteften Zeiten bis Otto von Wittelsbach nach 
Freudenſprung. 

1. Klaſſe. 1) Religion: katholiſche: Einleitung zur Religionslehre und von der beſon⸗ 
deren Religionslehre die SS. 59 —115 nad) dem vorgejchriebenen Lehrbuche. — 2) Latein: a) Syntax. 
nom. et verbi; — b) aus Holgerd I. Kurs mündliche und ſchriftliche Uebungen; — c) ftatarifch wurde 
gelejen: Caes. B. Civ, IL; — Ovid. Trist. eleg. 1.2. 3. 4.; — Tibull. eleg. 3.:6. 7.; — Propert. eleg. 
2. 4. 8. nad) der edit. Monat. d) kurſoriſch: Cas. B. Gall I, V. 38—58; — e) metrifhe Uebungen. 
— 3) Griechiſch: a) Wiederholung des früheren Lehrftoffes in Buttmanns Grammatik; — dann die 
Lehre von den Präpofitionen und die Syntax. nom. nah Halm; — b) Ueberfegung der Uebungäbeifpiele 
aus Halm I. 2. u. I. 15 — Xenoph. Anab. II. IV. 1—4 incl.; — d) Hom. Odyss. V. VI. — 
4) Deutſch: a) Profodie und Metrif, die Figuren und Tropen; Erklärung von Muftern in Kehreins „Obere 
Lehrftufe”; — b) Uebungen in Proja und in Verjen. — 5) Franzöfifch: a) die acht erften Kapitel der 
Grammatif von Ahn; — b) friftliche und mündliche Uebungen; — c) Lektüre; — d) Memoriren von 
Wörtern. — 6) Mathematik: Einleitung über den Unterſchied der wiſſenſchaftlichen Mathematik von 
der gemeinen Arithmetik und über Die Grundbegriffe der erfteren; — mathematifche Zeichenſprache; — 
die algebraifchen Operationen: Addition, Subtraftion, Multiplikation, Divifion, Potenzirung, Radizirung 
(Duadrat, Kubus) nad) Dr. Mayers Leitfaden. — 6) Geſchichte: die alte bis Auguftus nach Vütz. 


2. Unßerordentlihe Lehrgegenjtände. 


I. Sebräifche Sprache. 1) Elementarlehre: Buchftaben, Vokal⸗ und biafritifche Zeichen, 
Akzente; — Sylben, einfache und zujanmmengejeßte, Stamm: und Formſylben; — Wort: und Sapton- 


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ſylbe; veränderbare und unveraͤnderbare Sylben; — das regelmäßige ımb unrugelmäßige Zeitwort; — 
das Subftantiv, Adjektiv, Zahlwort und Firwort; — die Bartifeln — immer mit Angabe des fyntaks 
tifchen Gebrauches. — 2) Uebungen der Ueberſetzung aus dem Deutfchen in das Hebräffche; eben 
fo aus dem Griechiſchen (Matthäus c. 13 und c. 18) ind Hebräifche. — 3) Grammatiſche Erklärung 
ausgewählter Stellen aus der Genefid und den Palmen — in wöchentlihen 6 Stunden. Ä 


1. Stalienifche Sprache. 1) Wiederholung der Clementarlehre und Syntaz. — 
2) Ueberfegung bes Luftjpield: „der Neffe als Dunkel! aus dem Deutjchen in's Italieniſche. — 
3) Ueberfegung aus: le mie prigioni von Silvio Pellico, des III. Geſangs aus Taſſo's befreitem 
. Serufalem und bes II. nnd XXXIII. Geſangs aus Dante's Inferno. | 


11. Steuograpbie. Die 37 Oymnafiaften, welche den ftenographifchen Unterricht befuchten, 
waren 1) in eine Selefta, 2) in einen Ober: und 3) in einen Unterkurs eingetheilt. In ber 
Seletta, die aus Schülern der 3 unteren Klaffen des kgl. Gymnaſiums beftand, wurden in wöchentlich 
41 Stunde im Anfang des Schuljahres die Dresdener Konferenzbejchlüffe mitgetheilt und beſprochen; vie 
übrige Zeit wurbe auf praftiihe Screibübungen und flenographifche Lektüre verwendet. — Im Ober: 
kurſe wurden in wöchentlihd 2 Stunden zuerft die Schüler mit ben Dresdener " Konferenzbefchlüffen 
befannt gemacht, ſodann wurde die Lehre von der Wortkürzung fortgeſetzt, an die fi) die von der Satz— 
kuürzung mit häufigen Schreib: und Leſeübungen reihte. Gelefen wurben die Münchener ftenogr. Zeitfchrift, 
die Würzburger ſtenogr. Wochenfchrift und autographirte Blätter. — Im Unterkurfe, aud Anfängern 
beftehend, umfaßte der Unterricht Die Lehre von der Schrifte und Wortfürzung, verbunden mit vielen 
Schreib: und Leſeübungen. Gelejen wurden die Würzburger flenogr. MWochenjchrift und autographirte 
Blätter. In beiden Kurfen wurde die Münchener Preisfchrift zu Grunde gelegt. 


EV. Muſik. Mit den geübteren Sängern und Snffrumentaliften des Gymnafiums und der 
Lateinfchule wurden im Laufe des Jahres lateiniſche Choräle von Ett, und vierftiimmige Meſſen von 
Diabelli, Beder, Haslinger, Schmitt, Birfler, Zöllner, Müller und Benz, fowie andere 
vierftimmige Kirchengefänge und Chöre von Reiſſiger, Möhring, Beder, Abt, 3. Haydn, Dürrner 
u. 9. eingeübt und ausgeführt; ferner mehrere größere Inſtrumentalmeſſen für die Firchlichen Hauptfefte 
des Jahres, ſowie noch Chöre mit Drchefterbegleitung aus den Dratorien „die Schöpfung” von Y. Haydn, 
„der Meſſias“ von Händel, und Soloftüde für Gefang und auf Anftrumenten. Außerdem wurden bie 
Schüler auch im Vortrage von Inſtrumentalſätzen als: Duverturen und Symphonten von Mozart, Haydn, 
Kallimoda, NReijfiger, Lindpaintner, Mendelsfohn:-Bartholdy u. N. geübt und wurden meh: 
rere dieſer Kompofitionen im Laufe des Jahres bei vorfommenden Gelegenheiten auch ausgeführt. 


V. Zeichnungstunft. Der Unterricht umfaßte: Ornamenten-Zeichnen nah Mayr und Grw 
ber; — Landſchafts-Zeichnen nah Calame, Pelletier, und Landjchaften mit figürlichen Kompofitionen 
nah Domini Ouaglio, Wagenbauer u. A.; — einzelne Theile des Kopfes und vollitändige Köpfe in 
Umriffen wurden nah Koopmann mit DBleiftift ausgeführt; dann wurden größere Köpfe und figürliche 
Kompoſitionen, größtentheild mit Schatten und Licht in Kreide, oder mit Tuſch, auch mit Farben nad 
den Werken von Raphael, Müller, Schnorr, Heinrid Heß, nad) den Stubienföpfen von Julien und 
anderen neueren Meiftern ausgearbeitet; audy wurden Blumen nah Meichelt mit Bleiftift gezeichnet. 
Einzelne Schüler vollendeten Randjchaften mit Farben. Jene, welche zu technifchen Fächern überzugehen 
gebenfen, wurden im Situation: und Arciteftur-Zeichnen geübt. 

| 2% 


R P3 
[2 
» 


Vn. Shwimmmusterricht in wäh. 4 Std. — Lade, Hand» und Fußbewegung, Schwimmen 
zit und ohne Buͤchſen, alle Arten Sprünge in das Wafler als: mit den Füßen voran, mit dem Kopfe 
ae om Ren Säbeljprung,; Salto mortale, Schwimmen auf. dem Rüden, Tauchen und Schwimmen 
unter Dem Waſſer. | * 

VII. Turnunterricht in wöchentl. A Stunden während der Monate Mai, Juni, und Juli. 
— 1) Richtige Haltung des Körpers; — Geſundheitsregeln; — Einübungen der Ehrenbezeugungen; — Höf⸗ 
lichkeitsregeln. — 2) Der reine Weit- (Graben) Sprung; Sprung Einzelner u. Mehrerer zugleich; — Sprung 
mit dem Stabe. — 3) Der Tieffprung. — 4) Uebungen auf dem Geh: und Schwebbaume — 5) Die 
Uebungen am Klettergerüfte und zmar a) auf ber hölzernen Leiter, b) an der Stridleiter, c) am kleinen 
Rietterbaume und d) am freifchwebenden Seile. — 6) Uebungen am Red. — 7) Diefelben am Barren. 
— 8) Kraftübungen mit dem großen Seile. — 9) Der Geſellſchaftsſprung. — Bei ber allzu großen 
Hitze wurden die Lauf-Uebungen ermäßigt. 


— 


— — — — 
— — — — 


c. Schüler. | 

‚ 1. Fortgang der Schüler in den ordeutlihen Lehrgegenftänden. 
AV. Gymmnaſial⸗Klaſſe. | 

Schülerzahl: a) am Anfange 22, b) am Schluffe des Jahres 21. 


& 5 | __Bortgangspläße 
5 u f Bm . P 2 |= PN 
8 Namen Be. . Stand = lsl3l.8lE]8 
“ ber eit &eburtsort. **) der Est E 
E| Sıüler‘) * »Aeltern. 5333358 
— — 
1 |Döring, Joſeph 14. Jans AURBamberg Danptzollamtödiener. 11411 11 111 1 
11 Hetzel, Johann 6. Dez. 381Kappel Oekonom. 114295 4 
11 Korzendorfer, Lorenz, Sem. 14. Sept. 391Weißmain Webermeiſter. + ı | 8| 4| 3| 2| 4110 
4Dsllner, Simon, Sem. |30. Oft. 391Hundelshauſen i. Ufr. KK. Revierförfter. F ı | 2] 8| 7) 3] 4115 
5/Hütter, Heinrich 7. Aug. A0Nürnberg i. Mitlfr. IK. App.-Ger. Rath i.Bbgdı |11110| 2114 2 
6 Prell, Eduard | 30. März 371Altötting i. Oberb. JK. App.Ger.⸗R. i. Bbg. Jju 7| 5] 8110114] 7 
7 Hiller, Andreas 19. März 381Miſtelfeld Schneidermeifter. 113644151616 
8 Behl, Frauz, Sem. 25. New. 38Lengfurt i. Unterfr. IR. Bofterpeditor. + ı | 6113115/12/12| 2 
Kirchner, Konrad 16. Dat 40Bamberg Prakt. Arzt. +r ı 116117| 6| 4 6 
10Rudel, Andreas 5. Nov. 381Bamberg Schneidermeiſter. u9 7117| s54441 
11 Huber, Mar 20. Febr. 40Bamberg Herz. b: Zahlmeifter. ı 110] 9114113 9 
12 Fugmann, Andreas 9. Kan. 40Gundelsdorf Taglöhner. ıı12| 3112| 9118/14 
13 Lorenz, Merander 10. März 391Miltenberg i. Untfr. K. q. Log.-Aſſeſſor i. Bbg.] 11 )13112]11111|12] 5 
4Alv. Herrnböck, Friedrich 122. Sept. 38]Bamberg Lehrer a. d. k. Gewerbful.] r 14/15} 417107 
15/Meid, Joſeph, 10. März AUT Schlüfjelfeld Seilermeifter. 11114114110) 8114112 
16Oberſt, Andreas 1. Juni 391 Ampferbacdh .. Mandmann. ı) 5111118) 720/18 
17Ehrlich, Job. Bapt. 2. San. 39Bamberg Sattlermeifter. | ı 117116113116| 213 
18Kumpf, Rudolph A. C. I10. Okt 38EMNürnderg i. Mttlfr.K. Advokat in Bbg. 1111919 16 19 8117 
19 Wieſent, Matthäus 30. Nov. 351Bamberg Schneider. +} 11 118118/19|20!16119 
20)Rapp, Friedrich 17. Mai 39]Bamberg K. Landgerichtsarzt. 11 120120|20|18119|2 
— Wendler, Joh. Bapt. 113. Juni 37fBamberg Herz. b. Kanzleidiener. + I— 1 —1—1—1—1— — 


*) Die Zoͤglinge des freih. v. Aufſeeß'ſchen Seminars find durch Sem., die Schüler proteſtantiſcher Religion durch A. C. 
und die moſaiſcher Religion durch M. C. bezeichnet. 
**) Die nicht näher begeichneten Orte liegen in Oberfranten. 


— dt 


Aus der tatholſſchen Religionstere: 


— 
Vreifetrager : ce 


Joſeph D oͤring. (Die hl. Schriften des a. u. n. Teſtamentes mit vollſtändigen Anmerkungen von 
Alioli. 3 Bde. 7. Aufl. 1851. Münden u. Landshut, Vogel.) . 


Aus m allgemeinen Fortgange: 
1. Joſehh Doͤring. (Das römifhe Bayern v. Dr. J. v. Hefner. 1852. Münden. Selbftverlag.) 

(PL. Stumpf’ Bayern. 1853. Münden, Selbſtverlag.) 

II. Lorenz Korzendorfer, Sem. (Reallexikon des klaſſ. Alterthums v. Dr. Friedr. Lübker, Zeipzig, 

Teubner. 1855.) 

Anmerk. 1. Geſtorben it am 7. Mai 1868 der Seminariſt Auguſt Englert in feinen Geburtsorte Arnſtein im Unter⸗ 
franten bei feinen Anverwanbten, em Doppelwaiſe, ein hoffnungsvoller, allgemein geachtetes Exhülex, der mit 
dein Erſten feiner Hlaffe um den Vorrang wetteiferte. Ein ſchoͤnes Denkmal ſeined Geiſtes und Hexzens bins 
terließ ex in dem gelungenen Gedichte auf die 40 jährige Lehramtsjubelfeier ſeines damaligen Klaßlehrers, 
nes Herrn Profefiord Dr. Haberſack, welches bei biefer Gelegenheit durch ben Drud veröffentlicht worben 
ik. Des Andenken an diefen braven Schüler ehrte die Studienanſtalt am 12. Mal bush ein Gerienemt. 

Unmer?. 2. Johann Bapt. Wendler wurde bush ein Milfenmarfsleiven ſehr oft und meiſt längere Zeit vom Schulbe⸗ 
\fuche abgehalten und konnte deshalb nicht Flaffiflztrt werden. — me Wiefent Tonnte wegen Krank 
heit 5 Wochen lang bie Klafje nicht beſuchen. 


| IL Joham Hepel. 


LER. Gymnaflol:Klaffe. 2 


Skhülerzahl: a) am Anfange 24, b) am Schluſſe des ‚jahres 23. 
u 5 Fortgangspläße 
Sl. Namen Stand =/-1E] lelslS 
E Geburts⸗ = _ el 5®8 
& der Geburtsort. der Ale ses = 
= Shüler. * Aeltern. 533523562 
— 2% Me 
* sah IR-IR: els|ls|ie 
1 |Körber, ex, Iobomn 7. Behr. 42]Stetten. Scullehrer. 7 | 41|1|14 7 11 5 
r Wagner, Friedrich 22. Dez. MPBamberg. Appell.-Gericts:Accefifttft | 2| 4] 5) 8121 9 
ım|Höfmer, Sigism., Sem. [23. April 411 Würzburg. Lohnbedienter. m|i 5! 546 210) 1 
4\Sprecher, Georg 22, Ott. 39Nrnberg Mufitmeifteri.t.5. Infan- 
terieeRegiment in Bbg.II | 7| 8| 9] 51 4 8 
5|Denzler, Johann, Sem. [14. Jan. 40]Stegaurad) Landmann. I | 4 7I 6115 13) 3 
6 Gick, Adam 23. Juni 30Redwitz Landmann. 1434303141748142 
NMiller, Franz Xaver 13. Ott. 40Rittſteig in Niederb.ſR. Nebenzollamtskontro⸗ 
leur in Neuhauſen. 1 644 6431 2118 
8 Gleitsmann, Joſeph 22. Juni 41] Bamberg K. dirig. Arzt im Kranken: 
baufe. ı 113] 6| 8| 6) 4119 
9 Ernſt, Andreas 22. Jar. 42]©tetten andmann. u 9110145/12/10111 
10 Medieus, Eduard, Sem. | 8. Mai 41 Rothenbuch i. Untrfr. IE. Landgerichts⸗Arzt. ı 1411201 4} 1116115 
141. Schaller, Philipp 16. Juli A0Rain in Niederb. IK. Appell.Ger.Aſſeſſor in | 
Bamberg. 11115) 9119| 4| 4113 
12 Götz, Joſeph, Sem. 19. Mai 40Trieb Schullehrer im Pautzfeld ıı | 1217| 9241| 8lı7 
153 Ultſch, Friedrich 15. Dez Alf Bamberg Bierbrauermeifter, 1 116115/14/46118| 8 
14 Uhl, Leo 14.Okt. 40Bamberg Eiſenbahn Oberkondulteur II 10121740 21 28 
5 Hubner, Ignaz 20. Nov. 3095Hollfeld Prakt, Arzt in Bamberg.| ır]23114118|20| 8) 2 


Allgem. Kortgang. | 


16. Sept. 401Stödady in Unterfr. Schullehrer wer i. Wülflingen 


4. Sept. 381 H0llfeld 
13. März 39Kleinochſenfurt i. Ufr.[Häder. 
8. Nov. 39Goldkronach ; 
23.Nov. 39 Goßmannsdorf i. Ufr. Mühlarzt. + 
15. Dez. 3YAltenkunftadt 
12. Ian. A0fBamberg 
23. April 38IPoppenreuth i. Opf.[Schullehrer in Pettſtadt. I | 81 2] 2 


16 Betapy, Peter 


17 Hübner, Sebaftian 

18 Schmitt, Georg, Sem. 
19 Speck, Heinrich A. C. 
20 Brach, Georg 

21 Kraus, Johann 

22 Fugmann, Peter 

— Bleyer, Heinrich 


in Unterfr. II 
Prakt. Arzt in Bamberg. IT |; 


u 117/23/20113/10| 6 


K. q. Forftmeifter i. Bg.In 182211182017 


Bädermeiiter. 
Mebgermeifter. 


Preifeträger: 


Aus der Eatholifchen Religionslehre: 
Johann Körber. 


(Concilii Trident. can. et deer. cum interpret. germ. cur. Gu. Smets. Edit. II. 


Bielefeld, Velhagen et Klasing. 1857.) 


Aus dem allgemeinen Fortgange: 


(Stumpf’8 Bayern. 1853. Münden, Selbftverlag.) 


I. Sobann Körber. 
D. Friedrich Wagner. 
II. Sigismund Höfner. 


(Sophocles erklärt von F. W. Schneidewin. 6 Bdchen. Berlin, Weidmann.) 
(Des Q. Horatius Flaccus Satyren erflärt von E. F. Heindorf. Neu beats 


beitet v. E. F. Wüſtemann. Leipzig, Herbig 1843.) 


. Karl von Grundherr⸗Altenthann verließ wegen Beförberung feine Herrn Vaters zum Oberappellas 
tionsgerihtsrathe am 17. April die Anftalt, um feine Studien in München fortzufegen. Leider erlag biefer 


Hoffnungsvolle Schuler ſchon am 6. Zuni bafelbft einem Schleimfieber. 


. Durch Krankheit waren vom Schulbeſuche abgehalten: 


Spreder je 4, Brad und Millerje 5, und Bleyer 16 Wochen lang. 


IE. Gymmnafial⸗Klaſſe. 
: a) am Anfange 21, b) am Schluſſe des Jahres 20. 


Allgem. Kortgang. 


1 Dotterweich, Job. B.Sem.|22. Aug. 40PPettſtadt 
11|Birner, Heine. Som. 
111 Büttner, Joſeph 
4iAppel, Erhard, Sem. 


10. März 42Ebensfeld 
28. April 42]Bamberg 
13. Nov. Allfronad 


= 
| Se 
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Stand > g 
der oe 35 
| —— 
Aeltern. 1 3 
| © 
— 15 
MWagnermeilter. 
Wegmacher. 


Stadtwundarzt. F 
K. Landgerichts-Arzt. + 


[02 22 2 
m — — mus 


111119/41911312: 
111/21116/23]21 
111[20j21122111 


Bid und Gleitsmann je 3, Schaller und 


lg 


en. 


i. Franzoͤſiſchen. 
4 


eu —— 


im Griechiſch 
im Deutſchen. 


| 


voaorleD. Gefgichte, | 


| 
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15 


* 5| Bortgangepläge 
ae er TE u it 5 
> Zle = 24 
E Namen Gehurts⸗ Stand SEIFE 
> der Geburtsort. ber sSeeeesE 
zeit. 318218 >8|5 
| Sıhüler. — 836 
| ale). 
= ölelsls Alle 
5lTrenbert, Adam, Sem. | 5. Ian. APfaffendorf i. Untrfr.[Schneidermeifter u 4 3 3l 6 11 J 
6 Buchert, Adalbert 10. Febr. 431 Bamberg K. Gymnaſ.Profeſſot. 4 1110/16, 2) 5| 7/14 
7 Finzel, Anton 19. Aug. 39Staffelſtein Gaſtwirth. ı| 7112| 5115| 8113 
8 Mayer, Peter, Sem. 23. Sept. 40 Hollfeld MWebermeifter. 1 113! 5| 811] 218 
Bauer, Franz, Sem. 24. Mat 40 Büchenbadh Schallehrer in Medliß. | 1 111110)40) Sj11} 6 
10 Schilling, Georg 9. Mai 401 Waiſchenfeld Schullehrer. + 1116| 74440 8) 4 
141 Bickel, Lorenz 8. März 40 Reundorf Bauer. Fr ı1| 61 91 7117118119 
12 Glaſer, Johann 16. Nov. 30Wollenſtein Maurergeſell. —9 8116| 7111120 
13 Reubel, Balthafar 16. Aug. 39Forchheim Gaſtwirth. + 11147115115113| 2110 
14 Nitter, Georg 20. Mai 40Hauſen Müllermeiiter. 1 119114113] 9115| 2 
15 Walter, Peter 25.Nov, 40] Weißmain Wundarzt. ‚ jan12/19111/14114111 
16 Sebald, Michael 8. Jan. 41 Nankendorf Miüllermeifter. | 81319 12 17 15 
17 Gehr, Georg, Sem. 8. Aug. 39Höchſtabt Slafermeifter. 120174248 8112 
18 Wehrl, Lorenz 19. Febr. 39 Nankendorf Landmann. 11415 1120 16 19 17 


19 Titus, Moritz 
20|Reftler, Georg 


22. Sept. 40 Mordhalben 
4, Aug. 40 


18/17|20,20| 8 


Schullehrer in Hallſtadt. IIII44 
2 


Pfaffendorf i. Untrfr.Gaſtwirth. 111118 
Wreifeträger: 


Aus der katholiſchen Religionslehre: 


Johann Bapt. Dottermweich. (Patrum apostolicorum opera edid. Dr. Car. Joseph Hefele ed. IV. 
Tubing. Laupp. 1855.) 


Aus dem allgemeinen Sortgange: 


I. Johann Bapt. Dotterweich. Cicero’s ausgewählte Reden von Halm. 6 Bächen. Berlin. Weid- 
mann.) 


II Heinrich Birner. (Q. Horatii Fl. opp. ed. Orellius. edit. minor III. Turici 1851. 2 voll.) 
II. Joſeph Büttner. (Sophokles erklärt v. F. W. Schneidewin. 6 Bächen. Berlin, Weidmann.) 


Anmert. 1. Durch Kränklichleit wurden an einem befferen Fortgange gehindert die Schüler: Buche rt, Reubel und 
Ritter. 


Anmerk. 2. Außgetreten ift am 25. Juni Seanat Dotterweih um privatim feine Studien Fortzufeen. 


16 


u | I. Gymnaſial⸗Mlaſſe. 
Schülerzahl: a) am Anfange 33, b) am Schluſſe bes Jahres 27. 


= — 2 t⸗ 


* SFJortgangoplatze 
s Ä ee 
& Namen — | Errer AEIEHAFIE 
& ver it Geburtsort. der 33 
sI| Scüler. * Aeltern. 533356 
| — @l2]|< 
1 Wenzel, Job. Bapt. 9. Jan. 43Bamberg Schuhmachermeiſter. 1114 1116| 2] 3 
11|Rieß, Georg 20. Dez. 40] Saftenfelden i. Mtfr.|R. Gendarmerie⸗Brigadi | | | 
in Lauf. 1} 2| 1] 4 5118112 
ni |Ohlwerther, Theod. Sem.| 4. Mai 401Hallerndorf. Müllermeiſter. I113 2| 3| 7118116 
4\Bauerfchmidt, Aegib 20. Juli 43Stadtſteinach Kirchner. m; 7| 3]112111| 8) 5 
. 5/Geiger, Job. Sem. 15. Okt. 421Frieſen Landmann. 112 131 5110 2) 6 
6 Hain, Andreas 125. Ian. 43Düllſtadt in Untrfr.Schullehrer. + 11116 8 7112118] 1 
7 Goldfuß, Michael, Sem. 26. Oft. 41PPandau i. d. Pfalz ſFeldwebel in Würzburg. Jıı) 6! 9181417 9 
8 Ernefti, Georg 21. Juni 43Bamberg Polizei-Korporal. + ım) 4110| 7124/18]20 
9 Geiger, Adam, Sem. 126. Dez. 42]Bamberg Sfribent. ı1) 9114/21) 8| 8/10 
10 Meßbacher, Franz, Sem] 3. März a1 ſHöchſtadt a. U. Färbermeiſter. FF 1141| 7124117| 8) 4 
11Dolles, Heinrich 116. Sept. 41 1Nrzberg IK. Nevierförfter. 7 1v/10/11| 9121/25] 2 
12 Bertach, Matthäng 1. Dez. 41PBamberg Privatmann. 11111425)1 218 1119 
12 Buchert, Karl 19. Febr. 441Bamberg K. Gymnaſial-Profeſſor.JI 1115023) 6] 9] 6118 
14 Bauer, Ferdinand, Sem.29. Dez. 421Rotben i. Unterfr. IK. penſ. Forftmeifter. + JuII 8119111| 6115125 
15 Braun, Heinrich 30. Juli 41 Bamberg Güterauflader. II24 614212417 
16 Wahl, Chriſtoph 15. Febr. 41PBamberg Schuhmadjermeifter. + JI 51610202421 
17 Agatz, Johann 11. Sept. 41ſ1Weißmain Mebgermeifter. Ä 11122) 5119/19112] 8 
18 Schmitt, Adam 30. Aug. 42]Bamberg Melbermeifter. + 11 13115/22]13] 2)23 
19 Holzmann, Franz, Sem. 118. Febr. 401Troßenfurt i. Untrfr. ISchullehrer. + 11121/17116) 3115115 
20 Rößner, Sohann 28. April 391Hollfeld Landmann. I123 20 15)1 4 2122 
21 Kürſchner, Ludwig 1. Juni 401Schwarzach Landarzt. 11 125/21|13| 1/12)14 
22 | Schubert, Michael 9. März 401Eibenberg Landmann. 11 118118|26/15| 7) 7 
23 Wehe, Johann 18. März 42] 5orchheim Nagelſchmiedmeiſter. 1202217 22 1111 
24 Buhr, Johann 21. Okt. 421Hagenohe i. d. Obrpf. Schmiedmeiſter. ıv/19/12/20|23|25|13 
25 |Pregler, Heinrich 4. San. 42Weißmain Mebgermeifter. 1v|17124/25126|18|26 
26 Lex, Joh. Bapt. | 5. Febr. 42]Bamberg Domkapitelsdiener. 11262623251824 


— Dreiſch, Emil 10. Nov. 411Würzburg Privatmanıı. 111— — ———— 


Preifeträger: 


I 


Aus dem allgemeinen Fortgange? 
1. Sobann Bapt. Wenzel, (Realleriton des klaſſ. Alterthums v. Dr. Frd. Kühler. Lpz. Teubner. 1855.) 
D. Georg Rieß. (Sophocles erklärt v. F. W. Schneidewin. 6 Bdchen. Berlin, Weidmann.) 
II. Theodor Ohlwerther. (Q. Horatii Flacci opp. ed. Orellius. Edit. min. III. Turici 1851. 2 voll.) 
Anmerk. 1. Dur längere Krankheit wurben in ihren Studien gehindert: Bauer, Lex, Rößner, Schu bert, 
Wehe und Dreiſch, welcher letztere deßhalb nicht klaſſifizirt werden konnte. 
Anmerk. 2. Im Laufe des Studienjahres find ausgetreten: am 15. Januar Adam Rapp; am 27 — Lukas 
Meirner; am 24. März Joſepyhh Then; am 29. März Emil Freiherr Marſchalk v. Oſt heim; am 
80. März Heinrich —2 von Senen und am 8. April Joſeph Zehter. 


\ j 7 


2. Fortgung der Schüler in den außerorden lichen Lehrgegenfiduben. 

1. Sebräifch. Aus der IV. ©. &. Korzenborfer”) mit der Note: vorzäglid; Fug⸗ 
mann Andreas, Oberſt mit der Note: ſehr gut; IM. ©. A. Denzler mit der Note: vorzüglich; 
N. ©. Kl. Appel, Dotterweich Joh., Buchert, Reubel mit der Note einer eh Borzüglihkeik; 
1. ©. Kl. Schmitt mit der Note einer befondern Vorzüglichfeit; Bauernfchmidt mit ber Note: 
vorzüglih; Buhr mit der Note: jehr gut. 

“Ro tzendorfer wurde vom Lehrer diefer Sprache eined Preiſes würdig erfannt und erhält alb Preis: der Vrophet 
Iſaias. Ueberſetzt und erklärt von P. Schegg. München, 1850. 2 Theile. 

II. Italienifch. Appel, Buchert, Dotterweich Joh., Reubel aus ber II. G. KT. mit der Note 
einer beſondern Borztglichkeit. 

MI. Stenograpbie. Selecta Mit der Note l. Bidel und Buchert ans der II. Dreiſch, 
Nieß, Schmidt und nl aus ber 1. Klaſſe. Mit der Note N. Bahr und Wehe aus ber J. Kicffe, — 
Ober-Kurs. Mit der Note J. Büttner!) and ber A, Braun, Ohlwerther?) und Pregler aus ber 
1. Klaffe. Mit der Note 11. Ultſch und Wagner aus der IM, Birner und Idhann Dotterweich aus ber 
A, Rößner aus der 1. Klaffee — Unter-Kurs. Mit der Note J. Bauerſchmidt?), Buchert, Goldfuß unb 
ban aus ber J. Klaſſe. Mit der Rote II. Hiller aus der IV, und Dolles aus der 1. Klaffe. 

Der GabelsbergerStenographen-Verein dahier hat in ſeiner Ausſchußſitzung vom 28. Juni 1. J. den Beſchluß 
gefaßt, fünf Schüler der Studien-Anfalt, welche Im Laufe des Jahres beſondere Fortſchritte it der Stenographie gemacht 
haben, zur Ermunterung und Aneiferang mit Preiſebüchern auszuzeichnen. Indem man mit dem verbindlichſten Dante dieſen 
Beſchluß rühmend anführt, bemerkt man, daß in Folge deſſen folgende Schüler mit — ſtenographiſchen Büchern 
belohnt werden: 


4) Joſtph Büttner, II. Gym.Klaſſe. 
Zeitſchrift des Gabelsberger Stenographen-Centralveremb In Dindyen. VI. Jahrgang. Münden f657) ' 


m Theodor Ohlwerther, I Gym ⸗Alaſſe. 
(Monatöblätter des Gabelsberger Etenographen:Vereind in Augsburg. Jahrg. 1857 2te Hälfte u. Jahrg. 1858 Afte vaitte) 


3) Aegid Bauerſchmidt, I. Gym.Klaſſe. 
(Monatsblaͤtter des Gabelsberger Stenographen-⸗Vereins in Augsburg. Jahrg. 18657 2te Hälfte u. Jahrg. 1858 Ifte Hälfte) 


EV. Mufit. a) Im Gefange. Mit der Note 1. v. Herrnböd, Huber, Korzenborfer, Döring, 
Hiller, Meid, Oberft, Kirchner, Rudel, And. Fugmann, Lorenz aus ber IV., Körber, Schmitt, Höfner, 
Gleitsmann, Miller, Gil, Seb. und Ignaz Hübner, Brad), Sped, Wagner, Uhl, Schaller, Ernft, Peter 
Fugnann, Kraus, Bleyer aus der III. Walter, Glaſer, Franz Bauer, Bidel, Adalbert Buchert, Keſtler, 
Nitter, Sebald, Titus, Gehr, Birner, Schilling, Treubert aus der II., Ferd. Bauer, Pregler, Wenzel, 
Holzmann, Lex, Adam und Johann Geiger, Agatz, Bauerſchmidt, Karl Buchert, Buhr, Goldfuß, Hain, 
Kürfchner, Meßbacher, Oblwerther, Wehe aus der 1. Klafje. ' Mit der Note 11. Büttner, Finzel, Wehr! 
aus der 11., Dolles, Schmitt, Schubert, Wahl aus der 1. Klaſſe. 

b) Im Yortrage auf Infrumenten. Auf der Violin. Mit der Note J. v. Herrnböd, Oberft 
aus der IV., Höfner, Miller aus der Il, Glaſer aus der IL, Ferd. Bauer, Banerjchmidt, Pregler aus 
der 1. Klaffe. — Auf der Viola. Mit der Note l. v. Herrnböck aus der IV., Georg Schmitt aus der 
111. Kaffe. — Auf dem Violoneello. Mit der Note 1. Höfner, Körber aus der III. Walter, Adalbert 
Buchert aus der 11. Kaffe. — Auf dem Contra-Baß. Mit der Note J. Oberſt aus der IV., Georg 
Schmitt aus der III. Holzmann, Pregler aus der 1. Klaſſe. — Auf der Flöte. Mit der Note 1. Korzen- 
dorfer, Meid aus der IV., Ignaz Hübner, Wagner, Georg Schmitt aus ber ll, Sebald aus ber IL, 
Ferd. Bauer, Joh. Geiger dus der 1. Klaſſe. Mit der Note 11: Ohlwerther, Adam a aus der 1. RI. 


N 


Zu 8 
— Auf dem Klarinette. ‚Mit der Note L: Meid aus ber IV., Georg Schmitt aus ber-1Ik, Sebald, Franz 
Bauer aus der 1., Ernft aus der 1. Klaſſe. Auf dem Fagotte. Mit der Note 1. Korzendorfer aus 
der IV. Klaſſe. — Auf dem Horne. Mit der Notel. Miller, Höfner aus der ML, Behr, Walter, Holz- 
mann aus ber 1l., Johann Geiger aus der 1. Klaffe. — Auf der Trompete. Mit der Note 1. Walter, 
Titus aus der 1, Pregler aus der 1. Klaſſe. Mit der Note 1. Heinrich Dolles aus der 1. Klaſſe. — 
Auf der Pofaune Mit der Note l. Höfner aus der Il, Meßbacher, Goldfuß, Wehe aus ber 1. KL. 
— Auf dem Flügelhorne Mit der Note l. Walter aus der U., Pregler aus der 1. Klaffe. — Auf 
dem Althorne. Mit der Note J. Höfner aus der 11., Walter aus der 1, Preglen aus der 1. Klaffe. 
— Auf dem Bombardon. Mit der Note d. Holmann, Ferdinand Bauer aus der 1 Klaſſe. 
® . VW. Zeichnungstunft. Köpfe und Hiftorifche Gegenftände in Aquarell und in Del ausgeführt: 
Prell aus der W. Klaſſe mit der Note der Auszeichnung. — Landſchaften mit Kreide ausgeführt: 
Wieſent aus der IV., Sebald aus der 1, Agatz, Wahl aus der 1. Klaſſe mit der J. Note. — Schubert 
aus der 1. Klaſſe mit der 11. Note. — Köpfe mit Kreide und in Tuſch ausgeführt: Reubel, Titus aus 
der IL, Kürfchner aus der 1. Klaſſe mit ber 1. Note. — Köpfe in Umriffen: Mayer aus der 1. Klaſſe mit 
der 1. Note. — Thiere mit Kreide ausgeführt: Wagner aus der 11. Klaffe mit der 1. Note. — Blumen 
mit Dleiftift ausgeführt: Schmitt aud ber 11. Klafje mit der 11. Note. — Landſchaften Leicht fchattirt: 
Erneſti aus. der 1. Klaffe mit. der 11. Note. — Blumen mit Kreide auögeführt: Agab aus ber 1. Klaſſe 
mit der 1. Note. — Ornamentenzeichnen: Sebald aus der 1. Klafie mit der 1. Note. — Situations: 
zeichnen: Dolles aus der 1. Klaſſe mit der 1. Note; Götz aus der UL. Klaffe mit der 1. Note. 

vi. Schwimmunterricht. Als die beften Schwimmer müffen hervorgehoben werden: Hübner 
Ignaz und Körber aus der IL, Bickel und Büttner aus der Il, Agag und Bauer aus der 1. Klaſſe. 

VII. Turnunterricht. Als die beften Turner verdienen genannt zu werden: Hübner Sebas 
fttan, Sped, Gleitsmann und Wagner aus der 1l., Walter und — aus der U., Kürſchner und Wahl 
aus der 1. Klaſſe. 


Königliche lateinif che Sale. 


A. LehrerKollegium. 
1. Studien-Reftor f. ©. 8. 


2. Ordentliche Klaſſen— und Fachlehrer. | ee. 


Der kgl. Gymnaſial-Profeſſor Herr Dr. Teodor Hoh, Lehrer ver Mathematik in der IV. Kaffe. 

Der fgl. Studienlehrer Herr Ignaz Schrepfer, Lehrer der IV. Klaſſe. 

Der kgl. Stubdienlehrer Herr Johann Bapt. Spann, Lehrer der 111. Klaffe. 

Der kgl. Stubdienlehrer Herr Wilhelm Pröbft, Lehrer der 11. Klaſſe. 

Der gl. Studienlehrer Herr Joſeph Spanfehlner, Lehrer der 1. Klaffe. | 

Der Priefter und 1. Praͤfekt im freiherrl. v. Aufſeeß'ſchen Seminare Herr Georg Wagner, Religions: 
lehrer für die katholiſchen Schüler. | 

Der ftändige Vikar Herr Joſeph Wilhelm Böhner, Religionslehrer für Die proteflantifchen Schüler. 

Herr Moriz Schmelzing, Schönfchreiblehrer. | 

3. Außerordentliche Fachlehrer. 


Herr Simon Ottenftein, Lehrer ber mofaifchen Religion u. hebräifchen Sprache für die ifrael. Schüler, 
Herr Joſeph Stenger, Stenographielehrer. | 

Herr Joſeph Die sen., für Gefang und Saiteninftrumente. 

Herr Georg Friedrih Ludwig für Blasinftrumente. 

Herr Andreas Dietz jun. für Gefang im unteren Kurfus, 

Herr Chriftoph Deininger für Zeichnen und Malen. u 

Herr Adolph Kummer, Lieutenant im T. b. 5. Inf.-Regiment (Großherzog von Heflen) für Schwimmen. 


Herr Kafpar Biffing, Thurnlehrer. 
Gegen 


B. Lehrgegenſtände. 
1) Ordentliche Lehrgegenftände. | 
. EV. Klafſe 1) Religion: a) Fatholifche: ©) Das II. Hauptftüd und Wiederholung bes 
J. u. I. nad) dem großen kath. Katechismus für fimmtliche Bisthümer Bayerns; — 4) bibliſche Gefchichte 
nad Mathias. — b) proteflantifche: a) Bibliſche Geſchichte des Alten Teſtaments nad) Zahn's Hifte- 
rien; — P) Erklaͤrung des IIL— VI Hauptſtücks in Luthers Katechismus, — y) Memoriren mehrerer 
Geſangbuchslieder und Wiederholung der früher gelernten. — 2) Latein: 8) Die ganze Syntax nah 
Englmann nebft den entfprechenden Uebungen aus beffen Uebungsbuch 3. u. 4. Theil; — Vocabularium 
R 39 j 


: 20 

von Döderlein; — c) Profodie und Lehre vom dalwliſchen Versmaße nad Hutter; — d) Caes. de bello 
Gall. lib. Let II.; — e) Auswahl aus lat. Dichtern nach Hutter Anthologie; — f) Extemporalien 
und Hausaufgaben nebft Hebungen im Ginzichten aufgelöfter Diftihem — 3) Griechiſch: a) Die 
gefammte Formenlehre nah Vuttmann; — b) Vocabularium, von Ditfurt; — C), Ucberfeßungen aus 
Halms Elementarbudy 1. u. 2. heile; — d) Ueberfegungen aus Halm's Leſebuche SS. 54—160 (Die 
geraden Nummern) und Lucians Sharon. — 4) Deutſch: Wiederholung der Saplehre nad) Kehrein; 
Profodie nebft Uebungen in den daktylifchen, jambifchen und trodyeifchen Versmaßen. Memoriren mehrerer ' 
- Gedichte, befonders einiger Balladen von Edyiller. Mebungen im freien Vortrage. Zahlreiche praftifche 
Aufgaben. — 5) Mathematik a) Wiederholung der wichtigften Lehren und Anwendungen der Arith- 
metif; — b) die vier erjten Operationen ber Algebra in ausführlichem Syſtem; — c) Potenzen- und 
MWurzeltehnung in empirifcher Answahl und Erlernung der nöthigften Kunftgriffe; — d) Proportionen; 
— e) Öleihnungen erften Grades mit, einer und mehreren Unbefannten. — 6) Geſchichte: Deutfche 
Geſchichte von Chlodowig bis zum Zeitalter der Revolution mit Berüdjichtigung der wichtigften Begeben⸗ 
heiten aug der vaterländischen Geſchichte. Beftändige Hebung im Beſtimmen der während: des. Unterrichts 
vorkommenden geographifchen Namen. 


HEN. Slaffe. 1) Religion: a) Fatholifhe: «) Das IM. Hauptftüd nebſt Wiederholung 
des II. nach dem großen Fath. Katechismus für fämmtlihe Bisthümer Bayerns; — P) biblifhe Gefchichte 
nad Mathias. — b) proteftantifche: |. IV. Klaſſe. — 2) Latein: a) Die Syntax innerhalb bes 
regelmäßigen Sprachgebrauchs; Englmanns Uebungsbuth 3. Theil wurde vollftändig überjegt; — b) Döder- 

. leing Vokabular; -— C) Aus Nepos wurde gelefen: Vita V. IX. X. XL XIL XII XVIL XX. — 
3) Griechiſch: a) Die Formenlchre bis zu den Verbis auf u nad) Buttmann; — b) Halms Gfementaw 
buch 1. Theil vollftändig und c) aus deſſen Leſebuch Die entfprechenden Nummern 'fchriftlich überſetzt; — 

d) Pitfurts Vokabular. — 4) Deutſch: Grammatifalifcher Unterricht im Anſchluß an die früher erworbenen 

- Kenntniffe der Schüler -fortfchreitend, Aufjäge mit und ohne Angabe des Gedanfenganges, Lriefe. 2c., Memo; 
riren von gewählten Stüden aus Kehreind Leſebuch untere Lehrftufe. — 5) Arithmetik: Wiederholung 
der Proportionsichre mit unbenannten Zahlen, dann Die Proportiouslehre. mit benannten Zahlen, einſchluͤſſig 
der Geſellſchafts- und Allegationd-Rechnung nad) Pollak. — '6) Geſchichte: Griechiſche und roͤmiſche 
bis zu Chlodowig dem Frankenkönige, nach dem Grundriſſe von Pütz 1. u, 2. Abtheilung. — 7) Geo 
graphie: Die außerenropüijchen- Erdtheile; Die allgemeine Erdbeſchreibung wiederholt und ber früher 
behandelte, Lehrſtoff möglidy,: ezweitert und tiefer begründet, 

1. Slaffe 1) Religion: a) katholiſche: «) Das IL Hauptftüd und Wiederholung des 
I. u. III. nad) dem mittleren Katechismus des Erzbisthums Bamberg; — P) bibliſche Geſchichte nach 
Mathias. — b) proteftantife: a) Bibliihe Geſchichte nad) Zahn's Hiftorien des U. Teft. bis zur 
Trennung Israels in zwei Reiche, und des N. Teſt. bis 8. 30; — £) die Hauptftüde des lutheriſchen 
Katechismus auswendig gelernt, das 1. kurz erklärt, Die Beweisftellen Dazu aus dem Spruchb uche memorirt; 
— y) mehrere Geſangbuchslieder dem Gedächtniffe eingeptägt; — c) moſaiſche: ©) Biblifche Geſchichte 
nah Elkan von. S. 1—16; — P) der dritte und vierte Abſchnitt aus dem Würtemberg'ſchen Religions: 
buche von Stage 96—194; — Y) hebräiſche Sprache: Wortlehre: vom Haupt, Fürs, Zahl—-, Eigen: 
ſchafts⸗ und Umftanbsworte ausführlich, und vom Beitworte die Kal-Form; — Leſe- und Ueberſetzungs— 
übungen aus dem. Pentateuch. — 2) Latein: a) Nach Wiederholung der Formenlehre die Syntax bis 
zum Schluſſe der Kaſuslehre und daß. Gerundiym nad) Englmanns Grammatik; — b) Grlernung von 


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) .. 
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—— 


Wörterfamilien nach Döderleins Vocabularium; — c) das II. Bändchen von Englmanns Ucbungsbuch 
zum Ueberſetzen aus dem Deutſchen in dag Lateitiſche. warde vollſtändig überſetzt; — d) aus Törings 
lat. Elementarbuche wurde überſetzt B. 2. Res Aeniensium. —3) Deutſch: Die Lehre vom Satze, nebſt 
den vorgeſchriebenen ſchriftl. Uebungen,, Auswendiglernen :und Vortrag von Muſterſtücken aus Kehreins 
deutſchem Leſebuch, untere Lehrſtufe. — 4) Arithmetik: Nach Wiederholung der Lehre von den gemeinen 
Brüchen die Decimalbrüche und die Lehre, von den- Proportisnen mit unbenannten Zahlen und die Regel 
de tri mit benannten. Zahlen. nad Dr. Pollaf. — 5) Geographie: Europa im Migemeinen und die 
deutſchen Bundesftaaten. nad) Arendts. — Vorſchriftsmäßige Schul und. Hausaufzaber — 67: Kutiir 
raphie: Federſchnitt. — Nochmalige Durchübung des Schreibfteffes (deutſche und englifche Schrift) der 
1 Klaſſe mit allmählicher Hinweglafjung big zur gänzlichen Befeitigung der Häfslinien. — Einübung der 
griechiſchen Echrift. | | | 
1. Klaſſe. 1) Religion: a) katholiſche: a) Die zwei erften —— nach dem mitt⸗ 
leren Katechismus des Erzbisthums Vamberg; — 45) bibliſche Geſchichte nach Mathias. — b) proteſtan⸗ 
tiſche: ſ. U. Klaſſe. — 2) Latein: a) Das Allgemeine der geſammten Formenlehre, wobei einige leichtere 
Regeln ter Syntag auf praftiichem Wege mitgetheilt wurden, — b) Uebungsbuch zum Ueberſetzen aus 
dem Deutſchen ind Lateinische von Englmann volftändig mündlich und ſchriftlich durchgenommen; — 
c) Dörings Tat. Elementarbuch. Die dafelbft enthaltenen 52 äſopiſchen Fabelu mündlid und ſchriftlich 
durchgenommen; — d) Töterleind Vocabularium a Erlernung der Stammwörter benüßt; — e) die vor⸗ 
ſchriftmäßigen Haus: und Ecdyulaufgaben. — 3) Deutjch: a) Yautlehre, Orthographie, und Formenlchre, 
des Haupt:, Zeitz, u. Vorwortes mit Zugrundlegung von Kehreins „Ucberblid der deutfchen Grammatik“; 
— b) Zildung einfadyer, Dann zujammengefegter Sätze; zuerft nackte danu ausgeſchmückte; Uebung in Ver: 
. Anderung der Eapformen, Verbeſſerung fehlerhaft angegebener Säge, Verfertigung Kleiner Erzählungen; 
— c) Erklärung und Memoriren von Gedichten. — 4) Arithmetik: a) die vier Spezies in benannten 
und unbenannten Zahlen, Berbindung mit Kopfrechnen; — b) die gemeinen Brüche nach dem Uebungsbuche 
von Pollak. — 5) Geographie: Die Vorbegriffe aus der mathematifchen, phyſikaliſchen und politifihen 
Geograpbie u. Üiberfichtlihe Darlegung der 5 Erdtheile nad) Arendtd. — 6) Kalligraphie: Der Unter: 
richt wurde nad) der genetiſchen verbunden mit der Garftair’jchen. Methode ertheilt. — Richtige Haltung der. 
Feder, ber Finger, der Hand, des Armes und des ganzen Körpers beim Schreiben; — Vorübung zur Crlan— 
gung der erforberlihen Beweglichkeit, Selenkipfeit und Kraft der Schreibeglieder; — Einübung der Alpha: 
beie der deutjchen und engliihen Schrift nach beftimmten Buchftabengruppen zuerft auf vollitändig Linirten 
Schreibheften mit Richtungslinien, dannohne Die Ichteven; — Ziffern, Interpunktionen, andere Zeichen, 


2. Außerordentliche Lehrgegenſtände. | | 


I. Stenograpbie. Die 34 Lateinfchüiler, weldye den ftenographifchen Unterricht befuchten waren 
eingetheilt 1) in einen Ober, und 2) in einen Unter-Kurs. In beiden wurde dasſelbe gelehrt, wie in 
den Gymnaſial Kurfen.. Siehe Seite 11. 

an. Muſik. Die Schüler des unteren Kurſes erhielten gefonderten Unterricht im Gefänge in 
wöhentlid, zwei Stunden nach ter „Anleitung zur Eingfunft. Bayreuth. Höreth.” Won den: erften Ele 
menten an wurden Diefelben bis zu Eleineren Geſangſtücken in Sekunden, Terzen, Duinten und Sexten 
geübt. — Mit den befühigteren Schülern wurden wie mit jenen des Gymnaſiums Kirchentonftüde, Chöre, - 
Symphonien, Duverturen und Eoloftüde eingeübt und ausgeführt. Die übrigen wurden theild in den - 
Anfangsgründen der Muſik, theil$ im Vortrage kleiner Etüde unterrichtet und geübt. 

BUE. Zeichnungskunft. Der Unterricht begann mit den Elementen der Beichnungsfunft. 
Eodann wurden die Schüler im Zeichnen von Drnamenten, von den Theilen Des Kopfes nnd von ganzen 
Köpfen, fowie von Landjchaften und Blumen geübt, und zwar anfangs in einfachen. Umriſſen, fpäter in - 
leichter Schattiryng, endlich wurden auch ganze Köpfe nit. Kreide „gezeichnet. | | 

KV. Schwimmunterricht und | | 

V. Zursunterricht. Su tiefen beiden Unterrichtszweigen wurben die oben Seite 12 ange: ' 
gebenen Uebungen auch mit den Lateiuſchülern nah Maaß ihrer Kräfte. ducchgemacht. Ä | 


p + 
ee Ta Bea nee 


©. Schüler. 


1. Fortgang der Schüler in den ordentlihen Lehrgegenſtänden. 
Schülerzahl: a) am Anfange 44, b) am Schluſſe des Jahres 39. 


32, engler, Franz Ludwig 


* | 15 | Bortgangspläge 
* ——— 5423 
Ramen — Stand 
* der 4 Geburtsort. der —A 
Schüler. * Aeltern. 336868 
= Beulen. 5! ela 
| TEE En &lslelelÜl: 
1 Idinzel, Thomas, Sem. | 19. Fehr. 43 IStaffelftein — 1 Meßgermeifter. Il ıı 1] 4] 1] 5 
‚11 Kießling, Michael 5. Juli 43 IBamberg Redakteur. . 1 | 4! 7| 3114| 2 
ul Rupprecht, Michael 9. Jan. 42 ITrofchenreuthi.5.Cpf. | Landmann. ı! 3110| 5| 8] & 
jv |Küfter, Friedrih A. C. | 11. Sept. 44 [Erlangen in Mittlfr. J Vorftand der k. Telegra- 
phen:Station Bamberg. | I | 2116| 1) 4124 
v'Hopfenmüller, Xorenz, S.] 29. Mat 44 [Weißmain Oekonom. | i| 6) 5117| 4116 
6 Prell, Georg 11. Dez. AU Waizendorf Schmiedmeiſter. ı |ı3| 215 8) 8 
7 Pabſtmann, Franz, Sem. 83. Sept. 42 [Stadtjteinad) Lehrer in Gösweinſtein. 1 | 5,14) 8111]15 
8 Hönninger, Friedrich 7. Febr. 43 PBamberg Regiments-Schneider. II 4161118 
9 Landgraf, Joſeph, Sem. [| 25. Mai 43 PBamberg Hutmacher. 14171119 9| 1121 
10 Ebert, Albrecht, A. C. 1. Juni 41 IHeiligenftadt Kantor. | 1 |ı5! 8] 6|14125 
11 Förſt, Konrad | 15. Sept. 42 [| Trügenborf Landmann. + m 9| 6/13)18|30 
12 Kraus, Adam 1. Aug. 41 [Bamberg Scilermeifter. 119) 3)21) 1/20 
13 Brehm, Franz 19. Ott. 41 [Bamberg Tuhmachermeifter. in) 817|11[|26)19 
14 Hager, Johann Baptift 3 3. Aug. 42 IRottenftein - I Rärbermeifter. ı 11] 928/21, 6 
15 Köhler, Michael, Sem. 3. April 43 [Baunady in Unterfr. | Schullebrer. + 5 1 |14/19)14/14117° 
16 Brand, Eugen, Sem. 6. April 44 [Würzburg Konfiftoriums-Tiener. + | 1 |25|23) 2)22] 1 
417|Korntbeuer, Joh. Bapt. | 5. Mai 43 IStaffelftein Kaufmann. . ı |18]18|24| 8| 7 
18 Hermann, Heinrih, Sem.| 31. Tez. 42 IBamberg Kleinhändler. + ı |2127)12| 7 9 
19, Rothlauf, Thomas, Sem.| 29. Juni 43 Weißmain Schullehrer. | ı 120112]19|11|23 
20 Fuß, Franz 131. März 42 [Bamberg Metropolitanfap.:Diener. Jır | 7121)21|22]27 
21 Wagner, Johann 3. Febr. 42 IBamberg Delonom. 11 124122)26| 4| 3 
29|Zeltmanı, Ignaz 18. Tez. 42 [Banıberg - Tünchergeſelle. 112220 711431 
23 Boxberger, Franz 20. Sept. 42 Kiſſingen i. Unterfr. | Dr. med. u. prakt. Arzt. JII11618323 2634 
24 Röhring, Chriftian, A. C.] 16. Febr. 43 IBamberg K. Poitftallmeifter. 11 112129] 10137|38 
25 Schaller, Adalbert 11. Aug. 41 |Rain i. Niederbayern | 8. Appell-Ger.-Aſſ. i. Bbg. ı 27 153122 14 
26 Haller v. Hallerſtein, Sig:] 22. Aug. 43 [Baden im Großher: | Privatier. F 
mund A. C. zogthum Baden 1123 3018 3428 
27 Maier, Konrad 8. Mai 43 IBamberg Kunftgärtner. 11313130 18 10 
28Köppel, Karl, A. C. 23. Sept. 43 [Nürnberg K. Appell.:Gerihts-NRath. | 11 2924135126111 
29|Bauer, Friedrich 25. Sept. 42 Grub, Ld. Burgebrach | Taglöhner in Sambad. +1 11128|26136| 18 22 
30 Pflaum, Andreas 11. Febr. 44 Bamberg Oekonom. 130 28 33 3118 
31Weber, Michael 30. April 42 PBurgebrach Bäckermeiſter. 13334 2731 26 
15. April 42 Kronach K. q. Landrichter i. Bamberg | 1112673234134 32 


& | S | Bortgangepläße 
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€ Namen —— | | Staub s)els 28 
«> der er Geburtsort. | der 52 * SE 
€ - — 245 3 
& Schüler. Aeltern. 5335362 
| , N 10 @ BR & 
= 5 3 -.; -, =: 7. 
33Bickel, Anton 4. Ian. 44 PBamberg Hefenhänoter. —— J1111135'33[3736112° 
—* Joh. Burkart, S.25. Mai 43 PBamberg K. Bez.-Ger.Schreiber | 
in Bayreuth. JIn 32137125 31135 
35 Prell, Johann 11. San. 42 Frieſen Büttner. ı 136125138, ‚2929 
36/&röger, Ludwig 17. Dez. 42 |Bamberg Riemermeiſter. 11134 3820 3837 
37 Ramer, Zofeph 5. Aug. 42 Forchheim Schullehrer. 111138136 32122 33 
38; Wich, Georg 29. Aug. 41 JFrieſen Wirth. 1137135 29 2936 
833 Karl 2. Nov. 42 ſFeuchtwangen i. Mitf. JK. Landrichter i. Ludwigsſt. — ————— 


Preifetrager: 


Aus der katholiſchen Religionslehre: 
Michael Kießling. (Die hl. Schriften des A. u. N. Teſtamentes mit vollſtändigen Anmerkungen 
von Allioli. 3 Bde. 7. Aufl. 1851. Münden u. Landshut, Vogel.) 


Aus der proteftantijchen Religionslehre: 
Friedrich Küfter. (a. Kurk, Abriß der Kirchengeſchichte. 3. Aufl. Mitau, Naumann. 1856. — b. De: 
litzſch, das Sakrament des wahren Leibes und Blutes Jeſu Chriſti. Dresden. 
Neumann 1853.) 
| Preiswürdig iſt noch: Albreht Ebert. 
Aus dem allgemeinen Fortgange: ” 
I. Thomas Finzel. (Nebau Volks-Naturgeſchichte. 4. Aufl. mit 523 Abbildungen. Neu bearbeitet 
v. Bromme. Stuttgart, Hoffmann. 1857.) 
II. Michael Kießling. (T. Livii hist. libb. XXI—XXIV mit Anmerkungen v. E. W. Fabri, neu be- 
arbeitet von H. W. Heerwagen. 2 Bde. Nürnberg, Schrag 1850. 1852.) 


IL Michael Rupprecht. (Homers Odyssee erklärt v. J. U. Faesi. 2 Thle. Berlin. Weidmann 1855.) 


IV. Sriedrih Küſter. (Heiniſch und Ludwig, kurze Geſchichte der deutſchen Sprache und Literatur. 
Mit Proben von Ulfilas bis Klopftod. 2 Thle. Bbg. Buchner. 1856. 1857.) 


V. Lorenz Hopfenmüller. (Homers Jlias erklärt von J. V. Faesi. 2 Thle. Berlin. Weidmann, 1855.) 


Anmerk. 1. et Brand, Falco, Schaller und Weber waren durch längere Erkrankung in ihren Studien 
ehindert 
Anmert. 2. Audgetreten find: am i4. Oft. Johann Günther, um an die kgl. Landwirtbichafts: u. Gewerbſchule über⸗ 
zugeben, am 8. Januar Heinrich v. naar und am 17. Febr. Burkart Aumüller, um ihre Etubien pri⸗ 
vatım fortzufegen, am 20: März Dar Michaeli, am 8. April Wüßelm v. Herrnböd und ann En⸗ 
gel, um ſich anderen Fr er zu widmen. 
Anmerk. 3, Eingetreten it am 15. April Karl Falco aus tem Privatunterrichte, 


— 


————— 


— ——— 7AVL. Mcmſſe. 77777 
Schälerzahl: 2) am Anfange 47, b) am Schluſſe des Jahres 42. 


* s _Bortgangepläge 
€ Namen Stand AARNSER: 
€ der der 2282255 
a8 3 |- 3 
$ Schüler. Aeltern. 33833526s 
= | elesls'els|.!? 
"I |Ernft, Johann, — 15. Nov. 44|Stetten BBBauer. i16501 
1j Ketſcher, Joſeph, Sem. 113. Febr. 481Effeltrich Wundarzt 1113333 118 
11 Schlelein, Friedrich 13. Juli 464 Bamberg K. Kanalhafenmeiſter. ı) 2) 2) 2111 
1V Klemens, Peter 28.Nov. 43]Stetten Bauer. ı) 9116114| 4 
V Schneider, Ernit, A. C. 116. Febr. AUJOberzenn i. Mitfr. IS. Dekan- u. Ctadtpfarrer 
| | an 1| 8125| 4) 2 
6\Erlwein, Leonhard 25. Dez. 45[Bamberg Schuhmachermeiſter. ı| 4 9115| 5 
7 Dolles, Georg 14. Sept. 43Effelter K. Revierförfter. 7 1 117| 6| 7122 
7 Haas, Lorenz 18. Dez. 44Hungenberg Bauer. 11512130 22 
9 Jörgum, Theodor, A. CI 8. Okt. 45Bamberg Konditor 1115/15112]: 6 
10 Glückert, Joſeph 12. Aug. 4Seß! ach Bauer. I j11| 8122112 
41|Ringer, Lorenz 21. Febr. Ad Bamberg Bädermeifter. f ‚ 111113110/24/16 
12 Rückel, Andreas 10. März 431Herrnberg i. Mttfr. PBauer. | 8131718 
13Klöpffer, Friedrich 3. Mai 431Neuſtadt a A. i. MfrStadtſchreiber i. Kronad).] I 138 329 
14 Wimmelbacher, Georg 26. Okt. 42Roſenbach i. Milfr. Bauer. 11417 11124 


K. q. Forſtmſtr. i. Bmurg442 42820 


15 Speck, Hermann A. C. | 
1130119] 610 17] 7 


16/Borberger, Roman 
16 Ronradi, Karl 
18Vadum, Philipp 
19 Friedrich, Wilhelm, Sem.]? 
20/Then, Karl 

21 Steinmetz, Georg 


22/Rlein, Mar, A. C. 
231Martin, Eugen | 
24 Renner, Friedrich 

25 Braun, Lorenz 
26Forſter, Ludwig, Sem. 
27 Nürnberger, Kafpar 
28 Nüßlein, Andreas 

29 Gengler, Joſeph 

30 Leiſt, Friedrich, Sem. 
31 Martin, Julius 
32|Wierrer, Eugen 


Säuffehter. 
i 31!30121)13/31)28 
26 7142 33 30 er 


Budialter. 
K. Bez.⸗Ger.⸗Rath i — 
13 = und BEER 


33/Huber, Adam 
341 Schauer, Albert 
111j27/28151|32)38|23 


nad in Unterfr. 
35|Graß, Andreas 9. Okt. 421Reundorf Bauer. 11 39 263227 2321 


_ Fortgangepläße 
R £ |. 


i. d. Gelchichte. 


— —— 


i. d. Geogtophie. 


im Griechiſchen. 
im Deutſchen. 


|. d. Arithmetik. 


| 
J 


36| Mlorgenvoib, Herm. A. C.127. San. A5[Thurnau 
87 | Rattinger, Sebaftian 28. Juni 42 Lahm 


27 39136 11129 
38 Gleißner, Franz 8. Ott. 45 Bamberg 2434 41 22 30 
89 Schoöpfer, Joſeph 7. Aug. 43Bamberg 1 11128141 32 42 4139 
40 Loritz, Franz 7. Juni 40MNittenau i. Oberpf. ottokollekteur in Bbrg. IIII 4040 
41 Krick, Georg, Sem. 14. Mai 481Altenbanz Schullehrer. 11138139 38 38 3319 
42 Horadam, 7. Juli 44Zehntbechhofen K. Revierförſter i. Bbrg. Ji1/424235404040 


Preiſeträger: 
Aus der tatholiſchen Religionslehre: 
Joſeph Ketſcher. (Mätzler's Legende der Heiligen auf alle Tage des er 5. Aufl. 2 be.) 
Aus der proteftantifchen Religionslehre find preiswürdig: Jörgum, Klein und Schneider. 
Aus dem allgemeinen Fortgange: 
J. Sobann Ernft. (Orbis pictus v. Kaufmann. Stuttgart, Balz. 1841.) 
II. Joſeph Ketfcher. (Fiedler's Geſchichte der Römer. 2. Aufl. Leipzig. Baumgärtner. 1854.) 
IH. Friedrich Schlelein. (C. Julii Caesaris Comment. de Bello Gall. et Civ. v. Fried. Kraner. Berlin. 
Weidmann. 1855. 1857.) 

IV. Beter. Klemens. (Pyrker's ſämmtliche Werke. Stuttgart. Cotta. 1855.) 

V. Emft Schneider. (Die gefhichtlihen u. deutſchen Sagen v. Simrod. Frankf. a. M. Bronner. 1850.) 
Anmerk. 1. Durch Krankheit waren einige Zeit vom Beſuche der Klaſſe abgehalten: Erlwein, Glückert und Krick. 
Anmerk. 2 Audgetreten find: Guſtav Hegel am 4. Nov. und Heinrih Heberlein am 11. Jan., um an andere Anſtal⸗ 

ten überzugeben, Zofeph Stlbermann am 22. März und Ludwig Frhr. v. Egloffftein am 7. April, 
um privatim zu fiudiren, Heinrih Schneider am 10. Juni, um fich einem andern Berufe zu widmen. 


II. Klaſſe. 
Schülerzahl: a) am Anfange 57, b) am Schluſſe des Jahres 56. 


* 5 | Fortgangspläge . 
S Namen Stan i# . 
® Geburts- : —55223 
Po) der Geburtsort. ber 2|S & 8|2|5 
| | 2:8 28 
: Schüler | Aeltern. 333553 
Sl rn _ eh nn) er 
1 |Bauernfhmitt, Joh. Bapt. P4. Oft. 42] Bamberg Mesgermeiſter. 10271 4| 2 
11 Frensdorf, Ernft, M. C.125. Aug. 45] Bamberg Prakt. Arzt. 1! 1| 4122| 1|42 
11 Schwarzmann, Georg - [15. Aug. 441Scheplik Lottokollekteur. ı| 3) 7112)11,34 
IV \Halente, Sojeph 5. San. 45 Regensburg - IPrivatier. ı| 6| 9| 711810 


4 


— | = | Fortgangepläße 
J Namen —— 
* | Geburts- 2j8|1. 838 
© der A Geburtsort. 233 
r zeit. 527 
Shüler AHEISH 
V Brehm, Lorenz ‘ 10, Ang. 43 Banıberg PRucmarhermeifter, 144 ‚218 
VI Ottenſtein, Quitpold, M.C. | 4 Nov, 46PPahres in Mitfr. Lehrer in Bbg. 1 349 
vil Buchner, Mar 25. Apr. 46] Dlündyen 8. Staateſchuidentilgungs⸗ | 
Kaſſier i. Bbg. 1 2319 
8 Schufter, Georg 26. Juli 45]Bamberg daufmann. un 38 
9 Horſt, Adalbert 2. Febr, AbfPaflau 8. Ly — 1 1% 417 
10 Groß, Adolph, A. C, 25. März 45] Bamberg a. britant, 7° n |1 914 
14 Volt, Ludwig 24. Mat 45München K. App.⸗Ger.Präſibent. 7 Jul | 
12/Fürft, Franz 27. Ott. 45] Schweinfurt i. Untfr. ſX. App. Ger. Kanzlifſt. 1 
13, Munich, Daniel 11. Dez. 44Forchheim Kaufmann. I 
14 Schleſing, Wilhelm, a. C. |20. Juni 45] Bamberg 8. Abvokat. | 
15 Loch, Johann 5. Dez. MTeuchatz Schullebrer im Mühlendorf. 1 
16 Wehrl, Friedrich 2, Jan, 45Schwarzenbach a. WIR. Revierfürfter im-Gerolds: 
grün. 
17 Rath, Joſeph 2. Apr. 45Forchheim . Landgerichts- Arzt. + 
18 Braun, Adam 21. Mai 44 Bätermeifter 
19 Bardelmes, Joh. Bapt Bierbraner. + 


22 Glaſer, Franz 


4 13. März 44]Bamberg n 
26 Meyer, Ferdinand Walbmänden i i. Opf. . Hauptzollamts-Nevifor in 
26 Pezold, Johann 
27 Fiſcher, Johann Aug. 
28 Küſter, Georg, A, 0. 


20 Schmitt, Andreas 


ation Bamberg. 
Schneidermeifter. 


30 Weiß, Ambros 24, Febr. 44IFrensborf Müllermeiſter. 
31 Rittmann, Karl 24. Juni 45Neuſtadt a. A. i. — K. elite in Bbg— 
32 ren Alfred, Frhr. v. | 
18. Oft. 46PBamberg p.⸗Ger.Rath. 
38 Fe Mar 20. Juli 441 Bamberg —— 


34 Fiſcher, Joh. Wilh. 
35 Lohr, Joſeph 


36 Deininger, Franz 2. Apr. * erg u. Maler 
ZT Neydeck, Otto von 27. Mai 46 ei ing in Oberb.I®. Oberzollinfpeftor i. Bbg 
38 Schödl, Michael 19. Aug. 46PBamberg enfab 


39 Kirmaher, Albert 


iv” Fortgangspläpe 


— — — — —— — — — — — — —— — — — — — — — 


* 8 

— 
* Namen Stand |: =|z|# 
* Geburts: Alsisiel®ls 
& der ' Geburtsort, der 2E82|5|1» 
x zeit 28/8 |8]= 
— Schüler. Aelter n —* Sarg 
— "I bei Alcle 
* @lBElE|el..!.. 


11 135146]43]32144 
1 38 43 45 38 39 
33 


Landmann, Georg 
A1lDinkel, Johann 
MGBGleißner, Andreas 


48 Stöber, Ludwig 25. Wei händler. 1415041463 
A Klein, Karl, A. O. 20. Se | berſt in Bbg. N 4614014811: 4129 
45\Yung, Michael i 11145 443340380 
46 Müller, Johann 11147137 139 44125 
47Echloſſer, Sebaſtian 11 144148138|28150 
48/1 Schmitt, Wilhelm } Landmann, 1149153121 37151 
49 Scheidler, Johann Schullehrer in Vorta. 1113949 44152 55 
501 Schneider, Guſtav, A. C.] 7. IR. Dekan und Stabtpfarrer 
in: Bamberg. 1 150 51 42/5014 
51h, Wilhelm, A. C. a . 46 zent 1. Mtf. K. Eiſenbahn⸗Aſſiſtent i. Bbg. 11/52 455242 46 


15352512947— 


52Geiger, Johann 
11/51147|68163/24 


533 Rittmann, Oskar 

—Brugger, Karl 
in Gunzenhauſen. — 41-1 j117 

— /Gendre, Auguft . . i. d. izLehrer der franz. Sprache 

amt. Gum. in Bbg. J-———— — 

— Adolph Anton 


Preifeträgert 


Ks ” tatholiſchen Hekigionslchre: | 
Joh. Bapt. Bauern] Di autenfütagere Geſchichte der Kriftlichen Reigen n. Kirche. 3 Bde. 
Minden, 1848—1849.) 
Aus dem allgemeinen Fortgange: 
I. Joh. Bapt. SancEn) mitt. (Ingerslev's lat.deutſches Schulwörtabuch. 2. Aufl. Braunſchweig. 
Vieweg. 1856.) 
II. Ernſt Fron 3 ort. ( Ingerlev's deutich-lat. Schulwoͤrterbuch. Braunlchweig. Vieweg. 1855.) 
II. Georg Schwarzmann. (Driendl's Geſchichte von Vayern. Münden. 1853. Selbſtverlag.) 
IV. Joſeph Halenke. (Stoll's Handbuch der Mythologie ber Griechen u. Römer. Lpz. Teubner. 1853.) 
V. Lorenz Brehm. (Gradus ad BRatnassum. Ed. Conrad, Lipsiae. Lehuhold. 1839.) 
VI. Quitpold Ottenflein. (C. Jul. Caesaris commeatarli de beio Gallico. Mit Anmerkungen von 
| Held. Sulzbach. 1851.) | | | — 
VI. Max Bnchner. (Novum Testamentum. Graeco et latine. Ed. Reitimayr.) 
Anmerk. 3. Karl Brugger, darch Krankheit über vier Monate am Gchmlbefude gehindert, konnte nicht Elaififigirt wer⸗ 
ben, wie auch Auguſt. Gendere, ber Jah DaB ganze Schuljahr über durch Unmohlfein angehalten war, bie 
Klafle zu befuchen. 
Anmerf. 2. Dark Krankhen waren Fängere Zeit vom Schalbeſuche abgehalten: Ba q ner, Ottenfein Rittmasın 
Rarl und Würfleln. 


Unmert. 3. Eingetreten find: Ferdinand Mey e rTam 31. — Pertontantereige et 
von der Studienanſtalt Würzburg, beide wegen Hieherverſezung ihrer Aeltern. Adolph Anton Feier trat 
erſt bei Beginn des Sommerjemefterd aus dem Privatunterrichte ein und konnte deßhalb nicht Elaffifizirt werben. 

Anmerf. 4. Außgetreten find: Emil Kalb am 7. April wegen Kränflikeit, um feine Studien privatim fortzujegen; — 
— Philipp Münih am 10. April und Johann Stöckinger am 30. Juni, beide, um fich einem anderk 
Berufe zu wibmen. — Gin Schüler wurbe entlaffen, 


* I. Klaſſe. 
Schülerzahl: a) am Anfange 60, b) am Schluſſe des Jahres 53. 


Bortgangspläge 


* 5 

= > 7 
AR = 
€ Namen Geburts Stand 2[&]; 
1 der eit Geburtsort, der als = | 
= Shüler er Aeltern. s|#13 

= / z|al@ 

Ss]: ölslsl<!2l8 
I |Öleiner, Joſeph 8. Juli 48 [Bamberg K. Bauaffiitent. ı [4 2 18 
1 Sammüller, Franz 23. Aug. 45 WWürzburg K. Hauptzollamtsaffiitent | 

in Bamberg. 1117) 1 50 
111 Klee, Franz 29. April 45 Forchhein K. Bahnerpeditor. * 1127 38 
IV Müller, Heinrich 29. Mai 47 Bamberg Maurermeiiter. r 110) 4 13 
V Loch, Sofeph 1. Aug. 43 Mühlendorf Schullehrer. I | 6110 “7 
VIiKranz, Eugen 23. März 45 [Hollfeld Landgerichtsdiener. ı | 3] 317 4 
VII Dolles, Wilhelm 23. Nov. 46 Effelter K. Revierförſter. + ı1| 918 12 
8Hedrich, Peter, A. C, 3. Juni 45 [Bamberg I. Wachmeijter. F | 8118 10 
9Groß, Mar, A. C. 14. Nov. 46 Bamberg Tabaksfabrikant. ı 113) 911 9 
410 Dffinger, Konrad 26. Des. 45 IHiltpoltftein in Opf. K. Nevierförfter in Zellen: | he Fa 
feld Mifr. ur/11/12| 9122] 7 

11 Rehm, Karl, A. C. 19. Juli 47 IHersbrud i. Milfe. IK. App.-Ger.Rath i.Bbg.] ı /11115/16/18/26 
12 Schwager, Wilhelm 24. März 48 IBamberg Kaufmann. ı 115111/21| 5/42 
12 Wagner, Georg, A. C. 127. Febr. 46 Walsborf Herrſchaftl. Nevierförfter.| ı | 519/22)19| 8 
14 Göller, Friedrich) 144. Nov. 46 Hirſchaid Schneidermeiſter. 7 11/16/22] 5474 
15 Schürr, Franz 9. Mai 48 Marlofſtein Schullehrer. ı 14/191 17/11145 
16Dtt, Theodor | 12. April 47 [Bamberg Schloſſermeiſter. 119 6128115116 
17 Martin, Andreas 25. Juni 46 Vorra Schullehrer i. Bbg. ı !23| 632510 6 
18/ Sprecher, Friedrich) 3. Juni 47 Mürnberg Mufitmeifter beim k. 5. 

Inf. Reg. 2512114120134 
19 Dros, Dtto 12. Sept. 48 [Bamberg | Kaufmann. 22|21/17| 91 3 
20 Gendre, Friedrich 25. Juni 46 Freiburg i. d. Schweiz u d. franz. Sprache am IE 

ft. Gum. in Bbg. fr) 4131138116151 
21 Fehlner, Richard 3. Juli 46 [Bamberg K. 2. Landgerichtsaflefior.| r [21125113123] 2 
22 Gengler, Adam 22. DE; 47 Pottenſtein K. q. Landrichter zu Bbg.j1 18 17273616 
22|Pflaum, Friedrich 5. März 45 Pegnitz Bureaus u, Kaſſadiener. III202741 2928 
22| ent, Andreas 8. Ian. 46 Kronach ‚Veterinärarzt i. Bbg. 11 |27|14115132/29 
25 Knetzger, Johann 8. Mai 44 Langenſendelbach Landmann. 11/2412 5 
= Reichmaier, Sefeph 9. Aug.. 46 [Nürnberg Kondukteur in Bbg. 11 117/40|23127127 
27 Scharf, Michael 10. April 45 [Bamberg Schuhmachermeiſter. 7 7 [1 30 46 36 2631 
28 Leicht, Stephan 19. Febr. 45 Etaffelſtein rmeiſter. 26 20 


* Fortgangsplaͤte 
& Stand — IJelgl£ 
& J Geburtsort. der 2 = E & 3 5, 
. »|I515|15[128 = 
& _deltern — 
J ri &lsl&ls|2!2 
5HHofmann, Ging 1A. Sept. 45 [&eisfetd 35 
30 Brehm, Peter 4. April 46 Bamberg 11138183] 738 11 
314 Schuler, Karl, A. C. 22. Jan. 47 [Nürnberg 1 * 25137121 
32!Bauer, Jakob 20. DE. 46 [Bliesmengen i. d. Piz: ‚4111132129134!43|22 
33/Kraha, Andreas 5. uni 47 EScheßlitz 11 |36/24/43130123 
34 Engert, Joſeph 16. März 46 [Bamberg 111129|143)32/25|19 
34 Die, Michael 8. Mat 48 Bamberg 11133!30|44124|14 
36/Minniglih, Johann 7.D#t. 47 Bamberg 11 137/36 29142 25 
37 Deſter, Leonhard 29, Jan. 46 Rothenkirchen 11 134146132/21|17 
38 Haar, Chriſtoph 8. Juli 45 Gößweinſtein Slafermeifter. 11.128144|37 45/37 
39 Steinheimer, Hugo 20. Sept. 47 ISchillingsfürft i. Mfr, JK. Bez.:Ger. Arzt i. Bbg. Trır}41134130| 39/48 
40 Ernſt, Johann Bapt. 19. Juni 46 [Römerleithen K. Revierförfteri. Breiten: | 
ß 143 3730 28 39 
Lindner, Johann 23. Mai 47 EScheßlitz B3040 403849 
42 Kraus, Kaſpar 13. Febr. 45 I Bamberg Schuhmachermeiſter. 039 41 41 46 
43 Häußlein, Friedrich, A, C.] 20. Juni 47 [Weißenburg i. an a Regenſchirmmacher i. Bbg. IUI 432 47 40 40 
A Ringer, Gregor - 6. Jan. 47 [Bamberg 111145138'45144130 
45 Enhuber, Otto von 13. April 48 [Amberg . 1111)42)50139]34| — 
46 Rittmann, Alfred 1. Mai 48 [Bamberg 111147/41147146/24 
N 471Tod, Joſeph 25. DE. 45 JNürnberg 11 149142)42|48]41 
48 Werner, Guftav 15. Okt. 46 Bamberg Maler u. Tünchnermeiſter. IIA46 48 533 53336 
49 Seefried, Karl Freih. von K. b. Kämmerer u, Ritt— 

a’. ©. 116. Aug. 46 Bamberg meifter a. D. 1115345 48 4932 
50 Förtſch, Adam 11. Aug. 47 Bamberg 111150/47/51150|44 
51 Hofmann, Martin 12. Sept. 46 [Bamberg ⸗ 4815215215238 
52 Morgenroth, Adolf, A.C.] 4. Mai 46 Thurnau K. App.⸗. Ger.Aſſeſſ. i. Bbg. 5251 49 47 43 
53 Lamprecht, Joſeph 3. Sept. 47 [Bamberg K. App:Ger.:Rath. 11/51)153/50151/— 

Wreifeträger: 


Aus ber tatholiſchen Religionslehre: 
Heinrich Müller. (Dr. a „sie Kirche in ihren gottesdienſtlichen Handlungen. Freiburg. Her⸗ 
1856.) 


Aus dem allgemeinen Fortgange: 

I. Sofeph Gleißner. (Ingerslev’s Tat. -beutfches Schulwoörterbuch. 2. "Sp Braunſchweig. Vieweg. 1855.) 
I. Franz Sammüller. (Driendl’d Gedichte von Bayern. Münden. 1853. — —— 

III. Franz Klee. (Döderlein's Handbuch der lat. Synonymik. Leipzig. Vogel. 1840.) 

IV. Heinrich Müller. (Die Urgefhichte der Erbe und des Menſchengeſchlechts v. Seb. Mutzl. Lande: 

hut. Thomann. 1848.) 
V. Joſeph Loch. (Novum Testamentum. Graece et latine. Ed. Dr. Reithmayr.) 

v1. Eugen Kranz. (Imgerslev’s deutſch⸗lat. Schulwörterbuch. 2. Aufl. Braunfchweig. Vieweg. 1866. ). 
VII Wilhelm Dolles. (Annegarns Naturgeſchichte. 3. Aufl. Münfter. nn 1850.) J 


Roy 02 SEE ne ae en. 3a u 


" Wimert.T. Dir manthen waren Tängere Det vom Schinbeſucht INNEN yunbder Mirnang, 
| Scharf. | 
Anmerk. 2. Ausgetreten finb s Wotilieb Hu) lex 29. Dezbr., tritt freiwillig in die ih. Vorſchule zurad, — Heinrich 
Thiem 14. Febr., Alfred Fred. v. Ziegler 23. März, Joſepyh Maria Schmitt 8. April, Friedrich 
Bickel und Jakob Demer 15. Mat, Anton Hatbenbe 24. Juni. | — 
ah — ——— | 


2. Fortgang der Schüler in dem anferordentlichen Lehrgegenſtänden. 

E. Stenographie. Ober: Kurs. Mit der Note L Bogberger Franz, Ebert, Hopfenmüller 
Korntheuer und Ramer aus der IV. Klaſſe. — Mit der Note I Bauer, Hager, Hermann. und Zeltmann, 
aus der IV. Klaſſe — Unter: Kurs Mit der Rote 1. Haller v. Hallerftein, Kießling, Küfter, Kraus 
Landgraf, Pflaum aus der IV., Huber, löpffer und Steinmeß aus der 11. Klaſſe. — Mit der Rote 1. 
Prell Georg und Wagner aus der IV., Forſter, Friedrich, Horadam und Auen aus der ML Klaffe. 

PBreifeträger: (f. S. 17) 
Eugen Brand aus den IV. und Georg Steinmttz aus der III. Klaffe.. 
(Beide erhalten je ein Exemplar von: Monatsblätter des Gabelsberger a in Augsburg. Jahrg. 1847. 
2te Hälfte, Jahrg. 1858 Afte Hälfte) 

II. Weuſik a) Im Gefange. Det Unterricht wurde mit wenigen Ausnahmen von bem größten 
Theile der Schüler der drei oberen Klafjen befucht. Ihrer beſonderen Fortfehritte wegen haben fich einer 
beſonderen Belobung würdig gemadjt: Bauer, Brand, Finzel, Förft, Fuß, Gengler, Hermann, Hopfen- 
müller, Köhler, Korntheuer, Kropf, Landgraf, P Pabſtmann, Pflaum, Joh. Prell, Ramer, Rothlauf, Weber, 
‚Wi, Zeltmann, Ebert, Falco aus ber IV, Roman Bozberger, Lorenz Braun, Ernft, Forſter, Friedrich, 
Gengler, Horabam, Huber, Joͤrgum, Retjchet, Konradt, Krick, Leif, Julius und Eugen Martin, Nüplein, 
Renner, Rüdel, Schauer, Schöpfer, Steinmetz, Wierrer aus ber IN, Braun, Fürft, Joh. Wilh. Fiſcher, 
Glaſer, Groß, Guldner, Horſt, Jung, Loch, Müller, Pezold, Schoͤdl, Guſtav Schneider, Schuſter, Schle 

fing, Wilh. Schmitt, Weiß aus ber 1. Klaſſe. — Im unteren Kurs vetdienen alle Schüler wegen 
ihres guten Verhaltens, ihres Fleißes und ihrer Fortjchritte Lob, befonders aber müffen hervorgehoben 
werden: Klöpffer, Haas, Morgenroth aus der 111. Klaffe, Dinkel, Guldner, Landmann, Munſch, Wehrl aus 
der U. Sammüller, Gleißner, Dros, Diep, Dtt, Steinheimer, Martin ‚ Behlner, Offinger, Sprechen, 
Gengler, Groß aus der J. Klaſſe. 

b) Im Vertrage auf Inframenten. Auf der Biolin. Mit der Note 1. Fuß, Hopfenmuller, Küfter, 
Pabftmann, Kamen, Rothlauf, Wich aus der IV., Roman Bogberger, Lorenz Braun, Joſeph Gengler, 
Huber, Yörgum, Krid, Julius Martin, Schauer, Wiene aus der III. Klaſſe. Mit der Note M. Köhler, 
aus ber IV., Renner, Rüdel aus der III., Frensdorf aus der 11, Dit, Kraha aus der L Klafe. — Auf 
der Viola. Mit der Note L Babkmann, Ramer, Rothllauf, Wi aus der IV. Kaffe — Auf dem 
Bioloncello. Mit der Note 1. Kropf, Pabſtmann aus der IV. Klaſſe. — Auf dem Contrabaß. 
Mit der Note U. Brand aus der IV. Klaffe. — Auf der Flöte. Mit der Note J. Gengler, Kießling, 
Haller von Hallerſtein ans ber IV. Klaſſe. Mit der Note U. Wagner, Dolles aus ber IV: Klaſſe. — 
Auf dem Klarinette, Mit der Note Ramer, Wi aus der IV. Klaſſe. Mit der stell. Brehm 
aus ber IV., Loch aus der H. Klaſſe. — Auf dem Fagotte. Mit der Rote l. Ramer ans: der IV. FI. 
— Auf dem Horne. Mit der Note 1. Hermann aus ber IV. Mit der Note 1: Prell, Bauer aus ber 
IV., Horadam, Glüdert aus der 11, Fürft aus der 11. Klaffe. — Auf. der Trompete. Mit der Note J. 
onzab Foͤrſt aus ber IV. Schöpfer, Krid and der IL Klaſſe. Mit ber ar u. Bidel aus ae IV, 
Klemens, Wimmelbacher aus der HL Klaſſe. 


6} 
. 


| IR Beihnumgtlunft. Küpfe mit Kreide ausgehühet: der 1, Mote Haben fig wärdig genacht: 
Hoͤnninger, Mayer aus der IV., Horſt aus der H. Klaſſe; — der 1, Note: Barbelmes, Karl Rittkmaun. aus 
der U. Klaffe. — Köpfe in Umrifien: die 1. Note verdienen; Rüdel, Schlelein, Ringer aus der IH. Klafle. 
— Landſchaften mit Kreide und DBleiftift ausgeführt: der 1 Note würdig find: Brehm, Franz Boxberger 
aus ber IV. — der Note: Ebert aus der W., Badum aus der 11, Klaffe. — Thiere mit Kreide aus» 
geführt: Die 1. Note, verdienen: Julius Martin, Rlöpffer aus der IM, Schlefiug aus der 1. Kaffe, — die 
J. Note: Küfter, aus der IV, Lonradi, Steinmeß aus der M., Bucjner aus der U. Klafje. — Ornamenten- 
zeichnen: Note 1. Johann Bauernfhmitt, Mehrl, Aug. Fiſcher aus der 1. Klaſſe; Note U. Eugen Martin, 
aus der IL, Küfter, Werr, Brehm aus der 11. Klaſſe. | 

IV. Schwimmunterricht. Die gewanbteften Schwimmer find: Haller von Hallerſtein 
Nöhring aus der IV., Klöpffer, Wierser aus der Ul., Karl Rittmann, Sy aus der I, v. .. 
und Freihr. von Seefried aus der 1. Klaffe. 

V. Zurnunterricht. Als Die heften und vorzüglichften — verdienen genanut zu — 
Bogberger, Haller von Hallerſtein, Hönninger, Biel aus der IV., Wicreer, Horadam, Joͤrgum, Huber, 
Rückel aus der HI, Jung, Horft, 8. Rittmann, Andre, Schmitt, v. Reed und Werr aus dee H., Pflaum, 
Klee, Zenk, Engert und Genbre aus der L Klaſſe. 


— ER 


Sihoriih-Aatififher Bericht über das Gymnafium und die Latein- 
Schule für das Studienjahr 182236. Ä 


: Die Wufnahmäprüfungen für 18°%s wurden 1.—7. Oktober abgehatten, am folgenden Tage 
hegan der Unterricht tu: allen Klaſſen unb am 20. desſ. M. fand die feierliche Vorlefung ber Schul⸗ 
gefehe tu der Aula ſtatt. 

Der ſonn⸗ und werktägige Gottesdienſt alternirte auch. in dieſem Schuljahre für Die Gymnafloften 
urd Rateinichälee. Beuglid; ter. dabei Hattindenden Andachten wurbe aber im Einvernehmen mit ber 
oberhirtlihen Stelle. folgende Abänderung gewoffen: An allen Sonn und Feiertagen, an denen kein muſi⸗ 
kaliſches Amt gehalten. wird, fingen bie: Gymnaſiaſten jo wie auch die Lateinſchüler die nach dem Kirchen» 
jehre treffende Choral-Mefe ans den Hauber-Ett'ſchen Cantica sacra. Monachü in libraria seholarum 
regja; bei dem merftägigen Gottesdienſte für Die Gymnaſiaſten ſind die Montage und. Zreitage der ſtillen 
Audacht und die Mittwochen dem deutichen Geſange gewidmet, bet ber Schulmeffe für die Lateinfchüler 
an den Diwstagen, Donnerftagen und Samitagen wechleln Gebete und deutſche Sefänge. Zu den Gebeten 
und bemiichen Geſaͤngen dient aber von mın an „Das allgememe Andachtsbuch für dad Erzbisthum Bam⸗ 
„Berg Auf oberhirtlije Anordnung. Bamberg, 1853. Druck von oh. Mid. Reindl; Berlag bes 
„erzbiſchoöfl. Ordinariats.“ — Die Harn Munmen bes erzbiichöflicden Klerikal Seminars beteten auch in 
diefem Jahre mährend der Schulmefjen für Die Lateinfchäler vor und haben. fi dadurch neuerdings den 
gerechteſten Auſpruch anf den Dank der Studienanftalt erworben. — Als  befonbere kirchliche Feierlich⸗ 
feiten verbienen‘ heruorgehoben zu werden: bie Hochämter für ihre Böniglichen Maiefläten am 


3% 


42. und 15. OR. unb am 28. Nov., das H. Geifl-Amt am 8. Nov., Die viermalige Beicht und Kommunion, 
die Seelenmeflen zur frommen Erinnerung an die verftorbenen Lehrer und Schüler der Studiendnftalt am 

‚und 2. Dezbr., die Feier der erften 5. Kommunion von 26 Lateinſchuͤlern am 17. April, Die Fron⸗ 
feihnamsprogeffion und das Danfamt am 1. Auguft. 


- Die proteftantifhen Oymnafiaften und Lateinfhüler wohnten allen Hauptgottesdienften an 
den Sonntagen, fowie den Paſſionsandachten an den Freitagen bei, die leßteren auch noch den Chriſten⸗ 
lehren an den Sonntags-Nachmittagen. Die Beicht und das HI. Abendmal feierten die Gymnaftaften mit 
ihren eltern! Drei Lateinfchüler genofjen den Konfirmanden-Unterriht vom Neujahre bis Oftern in 
wöchentlih 6 Stunden, beichteten am Samftage nad) Oftern und wurden Tags darauf (Dom. Quasi 
modo geniti) feierlich fonfirmirt und zum erften Abenbmaldgenuffe zugelafien. — Die Schüler moſai⸗ 
her Konfeifion —— unter Aufſicht ihres Religionslehrers den gottesdienſtlichen Uebungen in der 
Soynagoge bei. | 

Im Lehrerperfonale find folgende Veränderungen eingetreten: Zufolge afferhöchfter Entſchließung 
vom 19. Juli 1857 haben Seine Majeftät der König Sich allergnädigft bewogen gefunden, ben 
Priefter und Profeſſſor der 1. Gymnafial:Klaffe in Kempten, Herrn Johann Bapt. Franz Mohr, 
feiner allerunterthänigften Bitte entſprechend an die 11. Gymnafial-Klaſſe dahier zu verjeßen und in Folge 
weiterer allerhöchfter Entſchließung vom 20. Juli bes. 3. dem bisherigen Profellor der 1. Gym. Klaſſe 
dahier, Herren Joſeph Wolf, diejelbe Klaſſe in Ajchaffenburg zu übertragen, an feine Stelle zum Pro 
feffor der 1. Gym. Klaffe den Etudienlehrer Herrn Karl Weipert dahier vom 1. Oft. 1857 an zu 
befördern, dann dem Studienlehrer Herrn Ignaz Schrepfer das Vorrüden von ber 11. in die IV. und 
dem Studienlehrer Herrn Johann Bapt. Spann dad Vorrüden von der J. in die 11. Klaffe der 
bafigen lateiniſchen Schule huldvollſt zu geftatten. — Die durch Verfegung. des Herm Profeſſors Wolf 
erledigte Affiftentenftelle zur Unterftigung des Rektors wurde durch höchſte Entfchließung des k. Staat! 
Minifteriums des J. f. K. u. Sch. A. vom 1. Dft. dem geprüften Lehramts-Kandidaten und bisherigen 
Alfiftenten am Gymnafium zu Alchaffenburg Herin Eduard Mugl übertragen, und da dieſer durch 
allerhöchfte Entjhliepung vom 4. März I. 3. vom 1. April an zum Stubienlehrer ber 1. Klaffe Der lat. 
Schule in Straubing ernannt wurde, jo übernahm in Folge weiterer höchſter Entjchließung des k. Staats⸗ 
Minifteriums des J. f. K. u. Sch. U. vom 19. März der geprüfte Lehramts-Kandidat Herr Lorenz 
Kaſtner aus Burgau deſſen Stelle. — Endlich geruhten Seine Majeſtät der Rönig durch alle 
höchſte Entfchließung vom 8. Oft. 1857 den Profeſſor der IV. Gymnaſial-Klafſe Herrn Dr. Ferdinand 
Haberjad nad, zurüdgelegtem 70. Lebensjahre unter wohlgefälliger —— feiner beinahe 40jaͤhrigen 
eifrigen und treuen Dienftleiftung auf den Grund des $. 22 it. C. der IX. PVerfaffungsbeilage für 
immer in den Ruheſtand treten zu laſſen und auf die hiedurch erledigte Stelle den Profefior der IV. 
Gymnaſial⸗Klaſſe zu Regensburg Herrn Profeſſor Ehriftian Seig zu verfeßen. Obwohl nun biefer 
wegen Krankheit, in deren Folge ihm auch ein Urlaub bewilligt wurbe, feine neue Stelle erft am 15. Febr. 
antreten Eonnte, jo feste Herr Profeſſor Dr. Haberſack doch bis dahin auf Die bereitwilligfte und uneigen- 
nuͤtzigſte Weife den Unterricht in der Oberklaſſe fort und fügte dadurch zu den vielen DVerbienften, die er 
fih In einer Reihe von 34 Jahren um die hiefige Stubdienanftalt erworben hatte, ein neues nicht unbebeu- 
tendes. Verdienft Hinzu; Inzwiſchen bot der 24. Novbr. 1857 Lehrern und Schülern eine willkommene 
Gelegenheit, ihre Verehrung, ihren Dank und ihre Wünfche Hrn. Prof. Dr. Haberjad offen auszufpreden. 
Diefer Tag wat ed nehmlich, an welchem er vor AO jahren zum Öffentlichen Lehramte berufen worben : 


(2 


wer und biefer Tag wurde daher aud von ber Gitubienanftalt feftlich begangen. Früh 8 Uhr wurde eim 
feierliche Hochamt in ber Studienkirche von ehemaligen Schülern des Heren Jubilars zelebrirt und diako— 
nirt, um Gott für diefen Tag zu danken und ihn um feinen ferneren Segen für den theueren Lehrer zu 
Bitten; Um 9 Uhr empfing Denfelbes in der gejhmädten Aula eine Feflouverture, von Schülern der 
Studienanftalt aufgeführt, und dieſer folgten vierftimmige Geſaͤnge. Sodann hielt der Rektor eine Anrede 
aa den ſcheidenden Kollegen und Lehrer, in welder er deſſen Verbienfte ald Lehrer hervorhob und ihn in 
feinem, des Lehrerfollegtumd und der Studien-Anftalt Namen zu ber ihm von Er. Majeftät dem Könige 
allergnäbigft geſchenkten ehrenvollen Ruhe beglüdwünjchte. Während derſelben wurde ihm von einem ehe- 
maligen Schüler und jebigen Lehrer der Anftalt im Namen des Kollegiums eine Iateinifche, von fämmt- 
lichen Profefforen und Lehrern unterzeichnete Votivtafel und von einem. Jeider nunmehr ſchon dahin- 


geſchiedenen Echüler ein von diefem im Namen feiner Mitſchüler verfaßtes deutſches Gedicht überreicht. 


(j. S. 13 Anm. 1.) Beide wurden zufammengebrudt unter dem Titel: „Feſtgruß zur vierzigjährigen Lehr: 
„amts-Qubelfeier des Hochverehrten Königl. Gymnaſial-Profeſſors Herrn Dr. Ferdinand Haberjad, dar: 
„gebracht von den Lehrern und Schülern der f. Studien-Uaftalt Bamberg am 24. Nov. 1857. Bamberg, 
„gebrudt bei Joh. Mich. Reindl.“ 1.Bog. gr. 4.) — Den Schluß bildete das patriotifche Lied: „Heil 
Dir im Siegeskranze“, welches unter Mufitbegleitung gejungen wurde. Möge die Erinnerung an Diefen 
Tag dem jugendlidyen Jubelgreiſe ftet3 eine erfreuliche fein und u der er Novbr. ihm noch recht oft 
in ungetrübter Gefundheit wiebeifehren | **) 


Als recht erfreuliche Zeichen ded väterlichen Wohlmollens der hoͤchſten Stellen für die Intereſſen 
der Studienanftalt müffen mit den Ausbrude des aufrihtigften Dankes angeführt werden : 1) der außer: 
orbentlihe Zuſchuß von 100 fl. zur Reparatur der Kirche ber engliichen Fräulein, welche feit Langem 
auch als Stubienfirche benügt wird; — 2) die mit einem Koſtenaufwande von 180 fl. 12 Er. hergeftellte 
neue Ausmöbelirung des Schrsimmers der I. Klaſſe der Lateinſchule mit Katheder, Schreibtafel und 14 
Bänfen; — 3) die dem Profeffor der Mathematif Herrn Dr. Hoh durch h. Min. Entichliegung vom 
4. Dezbr. 1857 für die Uebernahme des Mathematif-Unterrichtes in Der IV. Kl. der lat. Schule gnädigft 
ertheilte Remumeration von jährlih 100 fl.; — 4) die dem Stenographielehrer Herrn Joſeph Stenger 
durch h. Min. Entfchließung vom 22. San. 1858 für 18°%57 gnädigſt bewilligte Oratififation von 100 fl.; 
— 5) der Beſuch der Studien-Anftalt — den kgl. Minifterial-Kommiffär Herrn Regierungsrath Max 


") Sin der letzten Zeile ber vVoelotafel ſteht auß Verſehen IX. ftatt IX. 


ee) Profeſſor Dr. Ferdinand Haberſack wurde 13. Yan. 1787 gu Würzburg geboren und beſuchte mit Auszeichnung 
4800 - 1806 die latein. Schule und das Gymnaſium fo wie 1806-1811 Die Univerſität feiner Vaterſtadt. Mit dem 
Etudium der Jurisprudenz, die er fih als Berufswiſſenſchaft gewählt Hatte, verband er fortwährend das der Mhilo- 
fophie, Philologie und Geſchichte, ja er verließ fogar die juridiſche Praxis, in bie er bereitd eingetreten war, um fich 
ganz den allgemeinen Willenichaften zu widmen und übernahm bie Stelle eines öffentlichen Repetitord am Gymnafium 
zu Würzburg. Am 24. Nov. 1817 wurde Ihm die Progymnafiallehrerfiele in Schweinfurt proviſoriſch übertragen, 
unterm 6. Nov. 1818 wurde er zum Unterprogymnafiallehrer in Augsburg ernannt, 7. Dezbr. 1820 zum Gymnafial« 
Profeſſor in Münnerftadt befördert u. 4. Nov. 1823 in die I. Gym. Klaffe nad) Bamberg verfekt. Schon am 8. bedf. 


MM. rückte er in die II., am 22. Nov. 1830 in die IH. und am 19. Juni 1839 tn die IV. Gym. Klaffe vor, in welder 


er bis zu feiner ebrenvollen Quleßzierung wirkte Vom 19. Mat 1840 bis 11. Nov. 1849 verwaltete ex zugleich das 
Subreftorat der Lateinfchule, auch war er einigemal mit Verweſung des Symnaftal:Rektorateß betraut. Die ihm durch 
h. Minifer.:Entjchlteßung v. 8. Dez. 1847 am Lyzeum übertragenen Vorlefungen über PHilologie Hält er dermalen noch. 
. £ 5 - 


— 


38 


Pracher am 11. und 12. Mäi; — fo wie 6) Die Inſpizirung ber Studiengebäulichkeiten durch 
den kgl. Herrn Regierungs-Präftdenten ‚von DE LANE, Freiherrn ————— von — 
am 5. Juli. 

Der Unterricht erlitt ungeachtet mehrerer zum Glücke nicht ſehr bedeutender — 
welchen verſchiedene Lehrer befallen wurden, keine Unterbrechung, da man ſich wechſelſeitige Aushilfe 
leiſtete. Leider hat aber die Studienanſtalt mehrfache ſchmerzliche Verluſte zu beklagen. Am 10. Sept. 
v. J. ſtarb ©. Exzellenz der kgl. Staatsrath und Praſident der Regierung von Oberfranken, Herr Mel⸗ 
chior von Stenglein *) in Bayreuth, welcher den hieſigen Studienanſtalten, die ihn mit Stolz ihren 
Bögling (180/0) nennen, ſtets mit befonderem Wohlmollen zugethan war. Bei feinem am 12. desf. M. 
dahier erfolgten Begräbniffe jowie bei dem Tags darauf in der St. Gangolphs Pfarrkirche abgehaltenen 
Trauergottesdienſte betheiligte ſich auch die Etudienanftalt, jo weit dieß wegen der Ferien möglich war. 
— Bald darauf, ſchon am 2. Nov., raffte der Tod wieder einen der Stubienanftalt befreundeten Mann, 
den fgl. Regierungsrat und Stadtkommiſſär Herrn Sohann Bapt. Ihl **) hinweg, Er hatte vom 
J. 1848 an zugleich auch die Stelle eined kgl. Studienfommifjärd bis zur Aufhebung diefer Stelle im 
Sabre 1854 bekleidet und hatte fi während Diejer Zeit der Anftalt mit befonderer Liebe und Wärme 
angenommen (f. Jahresber. 18%, ©. 39), blieb aber auch nad) biefer Zeit ſtets in freundlichem Ver⸗ 
fehre mit berjelben. In dankbarer Gefinnung wohnten Daher Lehrer und Schüler feinem Leichenbegäng- 
niffe am 5. desſ. M. bei, und Ießtere erhöhten die Feier desjelben durch einen Grabgefang, — Sn neue 
tiefe Trauer verjeßte der am 9. Januar erfolgte Tod Sr. Erzellenz des Hochwürdigſten Herrn Erzbifchofs 
Bonifazius von Urban ***) die Studienanftalt wie die ganze Erzdiözefe. In ihm verlor die Anftalt 
einen hohen liebevollen Gönner, in ihm verloren Die armen Schüler fowie die Kaffe für erkrankte Gym- 
naflaften und Lateinfchüler einen großen Wohlthäter. Die Leiche des Hochfeligen begleiteten die Schüler 
und Lehrer an 13. desf. M. mit zu Grabe und aus jchuldiger Dankbarkeit und Pietät wurden für den 
Hingefhiedenen in der Studienkirche zwei Trauerämter gehalten, weldyen am 21. Jan. die Lateinfchüler 
und am 22. die Gymnafiaften mit ihren Lehrern und Profeſſoren beimornten. — Unerwartet fchnell folgte 
eine neue Trauerfunde, Die, daß der Priefter und kgl. Profeflor der Mathematik und Phyſik am Gymna⸗ 
ſium zu Muͤnnerſtadt Herr Georg Schaad, welcher von Oſtern 1840 bis zum 1. Jan. 1845 als Ver⸗ 
weſer der Lehrſtelle der Mathematik und Geographie und von da an bis 20. Nov. 1856 als Profeſſor 
„mit Eifer und Unverdroſſenheit“ 7) am hieſigen Gymnaſium gewirkt hatte, am 24. Febr. feinen ſchweren 
Leiden erlegen fei. Zum frommen Andenken an denfelben wurde am 1. März ein Seelenamt in der 
Studienkirhe gehalten. — Aber audy den Tod zweier braver Echüler haben wir zu beflagen, ben des 
Schülers der III. Gym. Klaffe Karl von Grundherr-Altenthbann (f. ©. 14 Anmerf. 1) und den 
des Echülerd der IV. Gym. Kl. Auguſt Englert (f. ©. 13 Anmerk. 1). 


Nach Ausweis der dechargirten Rechnungen der Kaffe für erfranfte Gymnaſiaſten und 
anne betrug das Geſammtvermoͤgen dieſer Kaſſe am Schluſſe des Jahres 


2) ©. Abendblatt zur N. Münchener Zeitung v. 17. Nov. 1857. Nr. 274 S. 1105-1106, 
*) S. Abendblatt zur N. Münchener Zeitung v. 5. Nov. 1857. Nr. 264 ©. 1067 b. Bamberg. 


. 9°) Grinnerungen an den H. H. Kaspar Bonifarius v. Urban, Erzbiſchof v. Bamberg. Bon Th. —— Bam⸗ 
berg, 1808. Züberlein. 8. 
+) S. Schematismus der Geiſtlichkeit des Erzbisthums Bamberg für das J. 1858. ©. 113. 


185% 0. 3685 fl. 1%, kr., während e8 am Schluffe des Jahres 
18°, nur 3255 fl. 401,2 fr. betragen hatte. Sonach hat e8 fi im Sahre 


| 18% um 429 fl. 21'/4 Er. vermehrt. Ä | 

Der kgl. preuß. wirkliche geheime Obermebizinalratb und erfte Leibarzt Sr. Majeftät des Königs von 
Preußen u. |. w. Herr Dr. v. Schönlein hat dieſes wohlthätige Inſtitut auch in diefem Jahre wieder 
mit einem Weihnachtögefchenfe von 12 fl. erfreut. Mit dem wärmften Danke fagen wir: Vergelt e8 Gott! 

Auh die Gymnaſial- fo wie die Armen-Bibliothef. wurde in diefem Jahre wieder durch 
mehrere Geſchenke bereichert. Ihr ließen zukommen: 1) die hohe Kommiffion zur Herausgabe 
bayerifher und deutſcher Quellen-Schriften im Auftrage Seiner Majeflät des Königs 
Marimilian HE.: Quellen und Erörterungen zur Bayerischen und Deutschen Geschichte. Her- 
ausgegeben auf Befehl und Kosten Seiner Majestät des Königs Maximilian I. — II. Bd. 1. Abthl. 
— III Bd. L Abthl. — V. Bd. — 2) die K. Akademie der Wiffenfchaften in München: a) Abhand- 
lungen der philosophisch-philolog. Classe VII. Bds. 2 Abthl. 1857. — b) Ueber den Anbau und 
Ertrag des Bodens im Königreihe Bayern. I. Abthlg. Bon Dr. 3. B. W.v. Hermann u. f. w. 
Münden 1857. A. — c) Ueber die Gründung der Wiſſenſchaft altdeutſcher Sprache und Literatur. 
Seftrede von Dr. Konrad Hofmann. Münden. 1857. 4. — d) Denfrede auf Chriftian Samuel 
Weiß geh..v. Dr. C. Frd. Phil. v. Martius. Münden 1857. 4. — 3) der dafige Gewerbe 
Berein: a) Wochenjchrift des Gewerbe-Vereins der Etadt Bamberg. Red. v. Aug. Lanıpredht. VI. Jahrg. 
1857. 8. — b) Bericht über das Wirfen und den Stand des Gewerbe:Bereind zu Bbg. im 3. 1857 
v. Lamprecht. 8. — c) Namend:Berzeihniß der Mitglieder dieſes Vereins im J. 1857. 8 — 4) die 
Puſtet'ſche Buchhandlung in Regensburg: J. B. Weigl's Lehrbuch der Rechenkunſt. 6. Aufl. Zum 
viertenmale bearbeitet v. Dr. J. B. Wandner. Sulzbach, v. Ecidel. 1848. 8. — 5) die Lieſching'ſche 
Verlagshandlung in Stuttgart: Mezgers Uebungen des lat. Stils. 1857. 8. — 6) der k. Hofrath 
und Univ. Prof. Herr Dr. Urlichs in Würzburg die von ihm herausgegebene Schrift: Disputatio critica 
de numeris et nominibus propriis in Plinii Nat. Historia. Wirceburgi, ofl. Thein. 1857. Fol. — 
7) Herr Pfarrer Gg. Adam Thiem in Kupferberg: a) Geſchichte Andreas Hoferd u. f. w. Lpz. u. 
Altenburg, Brodhaus. 1857. 8 — b) Bayern, fein Recht u. feine Geſchichte. Von C. Höfler. NRegensb. 
Manz. 1850. 8. —c) Cleri Wirceburgensis ecclesie Universitati etc. adplaudit Tr. Oberthür. 
Wirceburgi, Richter. 1827. 8. — d) Taſchenbuch für bildende, dichtende und hiftorifche Kunft 1804. 12. 
— e) Ueber das Heldengediht Rudolph v. Habeburg in 12 Gef. v. J. B. Pyrker. Bbg. Dreſch. 
1827. 8. — f) Epilog, deklamirt v. Nüßlein Prof. Bbg., Klebeadel. 1805. 8. — g) Epinicia. Aut. 
Dr. Fr. Ans. Deuber. Bamberg. 1815. 8. — 8) Herr Pfarrer Joſeph Fiſchler in Stegaurach: 
Neue Predigt Bibliothek de Auslanded. Herausgegeben von Dr. Rojentritt u. Wille I. Sahrg. 1845. 
— II. Zabrg. 1846. — VI. Jahrg. 1850. — 9) Herr Prof. Dr. Hoh dahier: a) Fifchers natur: 
gefchichtl. Leſebuch für Schule u. Haus. Braunſch. Vieweg. 1848. 8. — b) Dictionnaire de poche alle- 
mand-francois et fr.—all. par Ehrmann. Tom. I. et II. Vienne. 1788. 8. — c) Dr. Möllers Geld. 
des Mittelalters, I. Bd. Mainz. 1844. 8. — d) Eifenlohr’s Lehrb. der Phyſik. Mannheim, Hoff. 
1849. 8. — e) Zur Würdigung der herrschenden Vorurtheile über die Lehre Baader’s. Von Dr. Frz. 
Hoffmann. Lpz. Bethmann. 1855. 8. — f) Frz. v. Baader als Begründer der Philos. der Zukunft. 
Von Dr. Frz. Hoffmann. Ebend. 1856. 8. — g) Die Heilung ohne Arznei. Von Vanoni. Münden, 
1852, Defchler. 8 — h) Zum Schutze der Irren. Von Dr. Ernst Schmidt. Wrzbg. Stahel. 1856. 8. 


— 


— 10) Her Franz Freiherr von Poͤlnitz dahier: a) Homers Werke. Bon J. H. Voß. Mit Portrait 
u. Enten. Win. Sammer. 1844. 8. 1. Bd. Ilias. IL. Bd. Odyſſee. — b) Sophokles. Von J. J. C. 
Donner. Zweiter Bd. Heidelbg. Winter. 1850. gr. 12. — 11) Her Dr. Schüttinger, k. Rechts— 

anwalt bahier Die won ihm herausgegebene Schrift: Die Einkindſchaft nad) Yamberger Statutar-Redt. 
Bbg. Züberlein. 1857. 8. — 12) Herr Dr. Martinet, erzb. geiftl. Rath u. k. Lyz. Profeſſor: a) Illu⸗ 
firirter Kalender für 1858. Lpzg. Weber. 1858. 4 — b) Fliegende Blätter. Bd. 27 u. 28. Münden. 

Braun und Schneiber. 4. — 13) Herr Friedrich Leift, k. Vezirfsgerihts-Affeffor Dahier: a) Oeuvres de 
Moli&re. Paris. Fortin, Masson et Comp. Tom. I—-VI. 12. — b) Poemes et discours en vers de 
Voltaire. Paris. Firm. Didot. 1815. 12. — c) Epitres, stances et odes de Voltaire. Paris. F. Didot 
1816. 12. — d) La Henriade, poëme par Voltaire avec les notes. Paris. F. Didot. 1815. 12. — 
e) Numa Pompilius second roi de Rome par M. de Florian. Mit grammt. u. f. w. Erläuterungen... 

‚ für den Schulgebraud. Lpzg. Fleiſcher 1820. 8. — f) Guillaume Tell, ou la Suisse libre par M. de 
Florian. Mit grammat. Grläuterungen u. ſ. w. Ebend. 1810. 8. — g) 1. und Il. Bericht über das 
Bestehen u. Wirken des naturforsch. Vereins zu Bamberg. 1852 u. 54.4. — h) G. C. Lichten- 
berg’s witzige u. launige Sittengemählde nach Hogarth. Herausgeg. v. Schwinghamer. I. u. II. Bd. 
Wien. Gassler. 1811. 8. — 14) Herr Profelfor Dr. Haberfad eine Sammlung jdyäßbarer Bücher: 
kataloge. — 15) Herr Pankraz Hümmer, Kandid. der Philof. dahier: a) Regententafel v. Bayern v. 
Schurich. München. Franz. — b) und noh 5 Schulbüder für die Armen:Bibliothef. — 16) ein 
ungenannter Schüler ber I Gym. Kl.: 11 Schulbücher. — 17) ein Ungenannter: a) Dr. Magers 
pädagog. Revue. 1858. 8. — b) Mündener Punſch. 1858. 8. — 18) die Herrn Prof. Weippert u. 
Studienlehrer Schrepfer u. Spanfehlner: Mützells Zeitschrift für das Gymnasialwesen. Jahrg. 1857. 
— 19) die dießfährigen Abiturienten: Theod. Mommsen’s röm. Geschichte. 3 Bde. 2. Aufl. Berlin, 
‘Weidmann. 1856—57. gr. 8 — Endlich am Schluſſe dieſer Zeilen liefen von der verehrl. Georg 
Franz'ſche Buchhandlung in München 3 Exemplare der in ihrem Verlage erſchienenen Regententafel von 
Bayern mit der Beſtimmung ein, fie an drei Schüler, welche ſich erfolgreich mit der bayetiſchen Geſchichte 
befaſſen, zu vertheilen. In Folge deſſen wurden mit dieſen Regententafeln die Schüler Döring IV, 
Höfner UL u. Dotterweich IL Gymn. Klaſſe beſchenkt. 


Für all dieſe Liebesgaben jagen wir den edlen Spendern den aufrichtigften und verbindlichſten 
Dank. Gleicher Dank ſei hiermit auch dem ek. Gym. Prof. Herrn Dr. Hoh dargebracht, welcher aus 
Liebe zur guten Sache die Bibliothekariats-Geſchaͤfte auf das Bereitwilligſte übernommen hat. 


Der herkömmliche gemeinſchaftliche Spatziergang, welcher wegen der großen Theilnahme von Seiten 
der Aeltern und Angehörigen unferer Schüler ein wahres Jugendfeſt genannt werden kann, wurde am 12, 
Juni ausgeführt, Auch in diefem Jahre war das Biel desjelben bie befannte Wild'ſche Gartenwirthfchaft 
in Bug. Uebrigens ſei hiermit zur Ehre der Schüler angeführt, daß he fi durch ihre wadere Haltung 
dieſes Vergnügens wahrhaft wuͤrdig gezeigt haben. | 


Die fehriftliche Prüfung zur Erlangung des Gymnaſial⸗ Abſolutoriums wurde am 1., 2 und 4, 
Juni nd die, mündliche unter der Leitung des k. Miniſterial-Kommiſſaͤrs, Hofraths und Univ, ⸗Profeſſors 
Herrn Dr. Karl Ludwig Ulrichs von Würzburg Anfangs Auguſt abgehalten. — Die Prüfung zur Erlangung 
des Schlußzeugniffe8 über Vollendung der lat. Schule fand am 22,, 23. und 24, Juli flatt, am 26, und 
27. Juli wurden die Schüler ber drei unteren Klaſſen der Tat. Schule öffentlich geprüft, am 30. und 31. 


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Juli, 1. und 2. Ang. waren die von den Zeichnungsſchulern im Laufe des Schuljahres gefertigten Arbeiten 
öffentlich ausgeftellt und am 7. Auguft wurde das Schuljahr mit der Preifvertheilung feierlich gefchloffen. 

Den edlen Männern und Frauen unferer Stadt, welche durch ihre Wohlthaten fo vielen Schülern 
unferer Anftalt den Weg zu deren Eünftigem Gläde bahnen, fei dafür der wärmfte Dank‘ ausgefprochen. 
Möge Gottes Segen fie dafür reichlich lohnen, möchten fie aber andy nie Hude haben, ſich darüber zu 


‚beklagen, daß fie ihre Wolhthaten Undankbaren zugewendet haben! 


Ueber die flatiftifchen Verhältniffe der Studien:Anftalt gibt folgende Tabelle Aufſchluß: 
1857 58 


aloe ve & | Davon find || Davon kommen ihrer Geburt nach auf me 
|| = * * — —— 
2/1 = 2 S ı lElil& 
zisjeisı | &8) - |3|.|82]8]82358 2:8 | 
Gym: =/91= ||: _|2)0| 5 |® 2 s|=/3|5| |jE|2| 1° 
naſim. | 5 HEBEHHHE = 83,818 8888-1828 5] 8 
: = = |8 — —A— = 
— —* —326 = 
IV. Klaſſe | 24| 23 1 2 3 
IH. Klaffe I 311 28 1 115 
I. Klaffe 1 24] 25 — —| 2 
I. Klaffe | -35| 31 — | 1] 4 
Summa [114,107J100| 8| 1 — 1 91] 89| 2] — || 25| 42] 4j14| 7] 40 29122 
DUB — 
Lateinſchule. 

Ev. Klaſſe | 40) 391 5|—| 15! 15. 3l 3l-| 1l—| 1l—| ıl— 23] 7] 9 
II. Rtaffe | 49] Aıl az 511-1 aal 37| 5|— | 10 19 6) a——— al ıl- | a8| 77 
II. Klaſſe 2 a8| 57) 3|—| ı| 31 561 a7| 7| 2 2a 14 5| 5] 3 1|—| 2] 1]—| 1| 40113] 3 
I. Klaſſe A. 26 | 
T. Rtaffe 8] 2 29! 208 7 -/- 53) 45| 8|—| 21 um EmmE s5| 7 


— — — 


Summa — V——— 1631251 2] 70| 68j21j13]| 3] 2] 1] 7 
Sa. Summ. PP 29 1| I rel J 2 A| A 2 


2 ı 2]136|34120 
9 2 y Zu 63 42 


Das Fünftige Schuljahr 18°, beginnt Freitag 1. Oft: An dieſem Tage haben ſich von = 
Alle anzumelden, welche in die k. Studien-Anftalt neu aufgenonunen werden wollen oder eine Nachprü⸗ 
fung beftehen müfjen, und zwar für die vier Klaffen der Iatein. Schule im Schulgimmer Nr. 1 unten 
links, und für Die vier Gymnaſial-Klaſſen im Sitzungs- und Lefezimmer über 4 Stiege linfd. Nachmittag: 
Schriftliche Prüfung für alle Klaffen der Iatein. Schule und des Gymnaſiums. — Samstag 2. Oft. Vor: 
u. Nachmittag: a) mündliche Prüfung für die I. Klaſſe der latein. Schule, b) fehriftlihe Prüfung in allen 


. übrigen Klaſſen der Anftalt. — Montag 4. Dit. Vor: und Nachmittag: mündliche Prüfung für die IL, 


DI. u. IV. Klaſſe der lat. Schule, jo wie für die IL, III. u. IV. Gym. Klaſſe. — Dinstag, Mittwod u. 
Donnerstag 5., 6. u. 7. Okt. Vor: u, Nachmittag: mündliche Prüfung für die J. Gymnaſial-Klaſſe. — An⸗ 
meldungen und Prüfungen außer den bier angejeßten Terminen werden. nicht angenommen. — Alle, welde 


hiefige Studien⸗Anſtalt nachſuchen, haben beizubringen : 4) Geburt» 2) Impf ſchein 
(beide werben nad) gejhehenem Eintrage ſogleich wieder zurucgegeben), 3) wenn fie von andern Anftalten 
iffe und Benjuren, und wenn fie aus dem gr kommen, Zeugniſſe dar⸗ 

[len für die treffende Klaſſe vorgeſchriebenen Rehr-Gegenftänden, b) während Der 
c) bei gehörig qualifizirten Lehrern ben Unterricht genoſſen haben, &) Aus⸗ 
ttel, und 5) Einwilligung der Aeltern und Vormünder, falls dieſe nicht 
üfien alle jene, weile um öffentliche oder Privat⸗ Unterſtuͤtzungen nachſuchen, 
ober erſt neu eintreten, legale, genau na ) 
1851 vorgeſchriebenen Form (. Intell.Bl. für Oberft. 1851 Nr. J. 
— Freuag 8. Okt. 8 Uhr beginnt der Unterricht in allen 


ei 


Oberfr. unterm 4. gan 


Regierung von | 
Armuthszeugniſſe vorlegen. 


©. 34) ausgeftellte 
Klaſſen. 


Bamberg, 7. Auguſt 1858. . 
| | i 
Dr. 3. Ontenäcer, 


f. Studien⸗Rektor. 


4 


" VBerbefiernug im Programme. 
Mitte der Etobt I. Thürme in Mitte der untergegangenen Etadt. 


S. 7 3. W ſt. beſpult I. bedect. — 3. 21 R- Thkren in 


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